Zertifizierung für Kita Lichtblick
Kinder begleiten statt anleiten

Münster-Gievenbeck -

Die Gievenbecker Kita Lichtblick hat sich einem umfangreichem Anerkennungsverfahren gestellt. Jetzt gab es die Belohnung für die Anstrengungen: Als eine von bundesweit 90 Kitas darf sie die „Reggio-Zertifizierung“ nutzen.

Dienstag, 18.12.2018, 15:48 Uhr aktualisiert: 19.12.2018, 18:16 Uhr
Die Kita Lichtblick ist zertifiziert. Kita-Leiterin Jutta Lüdenbach (kl. Foto) bekam das Reggio-Zertifikat von Prof. Tassilo Knauf überreicht.
Die Kita Lichtblick ist zertifiziert. Kita-Leiterin Jutta Lüdenbach (kl. Foto) bekam das Reggio-Zertifikat von Prof. Tassilo Knauf überreicht. Foto: kbö/sn

Den Kindern mehr Verantwortung geben, ihren natürlichen Lerndrang fördern und neue Ideen spielerisch umsetzen. Das sind Kennzeichen der „Reggio“-Pädagogik, die bereits im Kindergartenalter ansetzt. So wie in der Gievenbecker Kita Lichtblick. Die hat sich einem umfangreichem Anerkennungsverfahren gestellt. Jetzt gab es die Belohnung für die Anstrengungen. Kita-Leiterin Jutta Lüdenbach nahm im Namen ihrer Einrichtung das Zertifikat einer „reggio-inspirierten Kita“ an.

„Das ist eine hohe Kunst“, lobte Prof. Tassilo Knauf vom Verein „Dialog reggio“ die pädagogische Arbeit der Kindertagesstätte. Nicht „Anleiten“, sondern „Begleiten“, das mache das Reggio-Konzept aus, wobei die Erzieher aber doch eine aktive Rolle einnähmen.

Viele Projekte, in denen die Themen wie etwa einzelne Tierarten, von ganz verschiedenen Gesichtspunkten aus von den Kindern selbstständig erarbeitet wurden, gab es in der Kita Lichtblick. Umfassend dokumentiert sind die Ergebnisse, so manche gemalten und gebastelten Kunstwerke in der Einrichtung zeugen noch vom Tatendrang der Jungen und Mädchen. Sie sollen erhalten bleiben: „Kinder brauchen ihre Geschichte“, erläuterte Knauf.

Ungezwungen, lehrreich, aber auch feierlich war dann die Übergabe des Zertifikates, das „Dialog Reggio“ ausstellte. 90 reggio-zertifizierte Kitas gibt es derzeit in Deutschland, nun gehört die „Kita Lichtblick“ dazu. Die Bewertung gilt für vier Jahre, dann muss erneut das Anerkennungsverfahren durchlaufen werden.

Und dann gab es noch eine Auszeichnung. Die kam von Dr. Veronika Beci, pädagogische Fachkraft für sprachliche Bildung an der Kita Lichtblick und speziell geschult vom Programm „Frühe Chancen“ des Bundesfamilienministeriums. Beci hatte in der Kita in diesem Monat die Aufgabe gestellt, sich sprachlichen Lauten thematisch zu nähern. Eltern der Kita hatten detailliert fotografisch festgehalten, welche Lippenbewegung zu welchem Laut passt. Als Lohn für die engagierte Arbeit bekam der Elternrat der Kita ein kleines Präsent, das Elternrat-Vertreterin Doris Teymouri stellvertretend von Veronika Beci entgegennahm.

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