Pfarrer Dierkes verlässt Pfarrei Liebfrauen-Überwasser
„Er war für jedermann da“

Münster--Gievenbeck -

Mit einem Gottesdienst in der St.-Michael-Kirche verabschiedete sich Pfarrer Hans-Werner Dierkes nach 21 Jahren aus der Pfarrei Liebfrauen-Überwasser. Das Gievenbecker Gotteshaus war voll besetzt.

Sonntag, 23.06.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 25.06.2019, 17:24 Uhr
Pfarrer Hans-Werner Dierkes hielt seinen Abschiedsgottesdienst in der Gievenbecker St.-Michael-Kirche.
Pfarrer Hans-Werner Dierkes hielt seinen Abschiedsgottesdienst in der Gievenbecker St.-Michael-Kirche. Foto: sn

„Gievenbeck ist ein Stück Heimat geworden“, meinte Pfarrer Dr. Hans-Werner Dierkes . „Der Abschied fällt mir wahrlich nicht leid.“ Beim letzten Gottesdienst des Geistlichen für die Pfarrei Liebfrauen-Überwasser war zu spüren: Wehmut und zugleich Dankbarkeit für 21 Jahre bewegten Dierkes, aber auch die Mitglieder der Pfarrei. Am Ende hielten die Kirchenbesucher geschlossen „Danke“-Schilder hoch und spendeten rasenden Beifall.

Viele Menschen waren in die St.-Michael-Kirche geströmt. Etliche verbinden wichtige Lebensstationen mit Dierkes. Allein 2000 erste Kommunionen habe er begleitet, so Dierkes. Auch etliche Mitglieder der örtlichen Vereine zeigten ihre Verbundenheit und schickten Fahnenabordnungen oder wechselten persönliche Worte. „Ich war gerne Pfarrer in dieser pluralen, fordernden, lebendigen, bunten und vielfältigen Pfarrei“, sagte Dierkes: „21 Jahre durfte ich mit Ihnen Glauben und Leben teilen.“

Nicht sich selbst stellte Dierkes bei diesem Gottesdienst in den Mittelpunkt, sondern den Glauben. Eine einfache Zeit für Christen habe es nie gegeben, meinte der Geistliche, weder im Urchistentum, noch in den 50er-, 60er- und 70er-Jahren als die Kirchen noch voll gewesen seien, und auch heute nicht. Es gelte, den Glauben in der gegenwärtigen Situation zu gestalten. Er dankte in diesem Zusammenhang allen, die sich engagierten, und machte keinen Unterschied dabei, ob es sich um Ehrenamtliche, Seelsorger oder Mitarbeiter der Pfarrei handelte.

Viel hat sich verändert, seit Dierkes 1998 in Gievenbeck in der damaligen St.-Michael-Gemeinde seine Tätigkeit aufgenommen hatte. Zunächst fusionierte St. Michael mit der Liebfrauen-Überwasser-Gemeinde, im März 2014 folgte der noch größere Zusammenschluss mit den Gemeinden St. Sebastian und St. Theresia. „Fusionsbedingte Ängste“ habe es damals gegeben, sagte Dierkes nun, nämlich sich auf Veränderungen einstellen zu müssen. Das habe ihn so manche schlaflose Nacht gekostet.

Das Zusammengehen, das damals leidenschaftlich diskutiert wurde, scheint zur Selbstverständlichkeit geworden zu sein: Pfarreimitglieder aus Nienberge, der Innenstadt und Sentrup waren neben den Gievenbeckern in der vollbesetzen Kirche zu sehen.

Abschied, so hieß es, sei auch Neubeginn. Domdechant Norbert Kleyboldt wünschte für die Zukunft, dass die Gläubigen die „Zeichen der Zeit“ erkennen und das, was die Menschen bewege. Ortspolitiker Richard-Michael Halberstadt dankte Dierkes, er habe diese Pfarrgemeinde geprägt. Sie sei durch „Offenheit“ gekennzeichnet: Dierkes habe sich für alle Menschen eingesetzt, unabhängig von Kultur und Herkunft: „Er war für jedermann da.“

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