„Arbeitskreis Jugend Gievenbeck“ macht auf Problematik vor Ort aufmerksam
Wenn Drogen den Alltag bestimmen

Münster-Gievenbeck -

An der Oberfläche ist alles ruhig, doch der Anschein von Normalität und heiler Welt trügt ein wenig. Unterschwellig gärt es spürbar. Wer nämlich ein wenig tiefer gräbt, stößt unweigerlich auf ein Problem, das den Stadtteil Gievenbeck schon seit geraumer Zeit beschäftigt.

Freitag, 21.02.2020, 17:44 Uhr aktualisiert: 23.02.2020, 19:30 Uhr
Der Arbeitskreis möchte informieren, unterstützen und Eltern,
Der Arbeitskreis möchte informieren, unterstützen und Eltern, Foto: Kay Böckling

Der Drogenkonsum in Gievenbeck gerade bei Jugendlichen steigt und wird auch von der Öffentlichkeit mehr und mehr wahrgenommen. Es hat bereits verschiedene Gespräche zwischen diversen Institutionen wie Polizei, Ordnungsamt oder Schulen gegeben.

Der „Arbeitskreis Jugend Gievenbeck“ hat sich ebenfalls mit dieser Problematik beschäftigt und will mittels verschiedener Aktivitäten sensibilisieren und auf die Thematik aufmerksam machen. Den ersten Aufschlag bildet ein Eltern-Informationsabend unter dem Titel „Pubertät trifft Cannabis“, der am 5. März (Donnerstag) ab 19.30 Uhr im La Vie an der Dieckmannstraße stattfindet.

Dieser Abend richtet sich aber nicht nur an Eltern, sondern auch an Lehrer oder pädagogische Fachkräfte. Er soll Anregungen geben, Kinder dabei zu begleiten, sich kritisch mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

„Bereits im Mai des vergangenen Jahres hatten wir einen runden Tisch zu diesem Thema, weil der Cannabis-Konsum mehr und mehr in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird“, sagt beispielsweise Alfons Egbert in seiner Funktion als Leiter des Gievenbecker Fachwerks, das sich ebenfalls in dem Arbeitskreis aktiv engagiert. An diesem runden Tisch sei festgestellt worden, dass Gievenbeck bezüglich der Drogen-Problematik vor einer Herausforderung stehe.

„Die Problematik des Drogen-Konsums ist ein generelles Thema im Jugendalter – nicht nur in Gievenbeck – aber hier ist es in den vergangenen zwei Jahren größer und größer geworden“, sagt Abbas Awada vom Verein „VIP Münster“, eine Anlaufstelle für straffällig gewordene Jugendliche und Heranwachsende. Dieses Problem werde größer und größer.

Deborah Sikora, Schulsozialarbeiterin des CVJM (Christlicher Verein junger Menschen“) an der Friedensreich-Hundertwasser-Schule in Roxel, stützt diese Aussage: „Wir können diese Entwicklung auch bestätigen. Wir hören immer wieder, dass Roxeler sich mit Gievenbeckern treffen, um verschiedene Orte zu nutzen und dort zu konsumieren.“

Roland Kober, der für den Jugendtreff Toppheide verantwortlich zeichnet, zeigt die Problemgruppe auf: „Es geht um den problematischen Konsum, das ist unser Stichwort.“ Es gehe nicht darum, dass Jugendliche hier und da einmal einen sogenannten Joint rauchten: „Schwierig wird es genau dann, wenn Drogen – welcher Art auch immer – den Alltag bestimmen. Das ist der Ansatz, an dem wir als Arbeitskreis tätig werden wollen.“

Nathalie Foitzik von der Jugendhilfe der Friedensreich-Hundertwasser-Schule in Roxel ist der Meinung, dass die Angebote, die man Jugendlichen unterbreite, mittlerweile nicht mehr ausreichen: „Wir müssen die Eltern mit ins Boot holen. Es geht um Aufklärungsarbeit. Vor allem darf man nicht verkennen, dass die Problematik mittlerweile immer weiter in die jüngeren Reihen geht.“ Mitunter seien es schon Zwölf- bis 13-Jährige, die sich entsprechenden Konsum-Cliquen anschlössen. Einen der Gründe zeigt Abbas Awada auf: Der Zugang zu Drogen – und her zu Cannabis – ist immens leichter geworden.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7280753?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F136%2F
Nachrichten-Ticker