Werkschau in der Bildhauerwerkstatt von Rolf Stahr
Boote, Kokons und Bewegungen

Münster-Gievenbeck -

Corona hat dafür gesorgt, dass die traditionelle Werkschau der Bildhauerwerkstatt Rolf Stahr verschoben werden musste. Zunächst für Ostern terminiert, findet sie nun am letzten Septemberwochenende statt. Und darauf dürfen sich die Besucher freuen:

Donnerstag, 17.09.2020, 17:12 Uhr
Das Trio lädt zur Werkschau an den Rüschhausweg ein (v.l.): Rolf Stahr, Bri Lapke und Sabine Klupsch.
Das Trio lädt zur Werkschau an den Rüschhausweg ein (v.l.): Rolf Stahr, Bri Lapke und Sabine Klupsch. Foto: Kay Böckling

Ja, Corona hat auch die Arbeiten der Künstlerin Sabine Klupsch durchaus beeinflusst. Das Thema Rückzug kommt dem Betrachter bei drei ihrer Werke, die sich mit einem Kokon befassen, unweigerlich in den Sinn. Rückzug, das beschreibt nämlich auch treffend das Verhalten vieler während der Pandemie. Klupsch ist Teil eines Trios, das Ende dieses Monats die mittlerweile traditionelle Werkschau in der und um die Bildhauerwerkstatt Rolf Stahr am Rüschhausweg 270 mit seinen neusten Werken bestückt.

In der aktuellen Präsentation widmet sich die Künstlerin Bri Lapke wiederholt dem Thema Boote. Das beschäftigte sie bereits vor einigen Jahren schon einmal: „Als die Flüchtlinge zum Teil in winzigen Booten über das Meer kamen“, sagt die Künstlerin. Während sie in den damaligen Arbeiten mit Keramik arbeitete, verwendet sie aktuell eher Stahl: „Dieser hat eine geschwungene, abstrahierte Bootsform.“ Zum Teil seien die Boote in großen Wellen dargestellt. „Ich empfinde diese Boote als ein wenig hoffnungsvoller und positiver“, schildert Rolf Stahr seine persönlichen Eindrücke. Ihre künstlerischen Schwerpunkte liegen nach eigener Aussage bei filigranen Drahtarbeiten und Arbeiten mit Fundstücken aus der Natur.

Dem Verpuppungsstadium von Insekten widmet sich Sabine Klupsch in einem Teil ihrer Werke: „Das Raupendasein hinter sich lassen, in eine zurückgezogene Entwicklungsphase gehen, um dann als völlig verändertes Wesen in einen neuen Abschnitt zu starten.“

Diese Metamorphose stellt sie einmal in Holz dar. Zudem hält sie diese in verschiedenen Drahtvariationen fest. Eine diese Darstellungen aus Draht zeigt einen Kokon, der bereits die Formen eines Schmetterlings andeutet. Zu der Thematik hat sie drei Stücke erarbeitet. Eine andere Arbeit widmet sich einem Efeu-Blatt, dass – in ähnlicher Weise wie der Kokon – einen Innenraum verhüllt. Sabine Klupsch ist gelernte Holzbildhauerin. Ihre Stilrichtung beschreibt sie selbst als bildhauerische Darstellung: „Es geht in erster Linie nicht um das Material, sondern um das Sehen. Die dreidimensionale Art, Dinge darzustellen, ist für mich der Kern der Bildhauerei.“

Rolf Stahr befasst sich weiterhin mit kinetischen Skulpturen: „Mich faszinieren Bewegungen, die sehr langsam und träge aus der Balance oder aus der Störung der Balance heraus entstehen.“ Rückblickend auf frühere Arbeiten bemerkt er: „Die Bewegungen werden immer langsamer und in vielen Fällen auch minimaler.“ Er versucht, auch den Moment vor der Bewegung festzuhalten, „wo man sie quasi ahnt“.

Eines seiner präsentierten Werke heißt „Geometrie 2“, Nachfolger einer Erstauflage. Dort stellt er geometrische Strukturen dar, die sich verschieben.

Terminiert war diese Werkschau eigentlich zu Ostern . Corona machte dem Künstler-Trio aber einen dicken Strich die Rechnung. Auch der dann avisierte Pfingsttermin konnte nicht gehalten werden. Nun hat sich die Situation etwas beruhigt, wenn auch nicht gänzlich entspannt. Gewisse Veranstaltungen sind unter Einhaltung besonderer Hygiene-Vorschriften erlaubt. Und in der Bildhauerwerkstatt hat man ein entsprechendes Konzept erarbeitet, das auch mit dem Gesundheitsamt abgestimmt wurde. So gilt auf dem gesamten Gelände Maskenpflicht, Markierungen machen auf die Einhaltung der Abstände aufmerksam. Desinfektionsmittel stehen bereit und in der Werkstatt selbst dürfen sich nicht mehr als zehn Personen gleichzeitig aufhalten.

Das „Offene Atelier“ im der Bildhauerwerkstatt Rolf Stahr findet statt am 26. und 27. September jeweils in der Zeit von 11 bis 18 Uhr. Die Werkschau ist zum Teil auch unter freiem Himmel zu sehen.

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