Kolja Koeniger ist neuer Pfarrer der evangelischen Lukas-Gemeinde
Gut in Gievenbeck angekommen

Münster-Gievenbeck -

Er ist der Neue: Seine Wahl erfolgte am 2. Februar dieses Jahres, im Juni erhielt er seine Diensturkunde. Seit nunmehr rund 100 Tagen im Amt, feiert die evangelische Lukas-Kirchengemeinde den Einführungsgottesdienst ihres neuen Pfarrers Dr. Kolja Koeniger.

Freitag, 18.09.2020, 18:00 Uhr
Möchte Türen öffnen: Kolja Koeniger ist neuer Pfarrer der evangelischen Lukas-Kirchengemeinde
Möchte Türen öffnen: Kolja Koeniger ist neuer Pfarrer der evangelischen Lukas-Kirchengemeinde Foto: Kay Böckling

Seine Wahl erfolgte am 2. Februar dieses Jahres, im Juni erhielt er seine Diensturkunde. Seit nunmehr rund 100 Tagen im Amt, feiert die evangelische Lukas-Kirchengemeinde am 4. Oktober um 10.30 Uhr den Einführungsgottesdienst ihres neuen Pfarrers Dr. Kolja Koeniger . Mit ihm sprach unser Redakteur Kay Böck­ling.

 

Herr Koeniger, Sie sind ja jetzt schon einige Tage in Gievenbeck. Haben Sie sich gut eingelebt?

Koeniger: (überlegt) Ich überlege deswegen, da das Leben aktuell ja in einer ganz anderen Spur fährt, als üblich. Insofern ist das mit dem Einleben etwas schwierig. Der Pfarrberuf ist ein sehr kontaktintensiver Beruf. Wenn der Dienstbeginn mitten reinfällt in eine Situation wie jetzt, macht das den Einstieg ungewohnt. Aber: Wir als Familie sind gut angekommen in Gievenbeck. Wir wurden sehr herzlich empfangen, und das erleichtert den Einstieg enorm.

Ihre Wahl erfolgte bereits im Februar. Warum erst jetzt der Einführungsgottesdienst?

Koeniger: Es ist nicht unüblich, dass es nach der Wahl drei bis vier Monate bis zum Dienstantritt dauert. Nun kamen bei mir zwei weitere Dinge hinzu. In Greifswald war ich nicht nur in einer Gemeinde tätig, sondern mit einem Stellenanteil auch an der Universität angestellt. Weil ich auf jeden Fall vor Dienstantritt meine Promotion abschließen wollte, habe ich erst im Juli in der Lukasgemeinde begonnen. Und dann kam Corona dazwischen. Ursprünglich war meine Einführung ebenfalls für Juli geplant, aber da war nicht dran zu denken. Ich freue mich darum sehr, dass wir nun die Einführung feiern können.

Umreißen Sie doch mal kurz Ihren beruflichen Werdegang.

Koeniger: Ich komme aus dem Ruhrgebiet, aus dem wunderschönen Castrop Rauxel (lacht). Dort habe ich das Abitur abgelegt und auch meinen Zivildienst geleistet beim Roten Kreuz. Dann studierte ich Theologie in Gießen, Greifswald, in Tübingen und auch ein bisschen in England. Mein Vikariat habe ich in Dortmund gemacht, meinen Probedienst in Gelsenkirchen und war dann die vergangenen viereinhalb Jahre wieder in Greifswald.

Warum nun der Schritt nach Münster?

Koeniger: Ich bin Pfarrer der Westfälischen Landeskirche, da bin ich an meine Kirche gebunden. Als ich mit meiner Frau nach Greifswald ging, war uns also klar, dass das zeitlich befristet ist und wir früher oder später zurückkehren würden. Zumal wir auch familiär hier mit der Region verbunden sind. Damals wusste ich aber natürlich noch nicht, dass wir danach nach Münster kommen würden.

Und dann kam die Ausschreibung der Lukas-Kirchengemeinde...

