Einladung zur Bildhauerwerkstatt
Schwebende Fische und Schatten

Münster-Gievenbeck -

Zur aktuellen Bildhauerwerkstatt lädt das Künstler-Trio Rolf Stahr, Bri Lapke und Sabine Klupsch an diesem Wochenende in die Künstlerwerkstatt am Rüschhausweg 270 ein. Als Gast haben sich die drei diesmal mit Martina Lückener eine vierte Kreative mit ins Boot geholt. Die Vielfalt kann sich sehen lassen.

Donnerstag, 28.03.2019, 17:24 Uhr
Sie präsentieren am Wochenende einen Querschnitt ihrer Arbeiten (v.l.): Bri Lapke, Martina Lückener, Rolf Stahr und Sabine Klupsch
Sie präsentieren am Wochenende einen Querschnitt ihrer Arbeiten (v.l.): Bri Lapke, Martina Lückener, Rolf Stahr und Sabine Klupsch Foto: Kay Böckling

Diese Arbeit sticht sofort ins Auge: Eine rund drei Meter hohe Skulptur, in deren Mitte sich knapp 50 Fische scheinbar schwerelos in Richtung Himmel bewegen. Getragen werden sie durch stromlinienförmige Stahlformen. Dieses Kunstwerk begrüßt die Besucher der aktuellen Bildhauerwerkstatt, zu der das Künstler-Trio Rolf Stahr , Bri Lapke und Sabine Klupsch an diesem Wochenende in die Künstlerwerkstatt am Rüschhausweg 270 einlädt. Als Gast haben sich die drei diesmal mit Martina Lückener eine vierte Kreative mit ins Boot geholt.

Seit 1987 organisiert Rolf Stahr solche Ausstellungen. Zunächst hatte er seine Werkstatt in der Nähe von Amelsbüren. In Gievenbeck ist er seit 27 Jahren beheimatet. Einmal im Jahr präsentiert er eine Werkschau: „Immer im Frühjahr, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass – was zumindest mich betrifft – im Winter ein großer Teil des kreativen Schaffensprozesses stattfindet.“

Das Künstler-Trio bleibt als Ausstellungs-Team stets zusammen. „Wenn uns jemand ganz besonders gefällt – also die Arbeiten –, dann laden wir einen Gast-Teilnehmer ein“, so Stahr. So habe man auch schon eine Künstlerin aus Mallorca begrüßen dürfen. Diesmal sei die Wahl auf Martina Lückener aus Ostbevern gefallen. Sie hat ihr Atelier am Haverkamp in Münster. Kennengelernt hatte sie Rolf Stahr während einer Ausstellung in Lüdinghausen.

Martina Lückener widmet sich gern den Darstellungen hinter den Dingen: mit deren Schatten. Sie umschreibt ihre Themen: „Schatten, Scherenschnitte und Objekte.“ Ihre Werke präsentiert sie in verschiedenen Formaten und diversen Techniken. Aus oft ungewöhnlicher Perspektive entwirft sie einige ihrer Schattenbilder, lässt mystische Vogelwesen entstehen und hält die Nachtseite der Dinge fest.

Rolf Stahr widmet sich mit Leidenschaft seinen kinetischen Objekten. Will heißen: „Kinetik bezieht sich auf Bewegungen“, so der Künstler. Diese würden bei den Freiluft-Objekten hauptsächlich initiiert durch Luftzüge. Die Kunstwerke gingen zum Teil „extrem an die Grenze der ausgeführten Balance“. Die Objekte würden sich „nicht in Ruhe halten wollen, obwohl sie genau dies anstreben“. Andere Werke würden durch Klänge in Bewegung versetzt. Und schließlich sind da noch seine Fische „im Golfstrom“. Wobei die stromlinienförmige Gestaltung dem Betrachter durchaus das Gefühl von Bewegung vermittelt.

Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. Mit dieser Weisheit spielt Bri Lapke. So beeindrucken ihre aus massivem Stein und grazilen Federn komponierten Arbeiten. Das ist der eine Schwerpunkte ihrer Präsentation. Zudem widmete sie sich dem sogenannten Raku-Brand: „Dabei handelt es sich um eine japanische Brenntechnik, bei der die Objekte 1000 Grad Celsius heiß aus dem Ofen kommend weiter behandelt werden.“ Gearbeitet werde mit einem speziellen Ton, „der diesen Temperaturschock verträgt“.

Die vierte im Bunde entführt ihre Gäste auf den „Planeten Malus“. Sabine Klupsch hat sich dem Material Holz verschrieben und erläutert ihre Arbeit: „Aus dem Stamm eines Apfelbaums projizieren sich Landschaftsbilder, Körperpartien und hölzerne Wesen an die Wand.“ In der Detailbetrachtung entwickelten sich Astansätze zu Gipfeln einer Gebirgskette. Die Faszination an der Formensprache des Gewachsenen zieht sich so durch die Arbeiten der Bildhauerin.

Zum Thema

Die Ausstellung der vier Künstler findet statt am Samstag und Sonntag (30. und 31. März) jeweils von 10 bis 18 Uhr in der Bildhauerwerkstatt Rolf Stahr, Rüschhausweg 270. Die Künstler stehen für Informationen bereit.

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