Neue Bachpaten für Kinderbach
Gewässer genau im Auge behalten

Münster-Gievenbeck -

Die idyllische Natur entlang des Kinderbach-Tals genießen Dr. Ursula Hacker-Klom und Ralph Klom regelmäßig und mit Leidenschaft während ausgiebiger Spaziergänge. Warum das Nützliche nicht mit dem Angenehmen verbinden?

Freitag, 14.09.2018, 19:10 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 14.09.2018, 19:10 Uhr
Ihre Urkunde für die neue Bachpatenschaft bekamen nun Dr. Ursula Hacker-Klom und Ralph Klom (Mitte) von den beiden Nabu-Mitarbeitern Dr. Thomas Hövelmann und Dr. Berit Philipp überreicht.
Ihre Urkunde für die neue Bachpatenschaft bekamen nun Dr. Ursula Hacker-Klom und Ralph Klom (Mitte) von den beiden Nabu-Mitarbeitern Dr. Thomas Hövelmann und Dr. Berit Philipp überreicht. Foto: Kay Böckling

Das dachten sich die Gievenbecker auch und entschieden sich, eine der zahlreichen Bachpatenschaften zu übernehmen. Die beiden zeichnen nun für den Verlauf des Gewässers zwischen Austermannstraße und Orleanring verantwortlich – sehr zur Freunde der „Nabu-Naturschutzstation Münsterland“, die solche Patenschaften vergibt.

Laut Dr. Thomas Hövelmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Nabu, hat die Naturschutzorganisation die Bachpatenschaften im Jahr 2013 von der Stadt Münster übernommen: „Die Stadt hatte seit Anfang der 1990er-Jahre 22 Bachpatenschaften aufgebaut.“ Verantwortung für ein Gewässer ihrer Wahl hätten Vereine, Schulklassen aber auch Privatpersonen übernommen.

Aus personellen Gründen übertrug die Stadt die Aufgaben der Vergabe von Patenschaften an den Nabu. „Aus den ehemals 22 Patenschaften haben wir mittlerweile die 34. Patenschaft übernommen“, zeigt sich Hövelmann erfreut. „Das Schöne: Wir haben weitere Anfragen.“

Die Interessierten suchen sich ein Gewässer aus, das für eine individuelle Pflege in Frage kommt. Und was sind die Aufgaben? „Erstmal die Gewässer im Auge zu behalten“, sagt Hövelmann. Bei eventuellem Handlungsbedarf, der über kleinere Säuberungsarbeiten hinaus gehe, sollte der Nabu kontaktiert werden, der beispielsweise bei Beschnitt oder anderen notwendigen Arbeiten aktiv werde.

Mit diesen Patenschaften möchte der Nabu ein Stück weit das ehrenamtliche Engagement fördern, wie Dr. Berit Philipp, ebenfalls wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Nabu, unterstreicht. Unter anderem werde auch das Umweltbewusstsein gestärkt.

Während der Kinderbach von Nienberge aus fließend in Richtung Münster bis nach Gievenbeck bislang keine Bachpaten hatte, ändert sich das im weiteren Verlauf des Gewässers in Richtung Kinderhaus. Hövelmann: „Dort haben schon einige Schulen diesbezüglich Verantwortung übernommen.“

„Oft ist es auch so, dass die Schulen sich direkt am Bach befinden und die Patenschaft in den Unterricht einfließt“, weiß Berit Philipp.

Die Patenschaften unterliegen laut Hövelmann nicht irgendwelcher besonderen Regeln: „Jeder wird im Rahmen seiner Möglichkeiten aktiv.“ Jeder solle allerdings den Willen und das Engagement mitbringen, sich wirklich um den betreffenden Bach zu kümmern und die Patenschaft mit Leben zu füllen. „Es gibt aber keine fachlichen Voraussetzungen dafür.“ Jeder könne seine Patenschaft so leben, wie er es sich vorstelle.

Und wie kamen Dr. Ursula Hacker-Klom und Ralph Klom auf die Idee, eine solche Verantwortung zu übernehmen? „Wir haben davon gelesen und uns dann dafür interessiert“, sagt der Gievenbecker. „Da wir ganz in der Nähe wohnen und hier auch häufig spazieren gehen, haben wir überlegt und sind zu der Erkenntnis gekommen, dass dieses Teilstück maßgeschneidert ist für uns.“

Seine primäre Aufgabe sieht Ralph Klom in der Beseitigung von Unrat. „Mich stört der Müll“ Ansonsten: „Am Beispiel des Aasees hat man gesehen, wie schnell ein Gewässer kippen kann.“ Entsprechend will er in kritischen Phasen ein besonderes Auge auf den Kinderbach werfen. Eventuell könne man so eine schlimme Situation verhindern.

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