Familienfest schafft Verbindungen
„Marhaba“ heißt „Hallo“

Münster-Gievenbeck -

Im Pfarrheim St. Michael brachte ein Familienfest viele Menschen zusammen.

Sonntag, 24.11.2019, 19:34 Uhr aktualisiert: 26.11.2019, 17:48 Uhr
Beim „join!XXL“-Familienfest im Pfarrheim St. Michael trafen sich Menschen aus der ganzen Welt, um andere Familien kennenzulernen.
Beim „join!XXL“-Familienfest im Pfarrheim St. Michael trafen sich Menschen aus der ganzen Welt, um andere Familien kennenzulernen. Foto: sn

„Marhaba!“, sagt Burhan Obaid und streckt die Hand aus. Das ist Arabisch und heißt „Hallo“. Obaid setzt sich und erzählt aus seinem Leben. Er kommt aus Aleppo, einer stark umkämpften Stadt in Nordsyrien, auf die während des Bürgerkriegs immer wieder Bomben geworfen wurden. Für Obaid ist dieser Krieg inzwischen vier Jahre her. Seitdem ist er in Deutschland. Am Samstag ging er mit seiner Familie zum „join!XXL-Familienfest“. Um andere Familien kennenzulernen.

Initiator des Gievenbecker „join!-Projektes“ ist Bernd Brixius . „Es geht darum, dass sich Flüchtlingsfamilien und Stadtteilfamilien kennenlernen“, sagt er. „Join!“, das heiße: „Komm, mach mit!“ Genau das sei die Botschaft des Projektes, das anfangs sogar einmal in der Woche solche Treffen vorgesehen habe. Doch dafür gebe es keine ausreichenden Kapazitäten, weiterhin gibt es aber das ganz große Familienfest, eben „XXL“. Einmal im Jahr findet das statt, dieses Mal im St.-Michael-Pfarrheim.

Burhan Obaid ist jedes Mal dabei. Seit er hier ist, engagiert er sich in der internationalen Fahrradwerkstatt. Die Menschen in Münster seien „nett, freundlich und hilfsbereit“. Seine vier Kinder gehen zur Schule. Mit den Nachbarn verstehe er sich gut, und auch ganz praktische Dinge gefallen ihm: „Hier fährt alle zehn Minuten ein Bus.“

In Aleppo hat er mit Leder gearbeitet und zum Beispiel Damen-Handtaschen gefertigt. In Deutschland möchte er gerne eine Ausbildung machen, als Kfz-Mechatroniker. Er besucht die Berufsschule und schreibt Bewerbungen. Ein völliger Neuanfang für den 40-Jährigen. Deutsch beherrscht er inzwischen fast fließend. Er sei mit Studenten in Münster befreundet, mit denen übt er die deutsche Sprache.

Viele haben Familien, die bei der „join!“-Feier dabei sind. Doch es sind auch die Menschen angesprochen, die ohne Angehörige in Deutschland sind. Viel Werbung wurde im Stadtteil gemacht, auch Obaid hat Freunde angesprochen. Und so kamen wieder viele zusammen, aus ganz unterschiedlichen Nationen. Jeder bringe auch Speisen mit, sagt Brigitte von Schoenebeck vom Integrationsforum Münster. Es gebe ein internationales Kuchenbuffet. Nach Spiel und Tanz essen dann alle gemeinsam. Auch das schafft Verbindung.

Zunächst stellen sich aber alle im Kreis auf. „Begrüßungsspiele“ folgen, damit die Scheu vergeht. „Viele sind erstmal schüchtern, wenn sie jemanden Fremden kennenlernen sollen“, weiß Brixius, der es aber schnell schafft, dass das Eis bricht. Alle singen gemeinsam: „Schön, dass wir hier sind und nicht anderswo.“

Später packen die vielen Gäste eigene Instrumente aus, man hört Lieder aus aller Welt. „Hier entstehen Dinge“, sagt Brixius, aber: „Es muss auch einen Initiator geben.“ Das join!-Fest ist so ein Anlass, der Menschen zusammenführt. Und dabei ist es egal, von welchem Punkt dieser Erde jemand kommt.

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