Knotenpunkt Roxeler Straße/Oxford-Quartier
Kein Radweg: Vorschlag abgelehnt

Münster-Gievenbeck -

Radverkehr contra Kraftverkehr – eine Kontroverse, die auch die Diskussionen um die Planungen des neuen Knotenpunkts „Oxford-Kaserne / Roxeler Straße“ in der Bezirksvertretung (BV) Münster-West bestimmte.

Freitag, 30.08.2019, 16:52 Uhr aktualisiert: 01.09.2019, 18:26 Uhr
Dieser Knotenpunkt soll verkehrstechnisch überplant werden. Doch die Kommunalpolitiker in der BV West erteilten den Vorschlägen aus der Fachverwaltung eine Absage.
Dieser Knotenpunkt soll verkehrstechnisch überplant werden. Doch die Kommunalpolitiker in der BV West erteilten den Vorschlägen aus der Fachverwaltung eine Absage. Foto: Kay Böckling

Geht es nach dem Stadtbezirksparlament, so muss das Amt für Mobilität und Tiefbau seine Gestaltungsvorschläge für diesen Bereich komplett überdenken. Doch das letzte Wort in dieser Angelegenheit spricht der Planungsausschuss, der am Donnerstag (5. September) ab 17 Uhr im Stadthaus 3 tagt.

Zum Hintergrund der jüngsten Diskussionen in der BV: Die Haupterschließung des Oxford-Quartiers soll über die Roxeler Straße erfolgen. Eine Umgestaltung im Bereich des Haupttores ist unumgänglich. Dazu soll eine weitere Ampelanlage installiert werden. Es wäre die sechste zwischen der Albert-Schweitzer-Straße und dem Stadtbereichszentrum. Um der befürchteten Staubildung vorzubeugen, möchte das Tiefbauamt die jeweiligen Anlagen auf die sogenannte Grüne Welle schalten.

Was allen Kommunalpolitikern allerdings fehlte, ist die aus ihrer Sicht mangelhafte Berücksichtigung des Radverkehrs – auch im Hinblick auf die vorgesehene Veloroute Richtung Coesfeld. Die SPD hatte sich ohnehin schon im Frühjahr dafür eingesetzt, einen neuen und durchgängigen Radweg auf der südlichen Seite der Roxeler Straße zwischen Dingbängerweg und Albert-Schweitzer-Straße zu bauen. Dieser Antrag hat weiter Bestand.

Auch die CDU setzte sich für den Ausbau der Radverbindung zwischen Roxel und Münster ein – allerdings anders als die SPD in einer deutlich abgespeckten Version. „Der Eingriff in die Natur und Landschaft wäre zu groß“, so Fraktionsvorsitzender Peter Wolfgarten. Er befand aber auch: Ohne einen zusätzlichen Radweg werde der Radverkehr „ausgebremst“.

Wolfgartens Vorschlag: Ein zusätzlicher Radweg stadteinwärts beginnend in Höhe der ersten Ampelanlage bis zur Albert-Schweitzer-Straße. Die von Verkehrsplaner Guido Koops vorgetragenen Bedenken bezüglich des Lärmschutzwalls am Neubaugebiet Sentrup konterte Wolfgarten: „Man könnte den alten Teil der Roxeler Straße anbinden.“

Beate Kretzschmar kritisierte die städtischen Planungen als „Straßenbau von vorgestern“, der das Ziel der Veloroute völlig außer Acht lasse: „Sie bauen dort einen Gefahrenpunkt mit Ansage.“

Auch Brigitte von Schoenebeck (Bündnis 90/Die Grünen) befand: „Eine Veloroute muss schnell und breit sein.“ Ein Radweg auf nur einer Seite würde das verfolgte Ziel verfehlen: „Wir unterstützen den Antrag der SPD.“ Peter Koch-Tölken (FDP) empfahl, den Blick nach Holland zu werfen: „Dort verläuft der Radverkehr häufig getrennt vom Kraftverkehr.“

In einer Protokollnotiz bekräftigte die SPD erneut ihre Forderung zum Bau des großen Radwegs: „Der Bau des Radweges muss mit dem Ausbau des Knotenpunktes Roxeler Straße / Oxford-Kaserne erfolgen.“ Ihre Antwort auf den von der Verwaltung aufgeführten Platzmangel: ein schmalerer Radweg auf der Nordseite und somit Einrichtungsradweg. Auch der Grünstreifen könne schmaler gestaltet werden. Die Straße werde verschwenkt. „Außerdem wird auf Abbiegespuren stadtauswärts in den Feldweg gegenüber der Gievenbecker Reihe auf das Grundstücks des Kasinos verzichtet“.

Auch die CDU hatte eine Protokollnotiz auf Lager: Die Verwaltung möge prüfen, ob die von ihr abgespeckte Variante eines Radwegs realisierbar sei. Zudem wurde auf Anregung der CDU der folgende Satz aus dem Verwaltungsvorschlag gestrichen: „Eine komplette Planung dieser Veloroute wird zu einem späteren Zeitpunkt unter Berücksichtigung der schon vorhandenen Planung im Bereich der Kaserne erfolgen.“

Doch dann folgte die Absage der BV an den Verwaltungsvorschlag: Während die CDU der veränderten Vorlage zustimmen wollte, verwehrten SPD und Grüne eben jene Zusage. Bleibt die Frage, wie sich der Planungsausschuss in knapp einer Woche dazu positioniert.

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