Diamantener Meisterbrief für Friseur Karl-Heinz Howest
Meister der Schere und der Geige

Münster-Gievenbeck -

„Ich habe vor 60 Jahren die Friseurmeisterprüfung abgelegt – und habe meinen Beruf immer geliebt”, sagt Howest . Dafür wurde dem Gievenbecker jetzt der Diamantene Meisterbrief zuteil.

Sonntag, 03.02.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 05.02.2019, 17:51 Uhr
Ehrenobermeister Josef Kontrup (l.) und Obermeisterin Rosemarie Ehrlich (2.v.r.) überreichten den Diamantenen Meisterbrief an Karl-Heinz Howest, der von seiner Ehefrau Gisela in seinem Beruf immer unterstützt wurde.
Ehrenobermeister Josef Kontrup (l.) und Obermeisterin Rosemarie Ehrlich (2.v.r.) überreichten den Diamantenen Meisterbrief an Karl-Heinz Howest, der von seiner Ehefrau Gisela in seinem Beruf immer unterstützt wurde. Foto: cro

Die große Urkunde ist schon etwas Besonderes, die Karl-Heinz Howest in den Händen hielt. Denn nicht viele dürfen sich glücklich schätzen, jemals einen solchen Meisterbrief in Händen zu halten. „Ich habe vor 60 Jahren die Friseurmeisterprüfung abgelegt – und habe meinen Beruf immer geliebt”, betonte Howest anlässlich der Verleihung des Diamantenen Meisterbriefes durch Obermeisterin Rosemarie Ehrlich und Ehrenobermeister Josef Kontrup.

Dabei wollte der Gievenbecker zuerst so gar nicht Friseur werde. „Mein eigentlicher Traumberuf wäre Musiker gewesen.” Doch damals, nach dem Krieg, seien die Stellen rar gewesen. „Meine Eltern haben mich dann dazu gebracht, Friseur zu werden”, so der Senior, der 1933 in Greven geboren wurde und zwei Söhne hat.

Danach ging es Schlag auf Schlag: Zuerst die Lehre, dann immer wieder Arbeit in unterschiedlichen Salons. „So habe ich mich schon damals fortgebildet und auch einiges über Frisuren gelernt.”

Damals sei jedoch so einiges anders gewesen: „Wir mussten beispielsweise noch rasieren lernen.” Das sei auch dringend nötig gewesen: „Man ging sonntags in die Kirche und danach zum Friseur, um sich rasieren zu lassen”, erinnert sich Howest. Überhaupt war Qualifizierung immer ein großes Thema für den Friseurmeister: „Ich war sogar mal für eine Woche in Miami, um dort etwas von den Amerikanern zu lernen – denn die machen doch vieles anders.”

Auch heute noch schwingt Howest zumindest gelegentlich die Schere: Denn seine Ehefrau Gisela lässt niemand sonst an ihre Frisur. „Das macht er auch wirklich toll”, unterstreicht sie.

1958 kam dann der Meisterlehrgang in Hamburg, 1960 heiratete das Paar – und 1962 eröffnete Howest seinen Salon in Gievenbeck. Der wurde fester Bestandteil des Stadtteilkerns, bis Howest 1997 den Laden aus gesundheitlichen Gründen aufgab.

„Es gibt auch fachlich Unterschiede zu früher: Heute macht man fast alles mit der Maschine, gerade bei den Männern. Die Schnitte früher waren auch schon nicht einfach, wobei es aber kein Rolle für mich spielte, ob ich einem Mann oder einer Frau die Haare geschnitten habe.” Dass er bisweilen auch schon einmal die einen oder anderen privaten Geschichten im Friseursalon gegenüber der Eisdiele zu hören bekam, gehörte bei Howest einfach dazu. „Gerade die Damen schütten doch gerne mal ihr Herz aus, während man ihnen vielleicht die Haare färbt.”

Auch wenn Karl-Heinz Howest auf ein erfülltes Arbeitsleben zurückblicken kann, so ist der Gievenbecker seiner großen Jugendliebe nach wie vor treu geblieben: der Musik. Er war Mitglied im Musikkorps der Stadtwerke, spielt leidenschaftlich gern Klarinette und Geige. Mit dem Streichinstrument ist er noch heute im dem Salonorchester „Da Capo“ in Havixbeck aktiv. „Das macht einfach Freude, das soll auch so bleiben.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6367452?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F136%2F
Nachrichten-Ticker