Im Oxford-Quartier
Kontroverse Debatte um Schule

Münster-Gievenbeck -

Für eine kontroverse Debatte sorgten die städtischen Planungen, auf dem Areal der Oxford-Kaserne eine zweizügige Grundschule zu errichten. Aber nicht der Fakt als solches stand in der Kritik, sondern die Begleitumstände.

Sonntag, 29.09.2019, 18:06 Uhr
Als „Haus der Vereine“ firmierte das Uhrenturm-Gebäude bislang. Nun soll es zum Teil eine Schule beherbergen.
Als „Haus der Vereine“ firmierte das Uhrenturm-Gebäude bislang. Nun soll es zum Teil eine Schule beherbergen. Foto: Kéré Architecture

Es war ein heftiger politischer Gegenwind, der da Ludger Watermann vom städtischen Schulamt während der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Münster-West ins Gesicht blies. Soeben hatte er die städtischen Planungen für die künftige Teil-Nutzung des markanten Uhrenturm-Gebäudes für schulische Zwecke erläutert, da erntete er bereits herbe Kritik aus den Reihen der Kommunalpolitiker.

Wie berichtet, möchte die Stadt die denkmalgeschützte Immobilie in unmittelbarer Nachbarschaft des ehemaligen Exerzierplatzes in das Konzept einer neuen zweizügigen Grundschule integrieren. Dort sollen Verwaltungsräume sowie Räumlichkeiten für die Mittagsverpflegung (Küche und Mensa) untergebracht werden.

Zu den schärfsten Kritikern gehörte SPD-Fraktionschefin Beate Kretzschmar : „Es war der ausdrückliche Wunsch der Bürger in einem breit angelegten Beteiligungsprozess, dass dort ein Ort der Begegnung geschaffen wird.“ Bei der nun angedachten Nutzung sei besagter Beteiligungsprozess Makulatur: „Damit machen wir uns lächerlich.“

Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine erinnerte an einen Infoabend vor über vier Jahren, an dem sich auch Vertreter von 27 Vereinen beteiligt hätten. Die aktuellen Planungen bezeichnete er als „eine Katastrophe“. Auch Anke Pallas (Bündnis 90/Die Grünen) machte sich für die Interessen der Öffentlichkeit stark: „Dieses Haus der Vereine ist nicht der Wunsch dieser Bezirksvertretung, sondern der von den Bürgern formulierte Wille.“

Ludger Watermann konnte die Kritik durchaus nachvollziehen. Er verwies in diesem Zusammenhang aber auf den Bebauungsplan. Dieser weise für betreffenden Bereich die Nutzung „Vereine und Schule“ aus. Für die Beschränkung allein auf Vereinszwecke bedürfe es einer Änderung es B-Plans. Das dauere aber einige Monate.

Watermann gab zu bedenken, dass man sich bezüglich einer neu zu bauenden Schule in Zugzwang befinde. Schließlich müsse man mit dem Bezug der neuen Wohnungen im Quartier auch Grundschulplätze vorhalten.

Peter Hamann ( CDU ) bedauerte die Entwicklung: „Wie haben bezüglich des B-Plans seinerzeit nicht aufgepasst.“ Seine Fraktion formulierte ergo eine Protokollnotiz. Darin heißt es unter anderem: „Durch die Schule wird, wie im Bebauungsplan festgelegt, nahezu die Hälfte der Nutzungsfläche des Uhrenturm-Gebäudes in Anspruch genommen.“ Vereine und Verbände befürchteten nun, dass ihre Interessen zu kurz kämen, die Verwaltung „Zug um Zug weitere Flächen belegt“. Die CDU rege daher an, so wie bereits beantragt, „schnell ein mit den Vereinen, Verbänden und Bürgern abgestimmtes Nutzungskonzept für das Uhrenturm-Gebäude zu entwickeln“.

Der SPD ging das nicht weit genug: Sie forderte in einem Antrag, die Grundschule ohne Nutzung des Uhrenturm-Gebäudes zu errichten. Für schulische Zwecke ließe sich ein anderes Gebäude nutzen. Der Antrag der SPD wurde mit Stimmen von CDU und FDP abgelehnt. Anschließend stimmten die Kommunalpolitiker über den gesamten Vorschlag der Verwaltung (hier des Schulamts) ab. Erwartungsgemäß stimmten SPD und Grüne gegen die Vorschläge des Schulamts. CDU und FDP votierten dafür. Interessant: Auch der Sportausschuss, der parallel tagte, kritisierte die Vorlage und sah die Belange des Sports nicht hinlänglich berücksichtigt. Entscheiden soll der Rat in der Sache am 9. Oktober.

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