Koeniger: Richtig. Die Lukasgemeinde hat eine Stelle ausgeschrieben, die ich ausgesprochen interessant fand und auf die ich mich unbedingt bewerben wollte. Im Bewerbungsverfahren wurde dann schnell klar, dass wir gut zusammenpassen. Da waren viele gute Begegnungen mit Mitarbeiter und mit Mitgliedern des Presbyteriums. Ich habe auch einen Gottesdienst meiner Kollegin Judith Schäfer gesehen und gedacht: „Hier geht was. Hier ist eine Gemeinde unterwegs.“

Nach dem Wahlgottesdienst sind Sie telefonisch über den Ausgang informiert worden. Wissen Sie noch, wo genau Sie da waren?

Koeniger: Ich war in meinem Büro in Greifswald. Pfarrer Dütemeyer rief mich an und teilte mir mit, dass das Presbyterium mich einstimmig gewählt hat.

Was haben Sie dann gemacht?

Koeniger: Ich habe meine Frau angerufen, mich mit ihr gefreut und sie gebeten, einen Sekt kaltzustellen.

In der Einladung zum Einführungsgottesdienst steht „Einführung in die 1. Pfarrstelle“. Was bedeutet das?

Koeniger: Es geht da um die zwei Bezirke der Gemeinde. Entsprechend sind auch die Pfarrstellen aufgegliedert. Das hat nichts mit Hierarchie zu tun, sondern nur mit der Aufteilung der Zuständigkeiten.

Wo wir gerade bei der Aufteilung sind: Wo liegen Ihre geografischen Zuständigkeiten?

Koeniger: (lacht) Die entdecke ich noch. Der Kollege Dütemeyer ist eher für den Bereich Sentruper Höhe zuständig, ich tendenziell eher für den Bereich Gievenbeck. Aber das lässt sich nicht ganz streng aufteilen. Es macht für uns als Gemeinde schon länger keinen Sinn mehr, die Arbeit allein nach Straßenzügen aufzuteilen. Wir schauen da mehr auf die Arbeitsbereiche.

Die da bei Ihnen wären?

Koeniger: Ich bin überwiegend zuständig dafür zu schauen, wie wir Kinder-, Jugend- und Familienarbeit in Zukunft stärker gestalten können. Das liegt natürlich auch an meiner Lebensphase: Als Vater von zwei Kindern im Vorschulalter besteht da ein gewisses Eigeninteresse. Jenseits dieser Schwerpunkte bin ich aber natürlich auch in alle übrigen Entscheidungsprozesse der Gemeinde eingebunden.

In Greifswald bezeichnete man Sie als Pastor, hier sind Sie Pfarrer. Was ist der Unterschied?

Koeniger: Das sind Amtsbezeichnungen, die eine gewisse Historie haben, aber – wenigstens in der evangelischen Kirche – inhaltlich nahezu identisch sind. Es sind Namensspiele, so wie wir in Westfalen eine Präses haben und die Lutherische Kirche in Bayern einen Bischof. Am Ende machen die aber in etwa das Gleiche.

Wer eine neue Stelle antritt, verfolgt gewisse Ziele. Welche verfolgen Sie?

Koeniger: Das ist derzeit schwer zu sagen. Ich muss Münster erst einmal richtig kennenlernen. Da ergibt es wenig Sinn, mit einem vorformulierten Fünf-Schritte-Plan alles auf den Kopf zu stellen. Aber: Ich möchte, dass unsere Kirchentüren in Zukunft noch weiter aufgehen und wir unsere frohe Botschaft besser unter die Leute kriegen.

Und was macht der Pfarrer Koeniger, wenn sich die Kirchentüren schließen – sprich in seiner Freizeit?

Koeniger: Wir haben im Gemeindezentrum einen richtig guten Kicker. Da spiele ich gerne, so es die Hygieneregeln zulassen. Ich schaue ganz gerne Sport. Ich komme wie gesagt aus dem Ruhrgebiet – da ist Fußball wichtig. Daneben verbringe ich mehr Zeit, als ich öffentlich zugeben mag, auf Computer- und Technik-Blogs. Und ansonsten spiele ich in meiner freien Zeit gerne mit meinen beiden Jungs oder unternehme Ausflüge mit meiner Frau.

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