Bezirksvertretung Münster-West votiert für Spielflächen-Planung
„Grüner Trichter“ wieder Zankapfel

MÜNSTER-GIEVENBECK -

Das Zähneknirschen bei SPD und Grünen war hörbar. Trotzdem stimmten sie nicht gegen die städtischen Planungen zum Sportareal im Oxford-Quartier.

Samstag, 23.02.2019, 07:00 Uhr
Im Norden des Areals der ehemaligen Oxford-Kaserne sollen einmal die Sport-, Spiel- und Erholungsflächen des „Grünen Trichters“ entstehen. Momentan ist dort noch eine karge Wiese.
Im Norden des Areals der ehemaligen Oxford-Kaserne sollen einmal die Sport-, Spiel- und Erholungsflächen des „Grünen Trichters“ entstehen. Momentan ist dort noch eine karge Wiese. Foto: jans

Der „Grüne Trichter“ kann kommen. Allerdings zeigte das Votum über die Planung der auf dem Areal der ehemaligen Oxfordkaserne vorgesehenen Grün- und Freizeitfläche in der Bezirksvertretung (BV) Münster-West noch einmal, wie umstritten die Ideen zum „Trichter“ bei den Ortspolitikern sind.

Die Vorlage der Verwaltung wurde mit sieben Ja-Stimmen aus der CDU-Fraktion angenommen. CDU-Bezirksvertreter Markus von Diepenbroik-Grüter enthielt sich bei der Abstimmung über den „Grünen Trichter“ ebenso der Stimme, wie die SPD-Fraktion und die Grünen. Insgesamt gab es acht Enthaltungen. Es hätten sogar neun werden können, aber eine SPD-Ortspolitikerin war bei der Abstimmung gerade nicht im Raum.

Bezirksvorsteher Stephan Brinktrine ( SPD ) machte bei der BV-Sitzung im Fachwerk seinem Unmut über die Verwaltungsaussagen zum „Grünen Trichter“ Luft. „Es gibt Sportflächennutzungskonzepte, da stehen wirklich tolle Sachen drin“, bemerkte Brinktrine süffisant. Beim zum „Grünen Trichter“ vorgelegten Konzept sei das aber leider nicht der Fall. Hier seien die Informationen eher dünn.

Kunstrasenplatz

Brinktrine bemängelte unter anderem unklare Nutzungszeiten für den geplanten Kunstrasenplatz. Zudem sei die Aufgabe, Flächen für den vereinsgebundenen Sport zu schaffen, nicht erfüllt worden. Brinktrine: „Das ist wirklich der Witz in Tüten.“ Weiter betonte er: „Das ist garantiert kein guter Tag für Gievenbecker Sportvereine.“ Und er legte noch mal nach: „Ich gehe davon aus, dass wir einen großen Fehler begehen werden, den wir irgendwann für viel, viel Geld korrigieren müssen.“ SPD-Ratsherr Philip Hagemann schloss sich dieser Meinung an und zeigte sich froh darüber, bei dieser BV-Entscheidung nicht mitmachen zu müssen.

Aber warum stimmten die Gegner der geplanten sportlichen Nutzung des „Grünen Trichters“ bei allem Unmut nicht gegen die Verwaltungsvorlage? Auf Nachfrage unserer Zeitung stellte Brinktrine klar, die Schaffung von Wohnraum im neuen Oxford-Quartier sei wichtiger, als die Gestaltung der Sportflächen. Um dieses Projekt nicht zu behindern, habe man sich nur zur Enthaltung entschieden.

Haltestelle

CDU-Bezirksvertreter Thomas Lilge wollte zu den Planungen im „Grünen Trichter“ wissen, ob die Einrichtung einer Buswende-Anlage am „Ende“ des Areals möglich sei. Ein Vertreter der Stadtwerke verwies aber darauf, das eine zentrale Haltestelle auf dem ehemaligen Oxford-Areal ausreiche.

Auf etwa 4,2 Millionen Euro werden die Baukosten für den „Grünen Trichter“ in der Verwaltungsvorlage geschätzt, über die die Ortspolitiker zu befinden hatten. Die Flächen im Trichter seien zur „Deckung der Vereinsgebundenen Sportbedarfe“ weder notwendig noch geeignet, so die Verwaltung. Unter anderem sollen dort drei Kleinspielfelder in eine „weitläufige Parkanlage“ eingebettet werden.

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