Seniorentreff „Spätlese“
300 Stufen zum Arbeitsplatz

Münster-Gievenbeck -

Münsters Türmerin schaute vorbei: Beim ökumenischen Seniorennachmittag im Lukas-Zentrum gab Martje Saljé Einblick in ihren Berufsalltag hoch droben über den Dächern Münsters.

Sonntag, 06.10.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 07.10.2019, 17:32 Uhr
Das Team der „Spätlese“ begrüßte die Türmerin Martje Saljé (vorne, M.).
Das Team der „Spätlese“ begrüßte die Türmerin Martje Saljé (vorne, M.). Foto: sn

Ihr Arbeitsplatz ist 300 Stufen hoch: „Zwei Stufen vor dem Turm und 298 Stufen im Turm“, sagte Martje Saljé , die Tümerin von Münster. Sie war zu Gast bei der „Spätlese“, dem ökumenischen Nachmittag für Senioren im Lukas-Zentrum. Die Zahl der Stufen in der Lambertikirche hat sie genau mitgezählt. Kein Wunder, sie muss sie sechsmal in der Woche hoch- und wieder runtergehen.

Seit fünf Jahren residiert Saljé hoch über den Dächern von Münster, und sie hat damit zugleich einen der ältesten Arbeitsplätze in der Stadt. Seit 1383 gibt es das Amt des Türmers, das vor Martje Saljé durchweg Männer innehatten. Ihre Aufgabe: In den Abendstunden jede 30 Minuten ein Signal abzugeben.

Dieses rituelle Hornblasen signalisiert der Stadt: Alles ist in Ordnung, die Menschen sind in Sicherheit. Diese Tradition setzt Saljé Nacht für Nacht fort. Nur dienstags hat die Türmerin frei. Dann gebe es keine Feinde, und auch Brände würden nicht ausbrechen, sagte Martje Saljé vor den Senioren bestimmt.

Ihr Studium der Geschichte und der Musik sei hilfreich für ihre Aufgabe, erklärte sie. Das vernahmen die Gievenbecker im Lukas-Zentrum mit eigenen Ohren. Martje Saljé stimmte des „Türmers Nachtgesang“ von Georg Thurmair an. Verstärkung bekam sie vom Organisten Otto Heim.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6986048?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F136%2F
Fußgänger verstarb an Unfallstelle
Autofahrer erfasst 76-Jährigen: Fußgänger verstarb an Unfallstelle
Nachrichten-Ticker