Kamerun-Treffen in Gievenbeck
Kontakte stehen im Vordergrund

Münster-Gievenbeck -

Rund 3000 Teilnehmer aus ganz Deutschland und dem Ausland zog es am Wochenende zum Kamerun-Treffen nach Münster. Das kunterbunte Stelldichein fand auf dem Sportgelände des 1. FC Gievenbeck statt.

Montag, 10.06.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 12.06.2019, 18:38 Uhr
Zahlreiche Gäste hatten sich zum Kamerun-Treffen auf der Sportanlage des 1. FC Gievenbeck eingefunden, darunter auch (v.l.) Dr. Madarad Kabanda von der Afrika-Kooperative Münster, Annika Klappert (ESG-Pfarrerin), Bürgermeisterin Karin Reismann, FC-Vorsitzender Jörg Rüsing, CDU-Ratsherr Richard Michael Halberstadt und Nadine Pantel (International Office FH Münster). Zwei Teilnehmerinnen (M.) schwenkten die Kamerun-Flagge.
Zahlreiche Gäste hatten sich zum Kamerun-Treffen auf der Sportanlage des 1. FC Gievenbeck eingefunden, darunter auch (v.l.) Dr. Madarad Kabanda von der Afrika-Kooperative Münster, Annika Klappert (ESG-Pfarrerin), Bürgermeisterin Karin Reismann, FC-Vorsitzender Jörg Rüsing, CDU-Ratsherr Richard Michael Halberstadt und Nadine Pantel (International Office FH Münster). Zwei Teilnehmerinnen (M.) schwenkten die Kamerun-Flagge. Foto: Maria Conlan

Zum ersten Mal kamen Kameruner aus ganz Deutschland zu ihrem Jahrestreff nach Münster. Organisiert wurde er vom Verein Challenge Camerounais. Der Sportpark des 1. FC Gievenbeck war für die 3000 Afrikaner ein genialer Ort – mit großen Sportplätzen für Fußballwettkämpfe und rundum genug Raum für Begegnung, Tanz, Musik, Weiterbildung und Feiern.

Sie reisten von Nord und Süd, Ost, West, ja sogar aus Brüssel an. Samstagvormittag, vor Beginn der Sportwettkämpfe, gab es die feierliche Eröffnung mit kleiner Parade, Nationalhymne und Grußworten. Bürgermeisterin Karin Reismann empfahl den Gästen, auch Münster als Stadt zu genießen. Sie berichtete, dass hier 129 Kameruner leben, davon 74 Männer, über die Hälfte unter 30 Jahre alt, meist Studierende. FC-Vorsitzender Jörg Rüsing äußerte seinen Stolz, die Afrikaner zu Gast zu haben und wünschte ihnen „Bonne Chance“ für ihr Fest.

Gleich am Eingang zum Sportpark boten Stände Informationen über Migration oder Krankenversicherung. Verkaufsstände lockten mit Kosmetika, Schmuck, Spezialitäten. Daneben roch es verlockend nach gegrilltem Fisch, Fleischspießen und Kochbananen. Von der Bühne erklangen Livemusik und Beiträge zum Gesangswettbewerb. Über das gesamte Areal verteilt bildeten sich immer wieder kleine Menschengruppen. Es wurde viel erzählt, gemeinsam gelacht, getanzt, gegessen, und es wurden Kontakte geknüpft, wobei die Verständigung meist auf Französisch ablief.

Der anfangs graue Himmel tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Im Münsterland verteilt haben sich die Teilnehmer weit im Vorfeld Hotelzimmer gesucht, um dabei sein zu können. Schon seit 27 Jahren gibt es diese jährlichen Treffen. Jeder kümmert sich selbst um die Unterkunft, trägt die Reisekosten, so weit möglich.

Viele Kameruner kommen zum Studieren nach Deutschland: Ingenieure, Ärzte . . . In Kamerun gibt es zu wenig Berufschancen für Akademiker, da müssen sie oft nach dem Studium als Taxifahrer ihr Geld verdienen. Wenn sie in Deutschland mehr Erfolg haben, unterstützen sie finanziell ihre Familie. Nadine Pantel von International Office der Fachhochschule Münster, bestätigte, dass die Kameruner die größte Gruppe der Afrikaner an der Fachhochschule bilden. Die meisten studieren Chemie in Steinfurt.

Dass der Zeitplan sehr flexibel gehandhabt wurde, betrachteten sie mit Gelassenheit. „Die Europäer haben die Uhren, wir haben die Zeit“, sagte Mitorganisator Sylvain Djongue lächelnd.

Das Treffen hilft den Kamerunern in der Fremde gegen ihr Heimweh. Es begann mit einem Zusammensein und einem Fußballwettstreit, daraus wurde ein größeres Ereignis mit verschiedenen Sportwettbewerben und Gesangswettstreit. Weiterbildungsvorträge gaben zudem Tipps fürs richtige Bewerben oder für Wege zur Selbstständigkeit. Doch im Vordergrund des Treffens stehen die Kontakte und Begegnungen, das war auch am Wochenende spürbar.

Zudem wurden Spenden gesammelt für bedürftige Landsleute sowie für direkte Hilfe im Heimatland, sei es durch Wiederaufbau zerstörter Schulen, Waisenhäuser und Krankenhäuser in Krisengebieten. Den passenden Abschluss dafür bildete am Sonntag der große „Charity Ball“ in der Gievenbecker Sporthalle.

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