Austausch mit den Niederlanden
Der Blick hinüber zum Nachbarn

Münster-West -

Der Blick über den Tellerrand hinaus und vielleicht etwas voneinander lernen – das ist das Ziel eines ganz besonderen Austausches zwischen Münster sowie den niederländischen Städten Enschede, Hengelo und Almelo.

Dienstag, 06.03.2018, 18:03 Uhr

Sie trafen sich zu einem persönlichen Austausch (v.l.): Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine, Leon Buiting (Stadtteilmanager im Bezirk Enschede-Nord) sowie Stefanie Remmers, Leiterin der Bezirksverwaltung West.
Sie trafen sich zu einem persönlichen Austausch (v.l.): Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine, Leon Buiting (Stadtteilmanager im Bezirk Enschede-Nord) sowie Stefanie Remmers, Leiterin der Bezirksverwaltung West. Foto: kbö

Daran beteiligte sich jetzt auch Stefanie Remmers, Leiterin der Bezirksverwaltung Münster-West. Stephan Brinktrine, Bezirksbürgermeister für den Stadtbezirk Münster-West, ergriff ebenfalls die Gelegenheit, mit der niederländischen Seite ins Gespräch zu kommen.

Anlässlich eines von der EU geförderten Programms „Kenn Deinen Nachbarn“ waren jüngst einige Gäste aus den Niederlanden zu Gast in Münster. So auch Leon Buiting, Stadtteilmanager im Bezirk Enschede-Nord. „Dieses Amt ist das Pendant zu dem, das Stefanie Remmers ausübt“, so Brinktrine. „Er koordiniert dort die Arbeit zwischen Verwaltung, Politik und Bürgerschaft.“

Während seines Aufenthalts in Münster gab es für Leon Buting die Möglichkeit, in der Bezirksverwaltung West bei Stefanie Remmers zu hospitieren und so die dortige Arbeit kennenzulernen. „Während seines Aufenthalts äußerte er dann den Wunsch, einen Kommunalpolitiker vor Ort kennenzulernen“, so Brinktrine.

Es gab ein Treffen, das „sehr interessant und aufschlussreich war“, wie der Bezirksbürgermeister resümierte. Und er stellte in Aussicht: „Die Kooperation auf Verwaltungsebene könnte eventuell auch auf die Politik ausgeweitet werden. Ich habe gemerkt, dass wir beide enorm viel voneinander lernen können.“

Grundsätzlich findet es Brinktrine nach eigener Aussage wichtig, über die eigenen Bereiche hinaus zu blicken: „Das gilt nicht nur für die Niederlande, sondern auch für andere Bezirksvertretungen in NRW.“ Auch dort passierten interessante Dinge, von denen man sich hier vor Ort inspirieren lassen könne.

Zurück zum Besuch von Leon Buiting. Dessen Schilderungen in Sachen Bürgerbeteiligung bei politischen Prozessen oder Entscheidungen stießen bei Stephan Brinktrine auf großes Inte­r­esse: Bei einer Bürgerversammlung wähle der Stadtteilmanager sechs bis sieben Zuhörer heraus, die ihre Probleme formuliert haben und gebe ihnen die Möglichkeit, unter gewissen Rahmenbedingungen und seiner Moderation die politischen Entscheidungen zu fällen.

„Die Menschen bekommen nicht von oben herab gesagt, was zu tun und zu lassen ist“, ist Brinktrine begeistert. Dass die Entscheidung aus der Bevölkerung heraus getroffen werde, sorge nach Aussage Buitings für deutlich mehr Akzeptanz. „Das ist ein ganz neuer Ansatz“, meint der Bezirksbürgermeister, der nach eigener Aussage aber schon jetzt immer bemüht ist, mit allen Beteiligten ins Gespräch zu kommen: „Siehe Albachtener Friedhof.“

Noch interessanter fand Brinktrine den Vergleich des zu entwickelnden Oxford-Areals und dem Bezirk in Enschede, in dem im Jahr 2000 eine Feuerwehrfabrik explodierte und der neu aufgebaut werden musste: „Leon Buiting sagte, er habe sich die Oxford-Pläne angeschaut und festgestellt, dass genau das Vorhaben in Enschede bereits so umgesetzt worden sei, wie es hier geplant ist.“

Wie man dorthin gekommen und was zu tun gewesen sei, könnten sich die Kollegen in Münster gerne vor Ort anschauen.

Egal, ob die Zusammenarbeit mit den Niederländern sich weiter auf die Verwaltungsebene beschränkt oder – so schwebt es Brinktrine vor – sich auf die Politik ausweitet: Fest steht für Brinktrine, dass er sich die im Enschede-Stadtviertel Roombeek umgesetzte Entwicklung einmal vor Ort anschaut.

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