Klimabeirat besichtigt Oxford-Quartier
Mobilität eher „konservativ geplant“

Münster-Gievenbeck -

Um bei der schrittweisen Erschließung, Vergabe und Entwicklung des Areals beteiligt zu sein, will der Klimabeirat darauf hinwirken, zukünftig auch im Bewertungsgremium für die Konversionsflächen vertreten zu sein.

Freitag, 10.07.2020, 19:53 Uhr aktualisiert: 10.07.2020, 20:00 Uhr
Der Klimabeirat machte sich vor Ort ein Bild von der Entwicklung auf dem Gelände der Oxford-Kaserne (v.l.): Harald Nölle, Andreas Bittner, Konvoy-Geschäftsführer Stephan Aumann und Helga Hendricks, kommissarische Geschäftsführerin des Klimabeirats der Stadt Münster.
Der Klimabeirat machte sich vor Ort ein Bild von der Entwicklung auf dem Gelände der Oxford-Kaserne (v.l.): Harald Nölle, Andreas Bittner, Konvoy-Geschäftsführer Stephan Aumann und Helga Hendricks, kommissarische Geschäftsführerin des Klimabeirats der Stadt Münster. Foto: pd

In wenigen Jahren sollen auf dem Gelände der ehemaligen Oxford-Kaserne 3000 Menschen leben und arbeiten. Über den aktuellen Planungsstand und die weiteren Perspektiven des städtischen Tochterunternehmens „Konvoy“, das für die Erschließung und Vermarktung der Konversionsflächen zuständig ist, informierten sich jetzt Vertreterinnen und Vertreter des Klimabeirats der Stadt Münster vor Ort.

Beim Rundgang über das Gelände und im Gespräch mit Konvoy-Geschäftsführer Stephan Aumann interessierten den Klimabeirat laut einer Mitteilung des Gremiums insbesondere die ökologischen Standards bei der Sanierung der alten Gebäude und bei den Neubauten. Zudem waren das Mobilitätskonzept und die verkehrliche Anbindung des neuen Quartiers Thema des Austauschs.

„Es war spannend, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen“, so Helga Hendricks , kommissarische Geschäftsführerin des Klimabeirats.

Der Beirat begrüßt, dass die Baufelder nacheinander ausgeschrieben werden und über Konzeptvergaben innovative Ansätze und ökologische Standards erreicht werden sollen. Gleichwohl bedauert der Klimabeirat, dass seine Empfehlungen aus früheren Stellungnahmen bei den Planungen kaum Berücksichtigung gefunden haben.

„Auf dem Oxford-Gelände wurde die Chance vertan, hier eine autofreie Mustersiedlung nach dem Vorbild anderer Städte, wie Freiburg oder Mannheim, zu realisieren“, so Andreas Bittner vom ADFC Münsterland und Mitglied im Klimabeirat. Auch Stephan Aumann räumte ein, dass in Sachen Mobilität eher „konservativ geplant“ worden sei. „Ob das Quartier autoarm wird, ist hier eher dem Zufall überlassen“, so Andreas Bittner, dem es außerdem darum geht, die verkehrliche Anbindung an die Innenstadt vor allem für den Radverkehr attraktiv zu gestalten: „Direkt am Gelände führt die zukünftige Veloroute Nottuln – Münster vorbei. Hier sehen wir noch viel integrierten Planungsbedarf.“

Um bei der schrittweisen Erschließung, Vergabe und Entwicklung des Areals beteiligt zu sein, will der Klimabeirat darauf hinwirken, zukünftig auch im Bewertungsgremium für die Konversionsflächen vertreten zu sein. Dort werden Kriterien für die Ausschreibungen und eingehende Konzepte beraten.

„Wir wollen unsere Expertise in das Gremium einbringen und weiterhin auf eine möglichst nachhaltige und klimaschonende Entwicklung des Quartiers drängen“, wird Helga Hendricks in der Pressemitteilung abschließend zitiert.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7489080?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F136%2F
Nachrichten-Ticker