Pfarrer Stötzel hat Lukasgemeinde bereits verlassen
Neuer Seelsorger dringend gesucht

MÜNSTER-GIEVENBECK -

In Gievenbeck fehlt plötzlich ein evangelischer Pfarrer. Was ist passiert?

Donnerstag, 20.06.2019, 05:30 Uhr aktualisiert: 21.06.2019, 18:40 Uhr
Bereiten sich auf einen Nachfolger für Pfarrer Stephan M. Stötzel vor (v.l.): Pfarrer Dr. Dirk Dütemeyer, Superintendent Ulf Schlien, Baukirchmeister Oliver Boelke und Pfarrerin in Probezeit Judith Schäfer.
Bereiten sich auf einen Nachfolger für Pfarrer Stephan M. Stötzel vor (v.l.): Pfarrer Dr. Dirk Dütemeyer, Superintendent Ulf Schlien, Baukirchmeister Oliver Boelke und Pfarrerin in Probezeit Judith Schäfer. Foto: sn

Plötzlich ging alles ganz schnell. Pfarrer Stephan M. Stötzel ist nicht mehr in der evangelischen Lukasgemeinde tätig. „Wir haben die Freigabe der Pfarrstelle beantragt“, sagt Pfarrer Dr. Dirk Dütemeyer . Er hofft, dass sie noch zum Ende des Jahres besetzt werden kann. Was steckt hinter dem Vorgang?

Gemeindegliedern war schon seit Längerem das Fehlen von Pfarrer Stötzel aufgefallen. Von einer längerfristigen Erkrankung war die Rede. „Wir wussten nicht, wie die Dinge stehen“, sagt Dütemeyer.“

Am 11. Juni nun habe das Presbyterium ein Schreiben von der Evangelischen Landeskirche Westfalen erhalten, wonach Pfarrer Stötzel mit Wirkung vom 15. Juni aus seiner Pfarrstelle heraus versetzt werde. Das sei aufgrund eines eigenen Antrages von Stötzel geschehen. Seinem Wunsch sei entsprochen worden. So wie er angeregt hatte, sei ihm ein allgemeinkirchlicher Auftrag übertragen worden. „Er ist in der Seelsorge einer Pflege- und Krankeneinrichtung tätig“, sagt Superintendent Ulf Schlien. Seine neue Stelle habe Stötzel bereits angetreten. Die Lukasgemeinde hat er verlassen.

Kinder- und Jugendarbeit

Er war seit 2003 in der Lukasgemeinde tätig. „Vieles hat sich in dieser Zeit zum Guten der Gemeinde entwickelt“, sagt Pfarrer Dütemeyer. Stötzel war für den Pfarrbezirk 1 tätig, der bis in die Innenstadt reicht. Dütemeyer betont aber, dass beide Pfarrer Verantwortung für die ganze Gemeinde übernommen hätten. Stötzel engagierte sich besonders in der Kinder- und Jugendarbeit. Pionierarbeit leistete er durch den von ihm initiierten Konfirmandenunterricht in der dritten Klasse. Diesen habe er intensiv entwickelt. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf verschiedenen Gottesdienstformen, etwa dem Taizé-Gottesdienst. Auch der Meditationskreis habe ihm am Herzen gelegen. „Wir waren eine unterschiedliche Doppelspitze, aber es hat funktioniert“, so Dütemeyer.

Das Presbyterium dankt in einer Stellungnahme Stötzel „für seinen Einsatz beim vielfältigen Dienst in der Gemeinde“. Für die weitere Zukunft wünsche es ihm „alles Gute und Gottes Segen“. „Wir haben gut zusammengearbeitet“, sagt Peter Hellbrügge-Dierks vom Presbyterium.

Keine Unterversorgung

Es gebe nun keine Unterversorgung in der Gemeinde, betont Superintendent Schlien. Judith Schäfer, die Pfarrerin in der Probezeit sei, befinde sich in der „finalen Ausbildungsphase“ und übernehme bereits Aufgaben in der Gemeinde. Sie stieß jüngst zum Seelsorgeteam. Die Seelsorgerin hat eine Vollzeitstelle, die sie mit 75 Prozent in der Lukasgemeinde und mit 25 Prozent im Kirchenkreis absolviert.

Darüber hinaus soll aber auch Stötzels Pfarrstelle neu besetzt werden. Die Zustimmung der Kirchenleitung sei Formsache, sagt der Superintendent. Nach der öffentlichen Ausschreibung, die Ende Juni erfolgen soll, werde das Presbyterium eine Vorauswahl treffen.

Probegottesdienste

Wie in solchen Fällen üblich, werden dann die ausgewählten Bewerber zu Probegottesdiensten geladen. Danach entscheidet das Presbyterium. Aber: „Es empfiehlt sich, mit großen Ohren durch die Gemeinde zu gehen“, so Schlien. Denn die Aufgaben sind groß. Dütemeyer nennt drei von ihnen: die Überarbeitung des Gemeindeleitbildes, der Gemeindeaufbau und den Neubau des Kirchenzentrums auf dem Oxford-Areal.

Es gibt also viel zu tun. Und dann ist da noch die Frage: Wird es noch eine offizielle Möglichkeit für die Gemeindeglieder geben, einige persönliche Worte mit Stötzel zu wechseln? Wahrscheinlich ist das nicht: „Er möchte in aller Ruhe Abschied nehmen“, so der Superintendent.

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