Westfälisch-musikalischer Abend mit der Türmerin und dem „singenden Stadtführer“
Liebeserklärung an die Domstadt

Münster-Gievenbeck -

Es war ein Abend der besonderen Art: Unter dem Motto „Münster – (nicht immer war es) Liebe auf den ersten Blick“ ergänzten sich Türmerin Martje Saljé und der „singende Stadtführer“ Clemens August Homann ausgesprochen gut.

Montag, 24.02.2020, 17:58 Uhr aktualisiert: 25.02.2020, 17:48 Uhr
Türmerin Martje Saljé und der „singende Stadtführer“ Clemens August Homann traten im „Wunderkasten“ auf.
Türmerin Martje Saljé und der „singende Stadtführer“ Clemens August Homann traten im „Wunderkasten“ auf. Foto: sn

Die Türmerin wollte anfangen. Und so klingelte sie per Handy kurzerhand ihren Kollegen Clemens August Homann , auch als „singender Stadtführer“ bekannt, aus dem Imbiss. Derweil verkündete Martje Saljé : „Ich singe mich für Sie live und in Farbe ein.“ Und so hörten die Gäste im „Wunderkasten“ als Erstes den Song „Ein Tut wird kommen“ nach der Melodie von „Ein Schiff wird kommen“ und sofort darauf „Es ist so wunderschön in Münster“ nach Leonard Cohens Klassiker „Hallelujah“.

„Münster – (nicht immer war es) Liebe auf den ersten Blick“, so hieß der westfälisch-musikalische Abend in der Gievenbecker Buchhandlung über die schönste Domstadt der Welt. „Münster? Liegt das nicht bei Stuttgart?“, das bekam Saljé in der Vergangenheit ebenso zu hören wie den plötzlichen Ausruf „Mensch, ist das jovel hier!“ am Strand von Rimini. Das Fazit von der Türmerin: „Münster ist immer der kleinste gemeinsame Nenner.“

Clemens August Homann berichtete von seiner ersten Begegnung mit Martje Saljé. Er hörte sie bei einem Konzert im Schlossgarten und war begeistert. Innerlich winkte er jedoch ab: „Die ist nicht deine Liga.“ Dann bei einer Führung über den Prinzipalmarkt stoppte er sie spontan auf dem Fahrrad und bot eine musikalische Zusammenarbeit an.

Seitdem spielt die Türmerin in seiner Band „Easy cover“. Passend dazu hörten die Bücherfans im „Wunderkasten“ den Song „Prinzipalmarkt, mein allerliebster Platz“. Weil Karneval ist, gab es auch noch den Song „Zwischen Rathaus und Lamberti“ gratis dazu. Und auch die vorgelesenen Texte passten, etwa der Bericht über einen Markttag im 19. Jahrhundert, der auf dem Prinzipalmarkt stattfand, und bei dem es ganz klar hieß: „Männliche Leute haben hier nichts zu suchen.“

Man hörte an diesem Abend noch viel, über das ehemalige Café Schucan, über die vielen Treppenstufen in der St.-Lamberti-Kirche, die ein Wilsberg wohl nie alle gehen wollen würde, und über den Stadtteil Coerde, wo die Menschen keine „falsche Freundlichkeit“ an den Tag legten und für die echte oftmals auch keine Zeit hätten. Ein kunterbuntes Münster-Potpourri war das.

Und beim gereichten westfälischen Imbiss mag sich so manch ein Besucher angesichts der geballten Unterhaltungskunst gefragt haben: Warum haben die beiden eigentlich noch keine eigene TV-Show?

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