Gievenbecker Apfelernte
Presser trotzen der Technik-Panne

Münster-Gievenbeck -

Das war dann doch ein wenig zu viel für die Technik: Gegen 15.30 Uhr versagten bei der Gievenbecker Apfelernte die Instrumente, die für die notwendige Erhitzung des frisch gepressten Safts zuständig sind.

Montag, 07.10.2019, 17:30 Uhr aktualisiert: 10.10.2019, 18:24 Uhr
Alfons Egbert (2.v.r.), der Leiter vom Fachwerk Gievenbeck, und Landschaftsökologin Veronika Heinringhoff Campos (vorne l., kniend) konnten viele Apfelbaumbesitzer begrüßen, die ihre Früchte zu Saft pressen wollten
Alfons Egbert (2.v.r.), der Leiter vom Fachwerk Gievenbeck, und Landschaftsökologin Veronika Heinringhoff Campos (vorne l., kniend) konnten viele Apfelbaumbesitzer begrüßen, die ihre Früchte zu Saft pressen wollten Foto: sn

Nach einer Reparaturpause ging es dann aber doch weiter. „Es sind dann doch über fünf Tonnen Äpfel zu Saft gepresst worden“, zog Alfons Egbert als Leiter des Fachwerks als Chef-Organisator der Apfelernte ein positives Fazit.

Um 9 Uhr morgens sei der erste Saft geflossen, konnte Egbert zufrieden verkünden. Die Pressmaschine, professionell bedient von Norbert Menke , hatte am Sonntag noch einiges vor sich. 40 Gievenbecker hatten die Möglichkeit der Voranmeldung genutzt. Und los ging es.

Die neueste Auflage der „Gievenbecker Apfelernte“ startete recht kühl, aber trocken. Zeit, sich durch Arbeit warm zu halten. Da waren einmal die Apfelbaumbesitzer, die ihre Früchte zum Ort des Geschehens trugen, und da waren natürlich die Mitarbeiter von „Obst auf Rädern“, die die Äpfel durch die Presse jagten, bis der schmackhafte Saft herauskam.

„Ganz unterschiedliche Menschen sind heute hier“, erklärte Landschaftsökologin Veronika Heinringhoff Campos, die das Event gemeinsam mit dem Fachwerk und der Stadt Münster auf die Beine stellte. Früh morgens seien eher Ältere dort, später kämen die jungen Familien. Besonders die Kinder interessierten sich dafür, wie aus der Frucht der Saft entsteht.

Und das geht so: Zunächst werden die faulen Äpfel aussortiert. Die guten können dann gewaschen und geschreddert werden. Diese „Maische“ wird dann durch Tücher gepresst, es handelt sich um eine so genannte „Packpresse“. Anschließend geht es für den frischen Saft weiter zum Pasteurisator. Hier wird der Apfelsaft auf 80 Grad erhitzt. Das tötet Bakterien ab. So warm wird der Saft dann auch abgefüllt. Bis zur Apfelernte 2020 sei er ungeöffnet ohne spezielle Kühlung haltbar, so Alfons Egbert. Geöffnet ist er immerhin noch für sechs Wochen zu genießen.

Nach dem Pressvorgang bleibt der „Trester“ übrig, der auch noch weiter verwendet werden kann. Landwirt Norbert Kreuzheck aus Gievenbeck verfüttert ihn an seine Schweine. Der Biokreislauf schließt sich damit.

Das sei auch Ziel der „Gievenbecker Apfelernte“ gewesen, erläuterte Heinringhoff Campos: „Die Apfelbaumbesitzer sollten nichts in die Tonne werfen, damit es die Müllabfuhr wegbringt, sondern darauf aufmerksam werden, dass es noch eine andere Möglichkeit gibt: nämlich das eigene Obst zu Saft zu pressen.“ Übrigens: Wer gleich mehrere Apfelsorten gleichzeitig verarbeiten ließ, der hatte am Ende einen ganz besonders schmackhaften Saft.

Passend dazu war der vegetarische Mittagstisch des Fachwerks: Dort gab es nämlich Reibeplätzchen mit Apfelmus.

Das Ergebnis der „Gievenbecker Apfelernte“wird jetzt genau analysiert. Die Literzahl wird das Fachwerk in wenigen Wochen bekanntgegeben.

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