Caritas bleibt weiter Anlaufstelle für Hilfesuchende
Video-Beratung immer beliebter

Münster-Gievenbeck -

Die Caritas bleibt gesprächsbereit: Die Corona-Pandemie sorgt dafür, dass die Welt am vielen Stellen still zu stehen scheint. Doch die Probleme Hilfesuchender kennen keine „Virus-Pause“, sie wollen – und müssen – gelöst werden.

Donnerstag, 30.04.2020, 17:26 Uhr aktualisiert: 30.04.2020, 18:18 Uhr
Dorit Kleinen mit ihrem i-Pad: Die Video-Sprechstunde erfreut sich immer größerer Beliebtheit.
Dorit Kleinen mit ihrem i-Pad: Die Video-Sprechstunde erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Foto: Kay Böckling

Die Corona-Pandemie sorgt dafür, dass die Welt am vielen Stellen still zu stehen scheint. Doch die Probleme Hilfesuchender kennen keine „Virus-Pause“, sie wollen – und müssen – gelöst werden. Das sieht man auch bei der Caritas so und behält das Beratungsangebot an der Heinrich-Ebel-Straße in Gievenbeck aufrecht. Wie, das verrät Ansprechpartnerin Dorit Kleinen im Gespräch mit unserem Redakteur Kay Böckling .

 

Frau Kleinen, Probleme kennen kein Corona, sie wollen gelöst werden. Wie helfen Sie Hilfesuchenden?

Kleinen: Es läuft weiter. Aber es läuft halt anders weiter.

Was heißt anders?

Kleinen: Wir bieten ja die allgemeine Sozialberatung, die Beratung für Familien und die Beratung für arbeitssuchende Migranten an. Diese Beratungen finden – bis auf absolute Notfälle – nicht mehr persönlich statt, sondern per Telefon oder über eine Video-Sprechstunde. Uns ist es aber wichtig zu sagen: Wir sind weiter da. Die Beratungsstelle ist geöffnet, nur eben anders.

Dann klären Sie doch mal auf, wie die Beratung in Corona-Zeiten abläuft.

Kleinen: Eigentlich wie immer. Unsere Sekretärin ist da zu den ganz normalen Zeiten. Ansonsten läuft der Anrufbeantworter. Wer sich bislang anmeldete, tat das häufig ja auch per Telefon. Dahingehend hat sich nicht viel verändert.

Aber es gab doch auch diejenigen, die persönlich vorbeischauten.

Kleinen: Für diese Personengruppe haben wir Hinweisschilder aufgehängt, versehen mit den Telefonnummern, E-Mail-Adressen oder den Wire-Kontakten für den Video-Account.

Ok, und nachdem man sich gemeldet hat?

Kleinen: Dann wird geklärt, in welchem Bereich die Beratung erfolgen soll. In der allgemeinen Sozialberatung sind ja häufig Formulare auszufüllen. In diesen Fällen bitten wir darum, diese zu kopieren und uns auf elektronischem Weg – Fax oder Mail – zukommen zu lassen. In Ausnahmefällen können sie auch in den Briefkasten geworfen werden. Dann kopiert die Kollegin vor Ort diese Unterlagen, die später dann wieder von den Betreffenden abgeholt werden können. Am Telefon werden dann unter Hilfe der Beraterin, die die Papiere ja auch vorliegen hat, die jeweiligen Unterlagen gemeinsam ausgefüllt.

Kommen wir zur Familienberatung.

Kleinen: Da läuft es ein wenig anders. Die Anmeldung läuft auch über Telefon oder Mail. Dann gibt es die Möglichkeit zu klären, wie die jeweilige Beratung erfolgen soll: schriftlich, über Telefon oder über Video-Chat. Die Tendenz geht immer mehr dahin: „Wir wollen Video-Chat haben.“

Für so etwas bedarf es aber auch einer gewissen technischen Ausstattung und Unterweisung der Caritas-Mitarbeiter. . .

Kleinen: Wir hatten seit dem Herbst ein entsprechendes Projekt, das eigentlich Testzwecken diente. Die Kollegen sollten einmal den Video-Chat mit dem i-Pad ausprobieren. In der Woche, bevor der Lock-Down kam, hat die Geschäftsführung der Caritas alle Mitarbeiter, die in der Beratung tätig sind, mit entsprechenden Geräten ausgestattet. Die erlauben es auch, einen Video-Chat von Zuhause aus durchzuführen.

Ein solcher Chat ist auch sinnig, denn viel kann man ja auch aus dem Mimik seines Gegenübers entnehmen, was bei einem Telefonat nicht möglich ist. . .

Kleinen: So ist es. Das hat eine andere Qualität. Mir persönlich fehlt bei einer Telefon-Beratung eine visuelle Rückversicherung. Wie schaut er, wie ist seine Gestik? Das lässt schon bessere Rückschlüsse zu. Das fehlt bei der Telefonie.

Wie viele der Ratsuchenden verfügen denn selbst über eine entsprechende Ausrüstung für eine Video-Sprechstunde?

Kleinen: Fast alle, und fast alle können auch damit umgehen oder haben jemanden in der Familie, der helfen kann.

Kommen wir zu den Integrationshilfen für arbeitssuchende Migranten.

Kleinen: Die Arbeitsweise erfolgt analog zur allgemeinen Sozialberatung. Aber die sprachlichen Barrieren stellen häufig ein Problem dar. Naturgemäß läuft das dann nicht sofort alles so, wie die anderen beiden Bereiche.

Sie sprachen gerade an, dass die Video-Sprechstunde immer beliebter wird bei den Hilfesuchenden. Ein Trend, der auch nach Corona andauern könnte?

Kleinen: Davon darf und kann man ausgehen. Ich rechne damit.

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