Umgestaltung des Hauptschul-Geländes
In Gievenbeck entsteht ein „Wartburg-Quartier“

Münster-Gievenbeck -

Vom Denkmal zum neuen „Wartburg-Quartier“: Das Areal der ehemaligen Wartburg-Hauptschule wird umgestaltet. Was dort künftig entsteht, war Inhalt eines Bürger-Info-Abends, zu dem die Stadt Münster, der Investor und die Architektin eingeladen hatten.

Mittwoch, 29.01.2020, 17:38 Uhr aktualisiert: 29.01.2020, 18:22 Uhr
Vogelperspektive: So stellen sich die Planer das Areal nach der Umgestaltung vor.
Vogelperspektive: So stellen sich die Planer das Areal nach der Umgestaltung vor. Foto: htarchitektur Henrike Thiemann

Es war eine komplexe Aufgabenstellung, bei der es einige Klippen zu umschiffen galt: Die Planungen für die Neugestaltung des Areals der ehemaligen Wartburg-Hauptschule waren alles andere als einfach. Schließlich galt es, die Belange des Denkmalschutzes der Gebäude einzubeziehen. Das Ergebnis stellten nun die Stadt Münster, die Architektin sowie ein Vertreter des Investors der interessierten Öffentlichkeit vor.

Zusammengefasst kann man festhalten: Neben einem Lidl-Markt wird es dort künftig 30 Wohnungen, eine Bäckerei mit Café, eine Acht-Gruppen-Kita sowie eine Großtagespflege geben. Zudem werden zusätzliche Stellplätze für Pkw geschaffen. All das wird zum Teil in bestehenden und umgebauten Gebäuden untergebracht sein. Des Weiteren soll es „behutsame bauliche Ergänzungen“ geben, wie in Richtung Fliednerstraße oder Von-Esmarch-Straße.

In seiner Begrüßung zu dieser Bürgerinformation ging Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine zunächst auf die geplanten 30 Wohnungen ein. Es sei weniger ein Tropfen auf den heißen Stein, sondern eher „ein Tröpfchen“. Aber: „Mittlerweile gibt es bei uns in der Stadt an vielen Stellen solche kleinen Tröpfchen, die den heißen Stein – oder besser gesagt den heiß gelaufenen Immobilienmarkt – abkühlen sollen.“ Dennoch brauche es irgendwann einmal auch einen großen Eimer mit kaltem Wasser.

Stadtplaner Andreas Kurz ging kurz auf die Geschichte des Schulgeländes und damit einhergehend auf den Denkmalschutz der Immobilien ein. Anschließend verwies Kurz auf die neue Nutzung. Versorgungstechnisch befinde man sich „in der Diaspora“: „Hier gibt es praktisch keine fußläufige Nahversorgung.“ Insofern könnte sich die Stadt an dieser Stelle einen Marktstandort gut vorstellen.

Als Vertreter der Investorin „ Lidl Vertriebs-GmbH & Co. KG“ übernahm Bodo Konway in seiner Funktion als Verantwortlicher im Immobilienbereich das Wort: „Dieses Projekt ist für uns ein ganz besonderes.“ Man spreche in diesem Fall von einer „Mixed-Used-Immobilie“, sprich: mehrere Nutzer unter einem Dach.

Konway stellte in Aussicht, dass es sich bei dem Markt nicht um einen typischen Lidl-Markt handeln wird: „Wir werden die Herausforderung annehmen, dieses städtische Quartier mit Denkmalschutz umzugestalten und daraus einen funktionierenden Lebensmittelmarkt zu machen.“

Architektin Henrike Thiemann stellte ihrerseits noch einmal die Pläne vor und verdeutlichte die vorgesehenen Nutzungen: Einkauf, Wohnen, Kita, Bäckerei und Großtagespflege: „Wir haben auch versucht, mit dem Quartiersplatz einen Aufenthaltsort zu schaffen.“ In diesem Zusammenhang sprach sie auch vom „Wartburg-Quartier“. Neben dem Bau eines neuen Gebäudes hin zur Von-Esmarch-Straße (Parken und Wohnen) gebe es einen weiteren Neubau in Richtung Fliednerstraße für die Großtagespflege: „Dabei handelt es sich um ein Raumangebot für Tagesmütter, in dem U3-Kinder betreut werden können – also ein ergänzendes Angebot zu den Kitas.“

Ein Zuhörer bewertete die Verkehrssituation als „doch sehr eng“. Insbesondere in der Beziehung Zulieferverkehr für den Einzelhandel und Elterntransport zur Kita sah er Konfliktpotenzial. Ein Umstand, der auch bei den Planern viel diskutiert werde, wie Henrike Thiemann erklärte. Aber: „Die Überlegung ist eigentlich eine zeitliche. Die meisten Kinder werden gegen 8 und 9 Uhr gebracht und Lidl hat gesagt, dass das ein Punkt sei, mit dem man arbeiten kann.“ Entsprechend werde die Lieferungstaktung erfolgen, die Verkehre seien entzerrt.

Und wann ist Eröffnung? Henrike Thiemann stellte in Aussicht: „Mitte bis Ende 2023.“

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