Infoveranstaltung zum Bauprojekt am Gievenbecker Gescherweg
„Eine Entscheidung für Generationen“

Münster-Gievenbeck -

Am Gescherweg 87 entstehen 37 öffentlich geförderte Wohnungen sowie 25 frei finanzierte. Darüber, was es mit dem Neubauprojekt auf sich hat, gaben Fachleute der Stadt Münster interessierten Bürgern Auskunft.

Mittwoch, 19.02.2020, 18:30 Uhr aktualisiert: 20.02.2020, 18:52 Uhr
So soll der Komplex später aussehen (links ein Teil des Studentenwohnheims am Gescherweg).
So soll der Komplex später aussehen (links ein Teil des Studentenwohnheims am Gescherweg). Foto: kbö

Wir treffen hier eine Entscheidung für Generationen“, meinte Andreas Kurz vom Stadtplanungsamt im Forum der Wartburgschule – „eine Richtungsentscheidung.“ Am Gescherweg 87 entstehen bekanntlich 37 öffentlich geförderte Wohnungen und 25 frei finanzierte. Interessierte Gievenbecker waren dazu eingeladen, sich näher über die Pläne zu informieren.

Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine, der den Abend moderierte, machte angesichts des angespannten Wohnungsmarkts aus seiner klaren Meinung keinen Hehl: „Es ist in Münster bitter nötig, dass solche Projekte vorangetrieben werden.“

Schon Anfang der 90er-Jahre, so blickte Andreas Kurz zurück, habe das Areal eine „Anschubfunktion“ für Gievenbeck gehabt, als die Stadt es wohnlich erschließen ließ. Nun kann wieder etwas Neues entstehen. Was das sein wird, erläuterte Johannes Wiencke vom Dresdner Büro „Wiencke Architekten“, das mit seinen Vorstellungen den ausgeschriebenen Architektenwettbewerb gewonnen hatte.

Fünf Wohnkomplexe werde es geben, die um einen zentralen Innenhof gruppiert seien. Dieser habe identitätsstiftende Funktion: „Damit die Bewohner sich hier zu Hause fühlen.“ Auf jeden Fall: Er solle autofrei bleiben. „Die Autos kommen unter die Erde.“ Sprich: Es entsteht eine Tiefgarage. 53 Stellplätze soll es geben, darüber hinaus auch Abstellplätze für Fahrräder. Damit, so erläuterte Architekt Max Delius vom Bauträger Wohn- und Stadtbau, seien die Bedarfe des MuM, des Jugendtreffs und der Kita, die als Option mitgeplant wird, einberechnet. 25 Prozent der Autoparkplätze seien für Elektrofahrzeuge gedacht, auch Auflademöglichkeiten werde es geben.

Von der Tiefgarage aus sollen die Bewohner mittels Aufzug die Wohnbereiche erreichen können. Der Komplex soll komplett barrierefrei sein. Da der Innenhof, so sehen es die Pläne vor, nicht von Autos befahren wird, ist dort ein Baumbestand möglich. „Wir wollen so viele Bäume erhalten wie möglich“, erläuterte Wiencke: „Einige werden aber dran glauben müssen.“

Neben den Wohngebäuden wird es auch ein weiteres Gebäude am Gescherweg geben, in dem das Mehrgenerationenhaus und Mütterzentrum „MuM“, der Jugendtreff des Fachwerks und auch die Ambulanten Dienste beheimatet sein sollen.

„Wir freuen uns darauf, dass wir zusammenziehen“, meinte Yvonne Plöger vom Vorstand des „MuM“, die ebenfalls lobte: „Es ist fantastisch, wie wir in die Planungen miteinbezogen wurden.“ Dr. Christian Jaeger, Geschäftsführer der Wohn- und Stadtbau, versprach noch am selben Abend, dass das „MuM“-Gebäude als erstes gebaut werde und voraussichtlich im Sommer 2022 fertig sei. Dann erfolge der Umzug der Einrichtung aus dem alten ins neue Gebäude. Der Altbau werde im Anschluss abgerissen, und danach würden die Wohnkomplexe gebaut.

Es werde ein „Mix aus Wohnungen“ entstehen, erklärte Kurz: „Es wird nicht nur Zwei- oder Vierzimmerwohnungen geben.“ Verschiedene Lebenssituationen sollten sich so auch wohnlich widerspiegeln. Schließlich sei Ende 2023 bis Anfang 2024 damit zu rechnen, dass die Wohnungen bezugsfertig seien, meinte Jaeger – im „besten Falle“ zumindest. Ob eine Kita gebaut wird, ist noch unklar, eine Fläche dafür wird jedoch vorgehalten: „Wir wissen nicht, wie der Bedarf sich entwickelt“, so Max Delius.

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