Abschied nach 28 Jahren
Ein Abschied nach 28 Jahren

Münster-Gievenbeck -

Sie ist Ansprechpartnerin für Termine und Veranstaltungen. Wo es etwas rund um die Gemeinde Liebfrauen zu regeln gilt, ist sie zur Stelle. Die Rede ist von der Pfarrsekretärin Gertrud Gesenhues, die nach 28 Jahren geht. Mit ihr unterhielt sich unser Redakteur Kay Böckling.

Sonntag, 22.12.2019, 19:00 Uhr
Sie sagt nach 28 Jahren „Tschüs“: Pfarrsekretärin Gertrud Gesenhues.
Sie sagt nach 28 Jahren „Tschüs“: Pfarrsekretärin Gertrud Gesenhues. Foto: Kay Böckling

Sie als eine Institution zu bezeichnen, wäre fast schon untertrieben. Sie ist Ansprechpartnerin für Termine und Veranstaltungen. Wo es etwas rund um die Gemeinde Liebfrauen zu regeln gilt, ist sie zur Stelle. Die Rede ist von der Pfarrsekretärin Gertrud Gesenhues , die nach 28 Jahren geht. Mit ihr unterhielt sich unser Redakteur Kay Böckling .

Frau Gesenhues, nach 28 Jahren ist es Zeit zurückzublicken. Wie kamen Sie überhaupt nach Gievenbeck?

Gesenhues: Ich habe mich auf eine Stellenausschreibung in der Bistumszeitung Kirche und Leben beworben.

Und was haben Sie zuvor gemacht?

Gesenhues: Ich bin gelernte Einzelhandels-Kauffrau.

Wie kommt man dann auf die Idee, als Pfarrsekretärin zu arbeiten?

Gesenhues: Ursprünglich wollte ich mich beruflich verändern und plante eine Umschulung zur Bürokauffrau, die das Arbeitsamt aber nicht gefördert hat. Also habe ich mich anders orientiert. Da ich mich in meiner Heimatgemeinde ehrenamtlich im Pfarrgemeinderat und im Liturgieausschuss engagiert habe, konnte ich mir gut vorstellen, beruflich in einer Pfarrei tätig zu sein.

Welche Gemeinde war das?

Gesenhues: St. Mariä Himmelfahrt in Alstätte, das ist ein Ortsteil von Ahaus und liegt direkt an der holländischen Grenze.

Was muss man mitbringen im Job der Pfarrsekretärin?

Gesenhues: Eine kaufmännische Ausbildung ist erforderlich.

Wofür das?

Gesenhues: Man hat die Barkasse und unterschiedliche Konten zu führen.

Entschuldigen Sie die Unterbrechung, weiter zu den Voraussetzungen, die man mitbringen muss. . .?

Gesenhues: Hauptsächlich muss man gerne mit Menschen arbeiten wollen, mit Menschen aller Altersgruppen, aus den verschiedensten Lebensbereichen und Kulturen. Man muss bereit sein, an Fortbildungen teilzunehmen, etwa im Kirchenrecht und IT-Bereich.

Sie sagten gerade, Sie kommen aus Altstätte. War Ihr beruflicher Wechsel mit einem Umzug verbunden?

Gesenhues: Der damalige Pfarrer Michael Scharf wünschte sich eine Präsenzpflicht vor Ort, das heißt: Ich sollte innerhalb der Gemeinde leben.

Pfarrer Scharf war Ihr erster kirchlicher Chef?

Gesenhues: Ja, er war mein erster Dienstvorgesetzter. Im Oktober 1998 kam dann Pfarrer Dr. Hans-Werner Dierkes.

Der Wechsel von Altstätte nach Gievenbeck, wie ist der Ihnen gelungen?

Gesenhues: Von Anfang an bin ich in Gievenbeck sehr freundlich aufgenommen und akzeptiert worden. Ich habe aktiv am Gemeindeleben teilgenommen und sehr schnell viele Menschen kennengelernt. Und mit Pfarrer Scharf und Pfarrer Dr. Dierkes habe ich sehr gute Dienstgeber gehabt. Beide haben mich selbstständig arbeiten lassen, und es war ein gutes und vertrauensvolles Miteinander.

Gibt es etwas, an das Sie sich gerne zurückerinnern?

Gesenhues: (denkt lange nach) Es gab vieles. Ein Beispiel: Eine große Kindergartengruppe kam zu meinem Geburtstag, und ich bekam einen großen, selbst gebastelten Papierblumenstrauß, den ich lange im Büro stehen hatte. Daneben gab es viele weitere Begegnungen und nette Menschen, die mir ihre Anerkennung auf unterschiedlichste Weise gezeigt haben.

Wann ist Ihr letzter Arbeitstag?

Gesenhues: Ende des Jahres. Ich gehe zum 1. Januar in den Ruhestand, werde aber in Absprache mit Pfarrer André Sühling, dem neuen leitenden Pfarrer, noch einige Stunden im Pfarrbüro in der Innenstadt arbeiten. Den Arbeitsplatz in Gievenbeck werde ich, bis auf Vertretungsdienste, komplett verlassen.

Warum?

Gesenhues: Im Hauptbüro ist eine Vollzeitstelle notwendig. Zudem wird die neue Pfarrsekretärin auch eine Büroleitung übernehmen.

Was werden Sie vermissen, wenn Sie das jetzt überhaupt schon sagen können?

Gesenhues: Das lebendige Gemeindeleben und die Begegnung mit den Menschen aller Altersgruppen.

Gibt es eigentlich in Gievenbeck oder in der Gemeinde jemanden, der Sie nicht kennt?

Gesenhues: Och, das glaube ich schon. Dafür ist Gievenbeck zu groß.

Bleiben Sie Gievenbeck erhalten?

Gesenhues: Natürlich. Hier in Gievenbeck ist meine Heimat, hier leben meine Freunde, und ich arbeite ja noch weiter in der Pfarrei, nur eben mit weniger Stunden im Pfarrbüro in der Innenstadt.

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