Beate Kretzschmar will für Gievenbeck-Süd in den Rat
Spaß daran, etwas zu bewegen

Münster-Gievenbeck -

Beim ersten Mal ist se nach eigener Aussage knapp gescheitert. Nun wagt Beate Kretzschmar den zweiten Versuch: Die Fraktionsvorsitzende der SPD in der Bezirksvertretung Münster-West kandidiert für den Rat.

Freitag, 28.08.2020, 16:28 Uhr
Beate Kretzschmar freut sich beispielsweise über die neue Bepflanzung des Forums am Marktkauf.
Beate Kretzschmar freut sich beispielsweise über die neue Bepflanzung des Forums am Marktkauf. Foto: pd

Sie macht Kommunalpolitik aus Leidenschaft und möchte ihr Tätigkeitsfeld ein wenig erweitern. Die Rede ist von Beate Kretzschmar , Fraktionsvorsitzende der SPD in der Bezirksvertretung (BV) Münster-West und vorbehaltlich des Wahlergebnisses auf dem Sprung in den Rat. Mit ihr sprach unser Redakteur Kay Böckling .

Frau Kretzschmar, Sie stellen sich zum wiederholten Mal zur Wahl als Ratsfrau für Gievenbeck-Süd. Warum treten Sie ein zweites Mal an und was rechnen Sie sich aus?

Kretzschmar: Beim letzten Mal habe ich meinen Wahlkreis knapp nicht gewonnen. Ich hatte – glaube ich – fünf Stimmen weniger als mein Gegenkandidat von der CDU . Ich hoffe, dass ich dieses Mal ein wenig mehr Glück habe.

Gesetzt den Fall, Sie werden in den Rat gewählt: Machen Sie dann parallel auch in der BV weiter?

Kretzschmar: Das kann ich mir nicht vorstellen. Der Rat ist vom zeitlichen Umfang doch so fordernd, ich habe eine volle Stelle als Lehrerin und habe auch noch Hobbys wie das Singen – ich würde aber auf jeden Fall die Fraktion in der BV weiter unterstützen.

Und sollte es mit dem Rat nicht klappen?

Kretzschmar: Dann würde ich weiterhin in der Bezirksvertretung arbeiten.

Was ist das Reizvolle an der Kommunalpolitik?

Kretzschmar: Manchmal frage ich mich schon, warum ich mir das antue. Aber Spaß beiseite: Mir macht es Spaß, die Menschen um mich herum kennenzulernen. Ich stelle mir die Frage, was man tun kann, damit das Leben besser wird für Familien mit Kindern, für Senioren, für Studierende – es macht einfach Spaß zu sehen, dass man etwas bewirken kann.

Ein Beispiel?

Kretzschmar: Am Forum beim Marktkauf. Da habe ich Jahre gekämpft, und nun haben wir es wirklich durchgesetzt, dass dort mehrere schöne Beete angepflanzt und Bänke aufgestellt worden sind.

Wie war Ihr Weg in die Kommunalpolitik?

Kretzschmar: Ich bin dem Ortsverein beigetreten, nachdem ich Mitglied geworden bin. Das war 2008. Eigentlich war es nicht meine Absicht, Kommunalpolitik zu machen. Da die SPD eine Geschlechterquote hat, wurde verstärkt nach Frauen Ausschau gehalten, die bereit waren, in kommunalpolitischen Gremien aktiv mitzuarbeiten. Als man mich fragte, ob ich mir das vorstellen könnte, habe ich gedacht: „Gut, probier es mal.“

Das Thema Nummer eins der SPD ist das Familien- und Freizeitbad im Westen – manche reden auch vom Spaßbad. . .

Kretzschmar: Spaßbad auf keinen Fall. Die Reduzierung auf den Begriff „Spaßbad“ ist ein Kampfbegriff der Gegenseite. Uns geht es darum, dass die Menschen im Westen der Stadt eine Chance haben zu schwimmen. Das Bad soll vielfältige Möglichkeiten bieten. Wir wollen beispielsweise eine 50-Meter-Bahn. Dann gibt es in Gievenbeck keine vernünftige Sauna oder für Senioren die Möglichkeit, Gesundheitssport zu machen. Ja, das Bad soll Spaß bieten – Spaß ist ja nichts Schlimmes. Aber es soll ein Bad in Gievenbeck werden, das die Anforderungen an ein Sport- und Freizeitbad zugleich erfüllt.

Einen Standort haben Sie?

Kretzschmar: Das Gelände hinter dem ehemaligen Offiziers-Casino.

Die Entwicklung Gievenbecks hängt ja nicht allein an einem Sport-Bad. Was brennt Ihnen noch unter den Nägeln?

Kretzschmar: Wohnen! Das ist das Thema schlechthin. Das Problem: Die Menschen finden keinen angemessenen Wohnraum und wenn, dann können sie ihn nicht bezahlen. Ich kenne viele Familien, die aus diesen Gründen schon ins Umland abgewandert sind. Es gibt viele Menschen, die für eine Sozialwohnung zu viel Geld verdienen, die aber nicht das Geld haben, 15 Euro Miete für einen Quadratmeter zu zahlen. Für die müssen wir was tun. Unsere Idee: Wir müssen soviel mehr Angebot schaffen, dass die Preise nach unten gedrückt werden.

Stichwort „Entwicklung des Zentrums rund um die Michaelkirche“. In der öffentlichen Wahrnehmung hielt sich die SPD bei diesem Thema etwas zurück. Oder täuscht dieser Eindruck?

Kretzschmar: Ich glaube schon, dass das täuscht. Wir haben schon versucht, Akzente zu setzen, als es um die Pläne und die politische Beratung ging. Die CDU kämpfte für mehr Parkplätze, und wir waren für mehr Aufenthalts-Qualität. Und die entsteht nicht durch mehr Parkplätze. Wir sind der Meinung, dass ein Geschäft nicht sofort pleite geht, wenn man nicht jederzeit vor der Tür einen Parkplatz findet.

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