Aktion gegen Mobbing und Aggression an der Michaelschule
Gewaltfrei zur Wehr setzen

Münster-Gievenbeck -

Spannendes Projekt an der Grundschule: Zusammen mit dem professionellen „Gewaltfrei Lernen“-Trainer erfahren die Kinder an zwei Projekttagen in der Michaelschule, wie man sich gewaltfrei gegen Beleidigungen, Provokationen und körperliche Attacken zur Wehr setzt.

Montag, 16.03.2020, 17:14 Uhr aktualisiert: 17.03.2020, 18:40 Uhr
Die Stopp-Hand hilft, Handgreiflichkeiten im Keim zu ersticken. Trainiert haben dafür die Schüler der Michaelschule mit ihrem Trainer Wanja Bochröder (l.) sowie Schulleiter Marc Voges (5.v.l.), Sozialpädagogin Martina Henkenius (2.v.r.) und Sparda-Bank-Filialleiter Marcel Daumann (4.v.l.).
Die Stopp-Hand hilft, Handgreiflichkeiten im Keim zu ersticken. Trainiert haben dafür die Schüler der Michaelschule mit ihrem Trainer Wanja Bochröder (l.) sowie Schulleiter Marc Voges (5.v.l.), Sozialpädagogin Martina Henkenius (2.v.r.) und Sparda-Bank-Filialleiter Marcel Daumann (4.v.l.). Foto: pd

Erst ist Mirja noch leise, dann wird sie lauter: „Stopp, Yannick, box mich nicht“, ruft die kleine Schülerin und stellt sich mit ihrer Stopp-Hand dem Trainer Wanja Bochröder entgegen. Zusammen mit dem professionellen „Gewaltfrei Lernen“-Trainer erfahren die Kinder an zwei Projekttagen in der Michaelschule, „wie man sich gewaltfrei gegen Beleidigungen, Provokationen und körperliche Attacken zur Wehr setzt“, heißt es in einer Mitteilung des Projekt-Partners Sparda-Bank .

„Die Körperhaltung ist dabei sehr wichtig“, erklärt Trainer Wanja Bochröder, „der Oberkörper muss dem Gegenüber zugewandt sein. Drehen sich die Kinder weg, wirkt es schüchtern und verliert seine Wirkung.“

Schon seit dem Herbst 2017 wird das Projekt „Gewaltfrei Lernen“ regelmäßig an der Michaelschule durchgeführt, initiiert und organisiert durch die Sozialpädagogin Martina Henkenius in Kooperation mit dem Offenen Ganztag der Michael-schule. Dies wurde auch damals gefördert durch die Stiftung der Sparda-Bank und somit erst möglich.

„Wir haben alle gemeinsam die positiven Auswirkungen auf unser Schulklima gespürt“, erzählen Schulsozialpädagogin Martina Henkenius und OGS-Koordinatorin Christina Teetz. Aufgrund der positiven Auswirkungen auf das gesamte Schulklima wünschten sich alle Mitarbeiter eine Auffrischung, um dieses Projekt weiterhin nachhaltig an der Schule zu etablieren.

„Die altersgerechten und themenspezifischen Schulungsprogramme fördern sowohl den Einzelnen, als auch die Klassen- und Schulgemeinschaft“, heißt es in der Mitteilung weiter. In den Bewegungsaufgaben des Gewaltfrei-Lernen-Konzeptes erlebten die Schüler fröhliche Partnerspiele zum Bestärken von Freundschaften im Wechsel mit sinnvollen Reaktionsübungen für häufige Streitsituationen.

Das Training mit bewegungsreichen Unterrichtseinheiten, Spielen und Übungen fördert ein respektvolles Sozialverhalten von Kindern. Die Kinder lernen mit dem ganzen Körper, denn erst dann speichert das Gehirn die richtigen Abwehrbewegungen ab. Es geht für die Schüler darum, dass sie Selbstbewusstsein zeigen, damit sie nicht Opfer von Mobbing und Beleidigungen werden.

Auch wie man sich gegen verbale Attacken wehrt, vermittelt das Trainingsprogramm. „Kluge Kinder lassen alles an ihrer dicken Elefantenhaut abprallen“, erklärt der Trainer. Während Handpuppe Draco die Kinder beleidigt, stolzieren sie jetzt ganz selbstbewusst und mit einem lässigen Schulterzucken an ihm vorbei.

Wann und wie die Kinder sich besser Hilfe holen von der Gruppe oder einem Erwachsenen, auch darum geht es an den Projekttagen. Und darum, dass Fehler machen nun mal menschlich ist. So werden auch Spiele ausprobiert, bei denen es aus Versehen zu einer Rempelei kommt. Dabei lernen die Kinder, sich angemessen zu entschuldigen und eine Idee zu finden, wie man seinen Fehler wieder gutmachen kann.

Wichtiges Lernziel ist es vor allem, respektvoll miteinander umzugehen, erläutert Schulleiter Marc Voges. „Wir sind der Stiftung dankbar, dass sie die Nachschulung entscheidend mitfinanziert“, betont er. „Aus dem normalen Schulbudget oder allein über den Förderverein könnten wir das nicht stemmen.“

Durch das „Gewaltfrei Lernen“-Training verständigen sich alle auf gemeinsame Regeln und Werte im Umgang miteinander. Indem die Kinder stark gemacht werden, ihre eigenen und auch die Grenzen der anderen erkennen können, wirkt das Training auch über den Schulalltag hinaus.

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