Bezirksvertretung stimmt für Architekten-Wettbewerb bei Umbau des Uhrenturm-Gebäudes
Politscher Protest bei Abstimmung

Münster-Gievenbeck -

Für die Nutzung des ehemaligen Uhrenturm-Gebäudes im Oxford-Quartier für Grundschulzwecke bedarf es eines Umbaus. Und dafür wiederum bedarf es eines Architekten-Wettbewerbs. So weit, so gut. Doch bevor ein entsprechender politischer Beschluss gefasst wurde, hagelte es Kritik.

Montag, 11.05.2020, 18:17 Uhr
Das Uhrenturm-Gebäude im Oxford-Quartier soll künftig eine Grundschule beherbergen.
Das Uhrenturm-Gebäude im Oxford-Quartier soll künftig eine Grundschule beherbergen.

Der Stachel der Enttäuschung sitzt noch immer tief, der Zorn der Kommunalpolitiker in der Bezirksvertretung Münster-West ist auch gut acht Monate später noch nicht verflogen. Konkret richtet sich der parteiübergreifende Ärger gegen die städtische Verwaltung – und hier speziell gegen das Schulamt. Das war in der jüngsten BV-Sitzung deutlich zu spüren und an einer Protest-Abstimmung festzumachen.

Entgegen aller Wünsche auch aus der Bürgerschaft lässt das Fachamt nämlich einen Großteil des markanten Uhrenturm-Gebäudes im künftigen Oxford-Quartier der Gestalt umbauen, damit dort die vorgesehene Grundschule untergebracht werden kann. Eigentlich – und so war es stets Bestandteil zahlreicher Pläne und Info-Veranstaltungen – sollte die Immobilie als „Haus der Vereine“ eine zentrale Rolle in dem Quartier übernehmen.

Doch daraus wird bekanntlich nichts. Einen entsprechenden Passus in den vor Monaten verabschiedeten Unterlagen zum Bebauungsplan hatten die Kommunalpolitiker schlicht übersehen. Dort ist, wie sich im September 2019 herausstellen sollte, besagte Grundschulnutzung fixiert. Eine Tatsache, die erst in besagter September-Sitzung der BV erkannt wurde – zu spät, um zuvor gefasste Beschlüsse zu relativieren.

Nun ging es darum, dem geplanten Umbau einen Architekten-Wettbewerb vorzuschalten. Auch hier bedarf und bedurfte es der Zustimmung aus den politischen Gremien. Eine Zustimmung, mit der sich die Bezirksvertretung Münster-West schwertat. Doris Feldmann stellte in ihrer Funktion als schulpolitische Sprecherin der Rats-SPD fest, dass sich besagtes Gebäude gar nicht für Grundschul-Zwecke eigne. Die beim Architekten-Wettbewerb gestellte Aufgabe bezeichnete sie daher als „Quadratur des Kreises“.

Beate Kretzschmar, Fraktionsvorsitzende der SPD in der BV-West, machte ihrem Ärger erneut Luft und kündigte für ihre Partei an, dem Vorschlag des Amts für Immobilienmanagement nicht zustimmen: „Wir wollen noch einmal ein klares politisches Zeichen setzen. Das ist keine Entscheidung gegen den Bau einer Grundschule.“ In diesem Zusammenhang erinnerte sie noch einmal an die breite Bürgerbeteiligung, in der es seitens der Verwaltung zu keinem Zeitpunkt eine Info bezüglich der Grundschulnutzung gegeben habe.

Peter Wolfgarten, Chef der CDU in der BV West, sprach gar von einem „Affront gegen den Bürgerwillen“. Nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung ließ er ins Protokoll aufnehmen: „Die CDU bedauert, dass die Verwaltung entgegen der Vereinbarungen keine Gespräche mit den Vereinen in Gievenbeck geführt hat, um im Vorfeld ein Nutzungskonzept für das Uhrenturm-Gebäude zu erarbeiten. Wir erwarten, dass diese Gespräche zeitnah nachgeholt werden, sodass sie in den Wettbewerb einfließen können.“

Letztlich kam es zu einem knappen Abstimmungsergebnis: CDU und FDP stimmten – wenn auch mit Bauchschmerzen – für die Auslobung des Architekten-Wettbewerbs (neun Stimmen). SPD und Grüne (acht Stimmen) sprachen sich dagegen aus. Das letzte Wort in dieser Sache hat der Haupt- und Finanzausschuss. Stimmt auch der am morgigen Mittwoch zu, so erfolgt die erste Bekanntmachung des Architekten-Wettbewerbs bereits am 19. Mai im EU-Amtsblatt. Das Preisgericht soll am 2. Dezember tagen.

 

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7404940?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F136%2F
Nachrichten-Ticker