Stadtteilautos sind in gievenbeck beliebt und in Nienberge ein Wuschtraum
„Michaela“ hat viele neue Freunde

MÜNSTER-WEST -

Ein Leben ohne Auto ist manchmal schwierig. Aber es gibt Alternativen zum Autokauf.

Samstag, 20.10.2018, 07:30 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 20.10.2018, 07:30 Uhr
„Michaela“ gleich neben St. Michael war die erste Station für Stadtteilautos in Gievenbeck. Till Ammann, Stadtteilauto-Geschäftsführer und Rebecca Bracht, Firmensprecherin, haben einen der an der Kirche stationierten Wagen aufgeschlossen und präsentieren den Schlüssel.
„Michaela“ gleich neben St. Michael war die erste Station für Stadtteilautos in Gievenbeck. Till Ammann, Stadtteilauto-Geschäftsführer und Rebecca Bracht, Firmensprecherin, haben einen der an der Kirche stationierten Wagen aufgeschlossen und präsentieren den Schlüssel. Foto: jans

„Michaela“ wartet im Schatten der Kirche. Seit 21 Jahren kommen die Kunden. Wer jetzt an Jugendgefährdung in Kirchturmnähe denkt, liegt falsch. „Michaela“ heißt seit 1997 der Platz an der Gievenbecker Appelbreistiege, auf dem gleich neben St. Martin die Stadtteilautos stehen. Lange warten die drei Autos aber offenbar nie.

„Die Nutzerzahlen steigen in Gievenbeck ständig“, betont Till Ammann, Geschäftsführer der Stadtteilauto CarSharing Münster GmbH. Der Stadtteil sei das beste Beispiel dafür, dass Carsharing nicht nur in direkter Innenstadtlage funktioniere. Inzwischen gebe es 200 Kunden in Gievenbeck. Das Unternehmen plant, sein Stationsnetz in den nächsten Monaten vor Ort noch zu erweitern. Augenblicklich gibt es vor Ort neben „Michaela“ noch „Heidi“ am Heekweg, „Tehof“ am Technologiehof und seit 2017 „Topp“ am Topheideweg. Für diese Station, so Ammann, sei bereits ein Stellplatz für ein weiteres Fahrzeug bei der Stadt angefragt worden.

Auch vor dem „La Vie“ an der Diekmannstraße würde die Firma gerne eine Station mit zwei Fahrzeugen eröffnen. Hier warte man aber seitens der Stadt auf „ein positives Zeichen“, betont der Geschäftsführer.

Neue Standorte

Bei der Einrichtung neuer Standorte für das Stadtteilauto richte sich der Blick zunächst auf die Verfügbarkeit von Parkplätzen, so Firmensprecherin Rebecca Bracht. Erst wenn die Parkplatzfrage geregelt sei, würden auch die entsprechenden Fahrzeuge angeschafft. Guten Kontakt pflege man in dieser Hinsicht mit Kirchengemeinden, die häufig Grundstücke in zentralen Ortslagen haben.

Andererseits erweise sich die innerörtliche Parkplatznot auch als durchaus förderlich für das Geschäftsmodell. „Wo hoher Parkdruck ist, macht Carsharing umso mehr Sinn“, betont Ammann.

Unterschiedliche Tarife

Inzwischen stehen 200 Stadtteilautos an 60 Stationen in Münster und dem Münsterland bereit. Es gibt vier Fahrzeugklassen – vom Kleinwagen bis zum Neunsitzer. Gebucht werden kann das Stadtteilauto telefonisch, im Netz oder gleich über eine App. Es gibt je nach Nutzung unterschiedliche Tarife sowie eine einmalige Gebühr für Erstnutzer, so Ammann. Über die Plus Card kooperiere das Unternehmen auch mit den Stadtwerken, betont der Geschäftsführer.

Momentan nützt das Menschen allerdings wenig, die gerne von Nienberge aus mit einem Stadtteilauto starten würden. „Wir wollen in jeden Stadtteil“, so Firmensprecherin Rebecca Bracht. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf eine manchmal problematische Anbindung Nienberges durch den öffentlichen Nahverkehr. „Schon lange“ sei man im Gespräch, um auch in Nienberge einen Stadtteilauto-Stützpunkt zu schaffen, sagt Ammann. Dort wünscht sich das Unternehmen Plätze für zwei seiner Autos.

Kundenstamm

Bevor diese Pläne allerdings konkreter werden können, müsse der momentane Nienberger Kundenstamm, der jetzt schon Stadtteilautos in Münster fahre, wachsen. Ammann: „Leider fehlen uns in Nienberge noch einige Nutzer.“

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6133109?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F136%2F
Dreharbeiten für neuen Münster-„Tatort“ gestartet
Weihnachtsfolge: Dreharbeiten für neuen Münster-„Tatort“ gestartet
Nachrichten-Ticker