Politische Diskussion nach der Rückschnitt-Aktion des Grünflächenamts
Künftig gibt es mehr Transparenz

Münster-Gievenbeck -

War es der Schlussstrich unter dem Streit um den Kahlschlag an der Lindenbreie und der Gievenbecker Reihe? Zumindest hat das zuständige Fachamt eine bessere Kommunikation und Transparenz in Aussicht gestellt.

Freitag, 28.02.2020, 18:28 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 18:00 Uhr
So sieht es aktuell an der Lindenbreie nach der Rückschnitt-Aktion des städtischen Grünflächenamts aus.
So sieht es aktuell an der Lindenbreie nach der Rückschnitt-Aktion des städtischen Grünflächenamts aus. Foto: sn

Selten hat ein politischer Antrag für eine so lebhafte Diskussion gesorgt, wie die jüngste Forderung der Sozialdemokraten in der Bezirksvertretung Münster-West. Die hatten in der vergangenen Woche die Reaktionen, Kritik, Fragen und Antworten rund um eine Rückschnitt-Aktion an der Lindenbreie (wir berichteten mehrfach) zum Anlass genommen, eine dezidierte Forderung an das städtische Grünflächenamt zu formulieren.

Darin soll das Fachamt aufgefordert werden, bei künftig ähnlich gelagerten Fällen zunächst die Zustimmung des Stadtbezirksparlaments einzuholen. Diesen von der SPD-Fraktionsvorsitzenden Beate Kretzschmar unterzeichneten Antrag reichten die Sozialdemokraten am Donnerstagabend ergänzend zur eigentlich festgelegten Tagesordnung ein.

Fraktionschefin Kretzschmar erläuterte noch einmal die Beweggründe, warum es zu diesem Antrag kam – letztlich auch mit Blick auf die erneute Abholzaktion an der Gievenbecker Reihe: „Beim Aufstellen des Bebauungsplans hat man nicht grundlos auf die vorhandenen alten Baum- und Wallheckenbestände Rücksicht genommen und Straßen sowie Baugrundstücke um sie herum geplant.“ Nun sei eines dieser Biotope einfach abgeholzt worden. In diesem Zusammenhang kritisierte die Sozialdemokratin noch einmal die mangelnde Kommunikation des Grünflächenamts in Richtung Anwohner: „Man kann den Menschen nicht komplett das Grün vor der Nase weghacken.“

Grünen-Politiker Kai Bleker verwies in diesem Zusammenhang auf ein Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter und stellte fest, dass auch dieser die Transparenz der Aktion gegenüber den Nachbarn als alles andere als optimal einschätzte. Allerdings machte Bleker auch klar, dass der Fachamtsmitarbeiter ihm die Gründe der Rückschnitt-Arbeiten explizit erläutert hatte: „Ich sehe das Ganze nun durchaus auch etwas differenzierter.“

CDU-Vertreter Peter Hamann wollte die drastischen Rückschnitte nicht bagatellisieren, er gab aber zu bedenken, „dass man in zwei Jahren nicht mehr sehr viel davon bemerken wird“. In diesem Zusammenhang vertraue er da voll auf die fachmännische Beurteilung des Grünflächenamts: „Eine solche Beurteilung traue ich mir nicht zu.“

Bezüglich Hamanns Aussage zum raschen Nachwachsen der Vegetation ergänzte CDU-Kollegin Ingeborg Hißmann: „Wir hatten vor zwei Jahren eine ähnliche Aktion am Bolzplatz. Auch da waren die Anwohner schier erschrocken über die Ausmaße.“ Jetzt, nach zwei Jahren, sehe man kaum noch etwas davon.

Thomas Lilge ( CDU ) verwies mit Blick auf die jüngste Sitzung des Umweltausschusses darauf, dass sich dort das Fachamt bereiterklärt habe, die zuständigen politischen Gremien über ähnlich geartete Rückschnittarbeiten zu informieren. Eine Tatsache, die in der BV parteiübergreifend positiv zur Kenntnis genommen wurde.

Letztlich „entschärften“ die Sozialdemokraten ihren eigentlichen Antrag. Die zunächst geforderte Einholung einer Zustimmung aus dem Stadtbezirksparlament stand nun nicht mehr im Raum, wohl aber die Forderung nach ausreichenden Informationen im Vorfeld. Nun muss die Stadt antworten.

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