Gievenbecker Ortsmitte
Neues Gesicht für das Zentrum

Münster-Gievenbeck -

Umbau der Gievenbecker Ortsmitte: Zum einen soll der so genannte „kleine Rüschhausweg“ auf die Von-Esmarch-Straße verschwenkt werden, zum anderen wird ein neuer Platz entstehen, der die Aufenthaltsqualität erhöhen soll. Autofahrern indes werden möglicherweise Sorgenfalten nicht erspart bleiben.

Mittwoch, 05.06.2019, 18:14 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 18:24 Uhr
So soll sich künftig die Ortsmitte Gievenbecks präsentieren. Über die geplante Umgestaltung informierten (kl. Foto v.l.) Stephan Brinktrine (Bezirksbürgermeister), Ina Schauer (Architekturbüro „Pesch Partner“) sowie Andreas Kurz und Daniel Beck (beide Stadtplanungsamt.
So soll sich künftig die Ortsmitte Gievenbecks präsentieren. Über die geplante Umgestaltung informierten (kl. Foto v.l.) Stephan Brinktrine (Bezirksbürgermeister), Ina Schauer (Architekturbüro „Pesch Partner“) sowie Andreas Kurz und Daniel Beck (beide Stadtplanungsamt. Foto: Kay Böckling (Quelle Pesch Partner)

„Das ist eine tolle Entwicklung“, meinte Stadtplaner Andreas Kurz bei der Vorstellung der Pläne für das Gievenbecker Zentrum. Ina Schauer vom Dortmunder „Pesch Partner“-Architekturbüro enthüllte Details für die Mitte des Stadtteils, die wesentliche Veränderungen bedeuten.

Zum einen soll der so genannte „kleine Rüschhausweg“ auf die Von-Esmarch-Straße verschwenkt werden, zum anderen wird ein neuer Platz entstehen, der die Aufenthaltsqualität erhöhen soll. Autofahrern indes werden möglicherweise Sorgenfalten nicht erspart bleiben.

Volles Haus im Lukas-Zentrum: Die Gievenbecker brannten darauf, die Pläne für das Gievenbecker Zentrum aus erster Hand zu erfahren. Schon im Jahr 2015 hatte es ein Bürgerbeteiligungsverfahren gegeben, in dem auch die nun präsentierten Vorstellungen bereits im Ansatz diskutiert wurden. Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine gab sich nun zuversichtlich: „Ich glaube, jetzt wird es was.“ Und in der Tat: Ina Schauer geizte nicht mit Details, die aber nicht alle unumstritten waren.

Über den so genannten „Thierseschinken“, also den Parkplatz vor der Sparkasse, soll der „kleine Rüschhausweg“ direkt auf die Von-Esmarch-Straße führen. Dadurch besteht die Möglichkeit, einen neuen Aufenthaltsplatz vor dem Bereich der Eisdiele zu schaffen.

Der Planungsbereich ist jedoch größer. Er beginnt bereits am Enschedeweg, der in die Von-Esmarch-Straße mündet. Die soll in der Breite wesentlich verkleinert werden, von jetzt etwa siebeneinhalb auf dann sechs Meter. In beiden Fahrtrichtungen sind zwei Meter breite Radwege geplant. Die Bushaltestelle am Kirchplatz der St.-Michael-Kirche, so erläuterte Schauer, solle nach Südosten verlegt werden. Auch wenn der Kirchplatz im wesentlichen unverändert bleibt, so entsteht zusammen mit dem neuen Platz ein einheitlicheres Areal.

Alle Bereiche, ob für Fußgänger, Radfahrer oder Autoverkehr vorgesehen, erhalten eine ähnliche Pflasterung. Barrierefreiheit soll ebenfalls gewährleistet sein. Die Fußgängerampeln, so die Fachfrau, würden erhalten bleiben. Und, trotz mancher Befürchtung: Der kleine Rüschhausweg wird auch in Zukunft befahrbar sein, ebenso wie der Arnheimweg, der keine Sackgasse wird, stellte Daniel Beck vom Stadtplanungsamt klar.

Aber: Es findet eine Verkehrsberuhigung statt. Die Geschwindigkeitsbegrenzung wird dann bei 20 Stundenkilometern liegen. Und: Die Zahl der Stellplätze nimmt im beträchtlichen Maße ab. Während im Planungsbereich gegenwärtig 57 Parkplätze existieren, werden es dann nur noch 39 sein. „Im Zweifelsfall haben Radfahrer und Fußgänger Vorrang“, so Brinktrine.

„Die Reduzierung der Parkplätze bereitet mir erhebliche Kopfschmerzen“, meinte Alfons Rensing von der Interessengemeinschaft Ortskern Gievenbeck (IOG). Er und Mechthild Neuhaus von der Ortsunion schlugen vor, zumindest am „großen“ Rüschhausweg weitere Parkflächen zu schaffen. Ein Anwohner meinte: „Hier kaufen viele ältere Leute ein. Wenn es für die keine Parkplätze mehr gibt, sind sie auf Essen auf Rädern angewiesen.“ Beate Kretzschmar von der SPD-Fraktion der Bezirkvertretung West befürchtete wiederum „wildes Parken“ der Autofahrer.

Andere gaben zu bedenken, dass durch das Oxford-Quartier erheblich mehr Verkehr zu erwarten wäre, und dies offenbar in den Planungen nicht berücksichtigt worden sei. Einige schlugen vor, das zu erwartende „Chaos“ durch eine Einbahnregelung am Arnheimweg zu entzerren.

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