Bushaltestelle Gescherweg
Barrierefrei – doch ohne Sitzbank

Münster-Gievenbeck -

Eine barrierefrei ausgebaute Bushaltestelle ohne Sitzgelegenheit - gerade gerade mobilitätsbeeinträchtigte Menschen dürfte das ein Dorn im Auge sein. Doch Abhilfe wird versprochen.

Freitag, 19.07.2019, 18:12 Uhr
Der barrierefreie Ausbau der Bushaltestelle „Gescherweg B“ ist abgeschlossen – fast. Was fehlt, ist ein Wartehäuschen samt Sitzgelegenheit.
Der barrierefreie Ausbau der Bushaltestelle „Gescherweg B“ ist abgeschlossen – fast. Was fehlt, ist ein Wartehäuschen samt Sitzgelegenheit. Foto: Kay Böckling

Die Dauerbaustelle an der Bushaltestelle „Gescherweg B“ an der Hensenstraße in Fahrtrichtung Rüschhausweg sorgte monatelang für Gesprächsstoff. Die Arbeiten zogen sich länger hin, als es die Stadt Münster zunächst plante. Doch nun sind die Arbeiten abgeschlossen, die entsprechende Haltestelle ist barrierefrei ausgebaut – fast.

Denn: Ein kleines aber entscheidendes Detail fehlt: Trotz der Barrierefreiheit sind gerade mobilitätsbeeinträchtigte Menschen vergeblich auf der Suche nach einer Sitzgelegenheit. Ein entsprechendes Wartehäuschen samt Sitzgelegenheit ist schlichtweg nicht vorhanden. Wird da etwa der Begriff „barrierefrei“ ad absurdum geführt?

Der Stadt Münster war und ist dieses Manko bereits bekannt, wie ein Vertreter aus dem Tiefbauamt mitteilte. Allerdings ist in diesem Fall nicht die Stadt Münster dafür verantwortlich, an betreffender Stelle eine Buswartehalle zu installieren, sondern die Wall GmbH mit Hauptsitz in Berlin, die für die Bewirtschaftung zahlreicher Wartehäuschen im Stadtgebiet verantwortlich zeichnet. So auch für die Haltestelle Gescherweg.

Auf Anfrage dieser Zeitung setzte sich der Mitarbeiter des Tiefbauamts erneut mit der „Wall GmbH“ in Verbindung. Und die Verantwortlichen sicherten zu, ein entsprechendes Wartehäuschen samt Sitzgelegenheit in Kürze zu installieren. Betreffende Haltestelle war in der Vergangenheit übrigens seit jeher mit einer Wartehalle bestückt.

Auf Anfrage in Berlin sicherte die Wall-Pressestelle zu, das entsprechende Wartehäuschen in der 32. Kalenderwoche – sprich in der Zeit vom 5. bis zum 10. August – an der Bushaltestelle „Gescherweg B“ aufzustellen. „Es bestand ein Lieferengpass bei einem unserer externen Zulieferer“, so Wall-Sprecher Christian Knappe. Die Installation könne bis zu fünf Tage dauern: „Die Wartehalle wird vormontiert auf einem Betonfundament angeliefert und in einem Stück in die Erde gesetzt. Danach erfolgen nur noch kleinere Montagearbeiten.“

Nach Auskunft von Grit Hecht vom städtischen Tiefbauamt gibt es im Stadtgebiet 693 Buswartehäuschen. Doch nicht alle werden von der Wall GmbH bewirtschaftet: derer sind es 429. 239 Haltestellen liegen in städtischer Verantwortung, 15 in privater Hand sowie zehn in Zuständigkeit der Stadtwerke.

Die Überlassung der Verantwortlichkeit an die Wall GmbH ist vertraglich seit 2009 geregelt. Sie übernahm damals die Verantwortlichkeit von der „Ströer Media“, ein nach eigenen Angaben „führender deutscher Außenwerber“. Grundlage für die Standortwahl waren nach Aussage von Grit Hecht Ortstermine mit der Stadt, dem Unternehmen Ströer Media sowie den Stadtwerken, um eine gewisse Werbewirksamkeit auszumachen. Und als „Wall“ die Bewirtschaftung übernahm, galt das auch für die betreffenden Haltestellen.

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