Nistplätze und Verstecke in der Gievenbecker Wohnanlage des Studierendenwerks
Platz für Mauersegler und Fledermaus

Münster-Gievenbeck -

43 neue Nisthöhlen für Mauersegler und etwa 40 Versteckmöglichkeiten für Fledermäuse werden an der Wohnanlage am Gescherweg 72-84 geschaffen.

Mittwoch, 06.05.2020, 18:16 Uhr
Frederick Beilicke vom Studierendenwerk Münster zeigt die eingebauten Versteckmöglichkeiten für Fledermäuse.
Frederick Beilicke vom Studierendenwerk Münster zeigt die eingebauten Versteckmöglichkeiten für Fledermäuse. Foto: Studierendenwerk

An der Wohnanlage Gescherweg 72-84 in Gievenbeck werden 43 neue Nisthöhlen für Mauersegler und etwa 40 Versteckmöglichkeiten für Fledermäuse geschaffen. Das Team des Studierendenwerks Münster um den Abteilungsleiter Gebäudemanagement, Frederick Beilicke, saniert den ursprünglichen Plattenbau durch Anbringung einer zusätzlichen Wärmedämmung.

Die beiden Gebäude lieferten bereits vor dieser Maßnahme nicht nur Wohnraum für Studierende, sondern auch für eine größere Mauersegler-Population und Zwergfledermäuse. Die Vögel nisteten in den Nischen der Außenfassade zwischen den Waschbetonplatten, und auch die Fledermäuse nutzten die Zwischenräume als Wochenstuben und als Tagesversteck.

Eine Anwohnerin machte das Studierendenwerk auf die Population am Gescherweg aufmerksam. Eine Kartierung des Bestands und die ökologische Begleitung der Bauarbeiten folgte.

Das Studierendenwerk erhielt in der Baugenehmigung für die klimatisch sinnvolle Sanierungsmaßnahme eine Auflage zur Schaffung von Ersatzquartieren. Entsprechende Nistkästen werden nun direkt in die Dämmung eingebaut und sind später nur noch an den kleinen Öffnungen zu erkennen, heißt es in der Pressemitteilung der Nabu-Naturschutzstation Münsterland.

Der Mauersegler zählt zu den Gebäudebrütern. Ursprünglich nistete er in Felsen und Baumhöhlen. Mittlerweile ist der Langstreckenzieher zum Charaktervogel der Städte und Siedlungen geworden, wo er bevorzugt Nischen in hohen Gebäuden besiedelt.

Auch einige Fledermausarten, hierzulande besonders die Zwergfledermaus, nutzen Ritzen und Spalten an Gebäuden, aber auch Dachböden als Tagesversteck oder sogar zur Aufzucht ihrer Jungen.

Werden Sanierungsarbeiten an Gebäuden durchgeführt, besteht die Gefahr, dass Nistplätze der standorttreuen Mauersegler und Verstecke von Fledermäusen verschlossen werden und die Tiere zu Schaden kommen. Dies muss laut Bundesnaturschutzgesetz unbedingt vermieden werden. Der Verlust von Unterschlupfmöglichkeiten ist manchmal nur über den nachträglichen Einbau von speziellen Niststeinen zu ersetzen: Solche Niststeine werden auch im Gescherweg eingebaut, so der Nabu weiter.

Die Selbstverständlichkeit, die das Studierendenwerk beim Thema Gebäudebrüter an den Tag legte, wünsche sich die Nabu-Naturschutzstation Münsterland auch von allen anderen Wohnungsbauträgern, denn generell dürfen bei Sanierungs- oder Abrissarbeiten keine geschützten Tiere zu Schaden kommen. Der Nabu berät seit 2017 im Rahmen des Projektes „Artenschutz an Gebäuden“ Immobilienbesitzer bei geplanten Sanierungen in Münster. Das Projekt wird auch von der Stadt Münster gefördert.

Nähere Infos unter    02501 / 971 94 33 beim Nabu.

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