Waldorfschule
Jede Rolle spiegelte die Spielfreude wider

Münster-Gievenbeck -

„Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horváth führte die Waldorfschule auf

Sonntag, 27.01.2019, 18:20 Uhr aktualisiert: 29.01.2019, 17:32 Uhr
Die Zwölftklässler der Waldorfschule präsentierten Ödön von Horváths „Geschichten aus dem Wiener Wald“ in drei Aufführungen.
Die Zwölftklässler der Waldorfschule präsentierten Ödön von Horváths „Geschichten aus dem Wiener Wald“ in drei Aufführungen. Foto: con

Ein abendfüllendes Theaterstück präsentierten die Zwölftklässler an diesem Wochenende in der Waldorfschule. Am Freitag- und Samstagabend sowie zusätzlich am Sonntagnachmittag führten sie das inzwischen über 80 Jahre alte Stück „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horváth auf. Sie begeisterten das Publikum mit ihrem konzentrierten Spiel, den komischen Zwischenspielen, dem mehrstimmigen Gesang, den Tanzeinlagen und präzisen Szenenwechseln.

Zu Beginn trat Günter Moseler mit den Hauptdarstellern vors Publikum und gab erläuternde Erklärungen zum Autor, seinem speziellen Stil, dem Stück und der Gesellschaftskritik. Er erzählte von der Rollenauswahl der Schüler und wies auf die politischen und rassistischen Untertöne des Stücks hin, die wieder erschreckend aktuell sind.

„Geschichten aus dem Wiener Wald“ ist die Geschichte von Marianne, die versucht, der Verlobung mit dem Metzger zu entfliehen und mit Alfred glücklich zu werden. Dessen Zuneigung allerdings erlischt schnell, Marianne muss sehen, wie sie in der Wirtschaftskrise mit einem Kind überleben kann. Als dieses unter suspekten Umständen stirbt, wittert der Metzger seine Chance, jetzt doch Marianne zur Frau zu nehmen.

Das Stück steckt voller Gewalt, Gesellschaftskritik, politischen Anspielungen und Sprach-Plattitüden, die immer wieder gebrochen und dadurch oft komisch werden.

Überzeugend waren an dem Abend nicht nur die Hauptdarsteller; jede kleine Rolle spiegelte die Spielfreude und Begeisterung der Schüler wider.

Viele witzige, manchmal kleine Einfälle am Rande sorgten für besondere Akzente und großen Unterhaltungswert, bei aller Tiefgründigkeit und Nachdenklichkeit, die zum Stück gehören. Ob sprachliche Akzente oder eingebaute Handlungen und aktualisierte Szenen, Handtuchtanz oder Spaghetti-Essen, Running Gag, Papiervogelschießen oder Gesangstücke – Günter Moseler (während des Abends am Klavier für zahlreiche Einspielungen zuständig) und seine Schüler haben das Stück mit viel Kreativität auf die Bühne gebracht und dem begeisterten Publikum einen beeindruckenden Theaterabend beschert.

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