Lange Nacht der Mathematik
Nächtliche Knobelei am Stein

Münster-Gievenbeck -

Schlaflos in Gievenbeck: Rund 50 Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums beteiligten sich jetzt an der „Langen Nacht der Mathematik“ und grübelten bis zu zwölf Stunden über verschiedenen kniffligen Aufgaben.

Dienstag, 27.11.2018, 17:28 Uhr
Sie waren glücklich, an der „Nacht der Mathematik“ teilgenommen zu haben (v.l.): Lena Uetz, Merle Gillmann, Johanna Bernard und Jacqueline Kazemi.
Sie waren glücklich, an der „Nacht der Mathematik“ teilgenommen zu haben (v.l.): Lena Uetz, Merle Gillmann, Johanna Bernard und Jacqueline Kazemi. Foto: Kay Böckling

Unter ihnen waren auch die vier Achtklässlerinnen Lena Uetz, Jacqueline Kazemi, Johanna Bernard und Merle Gillmann. Nachdem sie sich ein wenig ausgeruht hatten, lautete ihr Fazit: „Na klar, im nächsten Jahr sind wir wieder dabei.“

Insgesamt drei Runden mussten die Gymnasiasten bei diesem bundesweiten Wettbewerb mit Tausenden teilnehmenden Schülern absolvieren. „Gefragt waren keine einfachen Rechnungen, sondern logisches Denken, geometrisches Vorstellungsvermögen sowie Pfiffigkeit“, so Sarah Behrens, die die Gymnasiasten der Jahrgangsstufen sechs bis zehn mit unterstützte – allerdings rein mental und nicht fachlich.

Dass es die Aufgaben in sich hatten, mag dieses Beispiel aus Runde eins verdeutlichen: „ Heinz lässt 95 Liter Wasser mit einer Temperatur von 38 Grad Celsius in die Badewanne ein. Da ihm das Wasser als zu warm erscheint, lässt er noch 55 Liter mit 18 Grad Celsius einlaufen und mischt das Wasser ordentlich durch. Wie hoch ist die Durchschnitts-Temperatur?“

Was bewegt einen Jugendlichen, sich solchen und noch schwierigeren Aufgaben zu stellen, anstatt den Abend mit Freunden oder auf dem Sofa zu verbringen? „Unsere Mathelehrerin hat uns das vorgestellt, und wir haben auch von den Teilnehmern des Vorjahres gehört, dass das richtig cool, ist“, so Johanna Bernard.

Und die Vorbereitung auf eine solche Nacht? „Schlafen“, sagt Merle Gillmann kurz und knapp. „Das war der eigentliche Plan. Es hat zwar nicht so gut hingehauen, aber egal.“ Fachlich sei es schwer gewesen, sich auf das Abenteuer Mathe-Nacht vorzubereiten: „Wir wussten ja nicht, was für Aufgaben drankamen.“ Nervosität habe keine Rolle gespielt. „Es war eher Neugier auf das, was da kommt“, meint Lena Uetz.

Die zu lösenden Aufgaben gingen laut Sarah Behrens schon über die Norm des normalen und altersgerechten Unterrichts-Stoffes hinaus. Aber auch das mache einen gewissen Reiz aus: „Dass man durch Kreativität und logisches Denken ein wenig über sich hinauswächst.“ Nichtsdestotrotz muss sie aber zugeben, „dass man auch als Lehrer bei einigen Aufgaben ins Grübeln kam“.

Und das ist durchaus auch das Ziel, wie es Jochen Carow aus Neumünster im Gespräch mit unserer Redaktion sagt: „Die Schüler sollen ihre Lehrer einmal mit anderen Augen sehen. Nämlich, dass auch sie nicht alles wissen und gemeinsam Lösungswege finden.“ Jochen Carow ist der Initiator der „Langen Nacht der Mathematik“.

Wie funktioniert die Mathe-Nacht? Die Schüler bekommen laut Sarah Behrens verschiedene Aufgaben. Die Ergebnisse einer Runde werden in eine Internetmaske eingegeben – sind alle Lösungen korrekt, wird die Schule für die nächste Runde freigeschaltet. Ziel ist das Erreichen der dritten Runde.

Die erreichte das Quartett aus dem achten Jahrgang – auch wenn die Mädchen durchweg ein kleines Nickerchen einlegten. Am Ende waren Lena, Jacqueline, Johanna und Merle mit dem Erreichten sehr zufrieden. „In Eurer Altersgruppe habt ihr Rang 67 erreicht“, überraschte Sarah Behrens ihre Schützlinge. Was wiederum auf Freude bei dem jungen Quartett sorgte. „Wir hätten nicht gedacht, dass wir so weit vorne landen, weil wir ja längst nicht alle Aufgaben in Runde drei gelöst haben“, meint Merle Gillmann.

Bliebe die Antwort auf die Wasser-Aufgabe. Jochen Carow klärt auf: „Circa 30,7 Grad, genau: 30 Komma Periode sechs.“ Die Aufgabe sei als Bruch zu rechnen. 95 (Liter) mal 36 (Grad) addiert mit 55 mal 18 und 150 unter dem Strich ergebe das 92/3, was dem Ergebnis entspreche.

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