Bürgeranregung hat wohl keine Aussicht auf Realisierung
Viele Gründe gegen Kreisverkehr

Münster-Gievenbeck -

Dieser Vorschlag erhielt viel Zustimmung sowohl aus der Politik wie auch aus der Bevölkerung: Ein Kreisverkehr an der Kreuzung Roxeler Straße/Gievenbecker Reihe. Doch was sagt das Tiefbauamt zu diesem Vorschlag? Nicht gut!

Mittwoch, 16.09.2020, 17:46 Uhr aktualisiert: 17.09.2020, 17:12 Uhr
Der Idee eines Gievenbeckers, an dieser Stelle einen Kreisverkehr zu bauen, erteilte das Tiefbauamt nun eine Absage.
Der Idee eines Gievenbeckers, an dieser Stelle einen Kreisverkehr zu bauen, erteilte das Tiefbauamt nun eine Absage. Foto: Kay Böckling

Es war eine ambitionierte Idee, die der Gievenbecker René Mensing Mitte Juli öffentlich machte. Ihn störte es, dass es mit der neuen Ampel an der Kreuzung Roxeler Straße /Gievenbecker Reihe sowie einer weiteren Ampel im Bereich der künftigen Zufahrt zum Oxford-Quartier zu einer enormen Häufung von besagten Anlagen komme. Auf einem 800 Meter langen Stück zwischen Stadtbereichszentrum und Albert-Schweitzer-Straße wären es derer sechs. Mensings Lösung: ein Kreisverkehr am Knotenpunkt Gievenbecker Reihe.

Dieser Vorschlag erhielt viel Zustimmung sowohl aus der Politik wie auch aus der Bevölkerung. Zahlreiche Leserbriefe zu diesem Thema, deren Verfasser sich ebenfalls für besagten Kreisverkehr einsetzten, dokumentieren dies. Letztlich forderte der Rat der Stad Münster die Verwaltung – und hier explizit das Tiefbauamt – auf, Stellung zu beziehen.

Auf Anfrage teilte Gerhard Rüller in seiner Funktion als stellvertretender Tiefbauamtsleiter mit, dass man im Vorfeld durchaus die Option eines möglichen Kreisverkehrs an der Kreuzung Roxeler Straße / Gievenbecker Reihe geprüft habe: „Aus unserer Sicht sprechen mehrere Gründe gegen einen Kreisverkehr an dieser Stelle.“

Zum einen sei dort schlichtweg zu wenig Platz, um einen Kreisverkehr zu bauen. Der Raum, der dafür benötigt werde, befinde sich auch nicht in städtischem Besitz. Grunderwerb wäre notwendig.

Noch schwerer wiegen laut Rüller aber auch die verkehrstechnischen Gründe: „Bei der Roxeler Straße handelt es sich um eine vorfahrtsberechtigte Straße mit ausgesprochen viel Verkehr.“ Die Gievenbecker Reihe hingegen sei im Vergleich nur gering belastet.

Ein weiteres Problem sei der Radverkehr auf der vielbefahrenen Roxeler Straße. Das enorme Verkehrsaufkommen mache es aus Sicherheitsgründen notwendig, dass man den Radverkehr außerhalb des Kreisverkehrs entlangführe. Als Beispiel nannte Rüller den Kreisverkehr am Hansa-Business-Park. Das aber hätte zur Folge, dass Radfahrer für die Querung stets halten müssten – was wiederum den Zielen der jüngst beschlossenen Velo-Route widerspreche: zügiges Radfahren. Bei einer Vorfahrt des Radverkehrs würde dies zu Lasten des Verkehrsflusses auf der Roxeler Straße gehen.

Einem ebenfalls in der Diskussion befindlichen Kreisverkehr in Höhe der künftigen Einfahrt zum Oxford-Quartier erteilte Rüller ebenfalls eine Absage. Auch hier spielten Platzgründe eine wichtige Rolle.

Im Gegensatz zum Knotenpunkt Gievenbecker Reihe, wo man das Platzproblem durch Grundstückskauf lösen könnte, spielt dort ein anderer Umstand eine wichtige Rolle: die denkmalgeschützten Mauern an der ehemaligen Kaserne sowie dem früheren Offiziers-Casino gegenüber. Die müssten bei einem Bau eines Kreisverkehrs zum Teil zurückgebaut werden – aus Gründen des Denkmalschutzes gar nicht möglich.

Zurück zur Kreuzung Gievenbecker Reihe: Sollte sich die Politik trotz aller Bedenken des Tiefbauamts doch dafür entscheiden, dort einen Kreisverkehr zu installieren und einen entsprechenden Beschluss fassen, so hätte dies unweigerlich zur Folge, dass das gesamte Erschließungskonzept für das komplette Areal geändert und dann erneut alle politischen Gremien passieren müsste.

Das wiederum hätte wahrscheinlich zur Folge, dass es bedingt durch die lange Beratungskette zu weiteren Verzögerungen bei der Entwicklung des Quartiers kommen könnte. Zur Erinnerung: Bis zur Verabschiedung des nun gültigen Konzepts vergingen mehrere Monate. Zankapfel war bekanntlich der von der SPD geforderte zweite Radweg an der Roxeler Straße, der besonders bei den Grünen für jede Menge Beratungsbedarf gesorgt hatte.

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