Pfarrerin Judith Schäfer verabschiedet
Eine rote Bank bleibt in Gievenbeck

Münster-Gievenbeck -

Abschied nehmen hieß es am Sonntag in der Lukaskirche: Pfarrerin Judith Schäfer zieht nach Ibbenbüren um.

Sonntag, 25.10.2020, 22:30 Uhr
Eine rote Bank zum Abschied: Pfarrerin Judith Schäfer wurde von Pfarrer Dirk Dütemeyer aus der Lukasgemeinde mit einem Gottesdienst verabschiedet, um nach Ibbenbüren zu gehen.
Eine rote Bank zum Abschied: Pfarrerin Judith Schäfer wurde von Pfarrer Dirk Dütemeyer aus der Lukasgemeinde mit einem Gottesdienst verabschiedet, um nach Ibbenbüren zu gehen. Foto: cro

Eine Sache wird man in der Lukasgemeinde immer mit Pfarrerin Judith Schäfer verbinden: eine rote Sitzbank. Die hatte sie schon am Anfang ihrer rund eineinhalbjährigen Zeit in der Gemeinde in Gievenbeck genutzt, um mit den Gläubigen auf dem Markt ins Gespräch zu kommen. „Das wird mir sicher fehlen“, meinte die beliebte Pfarrerin, die nun mit einem Gottesdienst verabschiedet wurde.

Damit die Gemeinde aber nicht auf den Platz für Gespräche verzichten muss, hat sich Schäfer, die ihre neue Stelle – wie berichtet – in Ibbenbüren antritt, ein besonderes Geschenk überlegt: Eine rote Bank sollte es sein. Diese wurde nicht nur bei der Verabschiedung übergeben, vielmehr erklärte Pfarrer Dr. Dirk Dütemeyer schmunzelnd: „Die werde ich nun immer mitnehmen, wenn ich Gespräche führe.“

Die Gemeinde ließ es sich nicht nehmen, Schäfer auf ihrem neuen Weg die besten Wünsche mitzugeben: „Sie kam, sah und eroberte die Herzen im Fluge“, so das große Lob von Dütemeyer während des Gottesdienstes. Dabei habe er sich immer wieder gefragt, wie die junge Kollegin das angeschlagene Tempo durchhalten wolle: „Sie hat immer wieder etwas Neues geschaffen und angestoßen, war an der Gemeindekonzeption ebenso beteiligt wie am Arbeitskreis.“ Schäfer habe viel bewegt, der Gemeinde Hoffnung gegeben auf Neues, sodass Dütemeyer sie einfach nicht gehen lassen wollte. „Ich habe bis zum Ende gehofft, dass sie bleibt, werde es auch erst dann glauben, wenn sie wirklich weg ist“, so der Pfarrer.

Auch Judith Schäfer hat sich den Abschied nicht leicht gemacht: „Ich habe in Gievenbeck viele kreative, begeisterte und offenherzige Menschen getroffen“, erinnerte sie sich. Das sei etwas Besonderes gewesen. „Aber nun zieht es sie wieder dorthin, wo ihre Wurzeln liegen: Nach Ibbenbüren“, ergänzte Dütemeyer.

Nach einem kurzen Abschiedskonzert des Chores vor der Lukaskirche ging es weiter mit einem Empfang: Dort hatten alle noch einmal die Gelegenheit, sich von Judith Schäfer zu verabschieden. Auch das ungewöhnliche Abschiedsgeschenk musste verstaut werden: die Kirchliche Dogmatik von Karl Barth, allerdings in 14 Bänden. „Wir haben eine Sackkarre gebraucht, um sie in die Kirche zu bringen, aber es war ein großer Wunsch“, berichtete Pfarrer Dütemeyer.

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