An der Busso-Peus-Straße soll Raum für Wissenschaft und Wohnungen entstehen
Neues Quartier für Gievenbeck

Münster-Gievenbeck -

Auf Vorschlag des Planungsamts soll an der Busso-Peus-Straße (nördlich der Appelbrei­stiege) ein 15 Hektar großes Areal überplant werden. Eines der Ziele ist es, den benachbarten Wissenschaftspark zu erweitern und Wohnraum zu schaffen.

Freitag, 21.08.2020, 17:40 Uhr aktualisiert: 28.08.2020, 16:28 Uhr
Auf diesem rund 15 Hektar großen Areal soll ein urbanes Stadtquartiers für Wissenschaft und Wohnen entstehen.
Auf diesem rund 15 Hektar großen Areal soll ein urbanes Stadtquartiers für Wissenschaft und Wohnen entstehen. Foto: Kay Böckling

Es war nicht die Frage, ob dieser kleine Seitenhieb in Richtung des politischen Gegenübers erfolgen sollte, sondern lediglich zu welchem Zeitpunkt. Und Beate Kretzschmar als Fraktionsvorsitzende der SPD ließ es sich nicht nehmen, ein klein wenig in Richtung CDU zu sticheln.

Als sich die Kommunalpolitiker der Bezirksvertretung Münster-West am Donnerstagabend mit der „Entwicklung eines urbanen Stadtquartiers für Wissenschaft und Wohnen“ westlich der Busso-Peus-Straße (gegenüber dem Max-Planck-Institut) beschäftigten, sorgte ein Ergänzungsantrag der CDU für Heiterkeit bei der SPD.

Die Christdemokraten hatten nämlich im Flächennutzungsplan für das betreffende Areal einen möglichen Schwimmbad-Standort ausgemacht. Besagtes Schwimmbad wolle man an anderer Stelle im Westen zugesichert sehen.

Ja, ein Schwimmbad im Westen der Stadt – das war so ganz nach dem Geschmack der Genossen, fordern sie doch ein solches bereits seit Jahren. Und nun findet es sich bekanntlich sogar im Wahlprogramm der CDU – wenn auch ein wenig versteckt. Und es taucht in einem Antrag der Christdemokraten auf.

„Ich freue mich, dass die CDU sich unseren Zielen anschließt“, ließ denn auch Beate Kretzschmar schmunzelnd wissen. Sechs Jahre lang habe man gegen den Widerstand des politischen Gegenübers für ein Bad gekämpft. Entsprechend stimmten auch die Sozialdemokraten für den Änderungsantrag der CDU, die schwarz auf weiß festhielt: „Schwimmbad und Sportflächen müssen zwingend im Westen von Münster in unmittelbarer Nähe zu Gievenbeck neu ausgewiesen werden.“

Doch zurück zum eigentlichen Thema: dem „urbanen Stadtquartier für Wissenschaft und Wohnen“. Auf Vorschlag des Planungsamts soll an der Busso-Peus-Straße (nördlich der Appelbrei­stiege) ein 15 Hektar großes Areal überplant werden. Eines der Ziele ist es, den benachbarten Wissenschaftspark – unter anderem mit dem Technologiehof Münster, dem Zentrum für Nanotechnologie (CeNTech), dem Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin (MPI), dem Nano-Bioanalytik-Zen­trum (NBZ) sowie dem Center for Soft Nanoscience – zu erweitern. Weitere Forschungseinrichtungen sollen sich demnach ansiedeln.

Zusätzlich sollen rund 600 Wohneinheiten entstehen. „Ein breiter Wohnungsmix auf der Grundlage der Regularien der sozialgerechten Bodennutzung Münster (SoBoMü) mit Vorrang für preiswerte Mietwohnungen, für hochschulaffines und studentisches Wohnen sowie einer Förderung von lebendigen Nachbarschaften“, schreibt die Stadt Münster. Komplettiert werden soll das Gebiet durch ein quartierbezogenes Angebot an sozialer, kultureller und freizeitorientierter Infrastruktur.

Der geplanten Entwicklung konnte die CDU durchaus etwas abgewinnen. Allerdings gab sie eine Protokollnotiz ab, in der sie anregte, die Wohneinheiten deutlich zu reduzieren – auf 67 pro Hektar. Zudem solle für das Plangebiet – Gievenbeck und Sentrup eingeschlossnen – ein Verkehrs- und Mobilitätskonzept aufgestellt werden.

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