Johannes-Hospiz organisiert Hilfstransport
100 Betten für die Ukraine-Hilfe

Münster-Gievenbeck -

Es ist schon eine Mammut-Aufgabe, die sich das Johannes-Hospiz da selbst auferlegt hat: 100 mechanische Betten und ebenso viele Nachttische werden an diesem Donnerstagmorgen an einer Lagerhalle auf dem ehemaligen Oxford-Kasernengelände auf drei riesige Lkw verteilt.

Donnerstag, 27.06.2019, 15:52 Uhr aktualisiert: 28.06.2019, 18:34 Uhr
UKM-Pflegedirektor Thomas van den Hooven (r.) übergab die Schenkungs-Urkunde über die 100 Betten samt Tischen und sonstigem Material an Johannes-Hospiz-Geschäftsführer Ludger Prinz.
UKM-Pflegedirektor Thomas van den Hooven (r.) übergab die Schenkungs-Urkunde über die 100 Betten samt Tischen und sonstigem Material an Johannes-Hospiz-Geschäftsführer Ludger Prinz. Foto: Kay Böckling

Voll beladen macht sich der Hilfstransport auf den Weg in die Ukraine, wo er nach rund 1600 gefahrenen Kilometern nach gut fünf Tagen ankommen soll.

An den Uni-Kliniken bis zum Jahr 2015 genutzt, genügte das Inventar – und hier insbesondere die 100 mechanischen Betten – nicht mehr dem heutigen Standard am UKM . Aus diesem Grund wurde es in den ehemaligen Fahrzeughallen des Kasernengeländes zwischengelagert. „Wir haben dann bei verschiedenen caritativen Einrichtungen gefragt, ob Bedarf an solchen mechanischen Betten besteht, damit sie nicht einfach verschrottet werden müssen“, so Thomas van den Hooven, Pflegedirektor beim UKM. Schließlich befänden sich die Betten in einem einwandfreien Zustand.

Wie es der Zufall wollte, war Ludger Prinz , Geschäftsführer des Johannes-Hospizes, just zu dem Zeitpunkt, als ihn der Anruf ereilte, im Begriff, ein Projekt „Hilfe für die Ukraine“ zu realisieren. Vor Ort hatte er bei einer Informationsreise nämlich erfahren, dass es sowohl im dortigen Hospiz „Iwano-Frankiwsk“ als auch in Krankenhäusern in der Umgebung an Krankenhaus- und Pflegebetten mangelte. „Ein wunderbarer Zufall, der jetzt zu diesem tollen Ergebnis führte“, sagte denn auch Sabine Lütke Schwienhorst, beim Johannes-Hospiz verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit, mit Blick auf den Hilfstransport.

Während die Betten am UKM ausgemustert wurden, haben sie in der Ukraine laut Thomas van den Hooven einen enormen „ideellen Wert“, denn: „Dort werden sie dringend benötigt und solche Betten sind durchaus auch noch in anderen Häusern in Deutschland in Betrieb.“ Die Betten seien noch voll funktionsfähig: „Man hat uns signalisiert, dass sie in der Ukraine gute Dienste tun und helfen.“

Umsonst ist dieser Hilfstransport natürlich nicht. So schlägt allein jeder Lkw samt Fahrer mit 2600 Euro zu Buche. Da das Johannes-Hospiz noch weitere solcher Aktionen plant – so hat beispielsweise die St.-Franziskus-Stiftung in Münster ähnliche Bettenspenden angekündigt – sind der Verantwortlichen auf der Suche nach Unterstützern.

„Vielleicht gibt es in Münster ja Menschen, die genau diese Aktion unterstützen möchten und denen können wir versichern: Das Geld wird nur für diesen Transport ausgegeben“, sagt Ludger Prinz. Er selbst beziffert die Kosten für den aktuellen Transport auf rund 20 000 Euro – finanziert aus Spenden. Weitere Transporte sollen folgen.

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Wer diesen sowie weitere Hilfstransporte unterstützen möchte, kann spenden. Spendenkonto: Darlehenskasse Münster; IBAN: DE30 4006 0265 0002 2226 00; Stichwort: „Hilfe für die Ukraine“.

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