Bezirksvertretung Münster-West tagt zu Oxford
Klares Votum für den Ankauf

Münster-Gievenbeck -

Es herrschte breite Zustimmung in der Sitzung der Bezirksvertretung Münster-West, als es um den Kauf der beiden Konversionsflächen Oxford- und York-Kaserne ging. Alles andere wäre auch eine faustdicke Überraschung gewesen.

Sonntag, 13.05.2018, 16:05 Uhr

Zahlreiche Gebäude auf dem Oxford-Areal bleiben aufgrund des Denkmalschutzes erhalten.
Zahlreiche Gebäude auf dem Oxford-Areal bleiben aufgrund des Denkmalschutzes erhalten. Foto: jans

Es war zu erwarten, dass die Bezirksvertretung (BV) Münster-West nicht aus der Reihe tanzt: Es herrschte breite Zustimmung in der jüngsten Sitzung des Stadtbezirksparlaments im Lukas-Zentrum, als es um den Kauf der beiden Konversionsflächen Oxford- und York-Kaserne ging. Alles andere wäre nach den jahrelangen Verhandlungen auch eine faustdicke Überraschung gewesen.

Und obgleich die Planungen für das Oxford-Areal seit Jahren in der Diskussion sind, gibt es noch immer zahlreiche offene Fragen. Die beantwortete der städtische Planungsdezernent Siegfried Thielen den Kommunalpolitikern, als er einen Überblick über den Ankauf der Flächen gab – mit speziellem Augenmerk auf die Oxford-Kaserne.

Alle Zeichen deuten also darauf, dass die Stadt Münster wirklich Eigentümerin der beiden Kasernen-Gelände in Gievenbeck (Oxford) und Gremmendorf (York) wird: Bislang sprachen sich nämlich alle politischen Gremien, die sich mit dieser Thematik befassen, für die Genehmigung der bekundeten Kaufverträge zwischen Stadt und Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) aus. Da machte auch die BV keine Ausnahme.

Thielen ließ noch einmal den bisherigen Prozess Revue passieren, er erwähnte die breite Bürgerbeteiligung und wertete deren Resonanz als großen Erfolg. Er wies zudem darauf hin, dass die Stadt trotz der jahrelangen Verhandlungen planungstechnisch nicht untätig war: „Die gesamte Ausführungs- und Entwurfsplanung für die Themen Erschließung, Grünflächen, für die Entwässerung und Regenwasserbewirtschaftung liegt letztendlich schon vor, sodass wir schnell loslegen können.“

Thielen ging auch auf eventuell noch vorhandene Schadstoffe ein, die sich möglicherweise noch auf dem ehemals militärisch genutzten Areal befinden: „In den Verträgen konnten wir eine sogenannte 90:10-Regelung erreichen.“ Will heißen: „Wenn weitere Altlasten gefunden werden, wird sich die Bima auch zukünftig – als Verkäuferin – zu 90 Prozent an den Kosten zur Beseitigung beteiligen und die Stadt als Käufer mit zehn Prozent.“

Vorgesehen ist auf dem ehemaligen Kasernen-Gelände auch der Bau einer zweizügigen Grundschule. Den Bau einer 14 Gruppen fassenden Kita finanziere laut Thielen die Bima: „Es sei denn, wir nehmen entsprechende Fördergelder des Bundes oder des Landes in Anspruch.“

Und wie geht es nun weiter? Das erläuterte der Dezernent anhand einer Zeitleiste. „Noch in diesem Jahr wollen wir mit den ersten vorbereitenden Maßnahmen für die Rückbauarbeiten beginnen.“ Mit diesen sowie mit den Erschließungsarbeiten wolle die Stadt dann Anfang des kommenden Jahres beginnen. Ziel der Wohn- und Stadtbau sei es in diesem Zusammenhang, die 100 öffentlich geförderten Wohnungen innerhalb von fünf Jahren fertig zu stellen. Daher begönnen die ersten Hochbauarbeiten bereits Ende 2019: Ergo wären die ersten Wohnungen ab 2024 bezugsfertig.

Apropos sozialer Wohnungsbau. Hier hatte Beate Kretzschmar, Fraktionsvorsitzende der SPD, Klärungsbedarf: „Bei Sozialwohnungen gibt es ja verschiedene Typen.“ Es gebe den ersten sowie den zweiten Förderweg: „Bei letzterem handelt es sich fast um normale Mieten, während sich der erste Förderweg wirklich an Menschen mit sehr geringen Einkommen richtet. Wie erfolgt die Aufteilung?“

Thielen: „Das ist klar geregelt: 30 Prozent geförderter Wohnungsbau – bezogen auf die Netto-Wohnfläche, nicht die Anzahl der Wohnanlagen. Davon sind 70 Prozent für den ersten und 30 Prozent für den zweiten Förderweg festgelegt.“

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