Projekt des Stein-Gymnasiums ausgezeichnet
Schulgarten mit Synergie-Potenzial

Münster-Gievenbeck -

Dieser Schulgarten ist einer von dreien in Münster, die im Rahmen des UN-Dekade-Projekts „Biologische Vielfalt“ besonders ausgezeichnet wurden. Es ist ein Projekt des Stein-Gymnasiums. Das steckt dahinter:

Mittwoch, 04.11.2020, 18:25 Uhr
Oberbürgermeister Markus Lewe (r.), Nachhaltigkeitsdezernent Matthias Peck (2.v.r.) sowie Viktor Haase, Leiter der Abteilung „Nachhaltige Entwicklung, Klimawandel, Umweltwirtschaft“ des Umweltministeriums NRW (r.), zeichneten jüngst Gregor Poell (3.v.r.), Co-AG-Leiter Leo Beerwerth (4.v.r.) und Schüler Kaysa Winkler (2.v.l.) für ihr Schulgartenprojekt aus.
Oberbürgermeister Markus Lewe (r.), Nachhaltigkeitsdezernent Matthias Peck (2.v.r.) sowie Viktor Haase, Leiter der Abteilung „Nachhaltige Entwicklung, Klimawandel, Umweltwirtschaft“ des Umweltministeriums NRW (r.), zeichneten jüngst Gregor Poell (3.v.r.), Co-AG-Leiter Leo Beerwerth (4.v.r.) und Schüler Kaysa Winkler (2.v.l.) für ihr Schulgartenprojekt aus. Foto: Björn Meyer

Dass eine grüne Schule, die im Grünen liegt, über einen Schulgarten verfügt, ist vielleicht nicht besonders erstaunlich. Wer hier aber geharkte Beete, gepflegte Rabatten oder Stauden und Büsche in Formschnitt erwartet, liegt falsch. Der Naturgarten des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums ist wild, aber dennoch gebändigt und die ordnende Hand eines Fachmanns durchaus erkennbar.

Gregor Poell , Lehrer am Stein und Fachmann für Umwelt, Naturpädagogik und nachhaltige Entwicklung, ist hier zusammen mit seiner Greenkeeper-Naturschutz-AG tätig. Ihr Ziel: Biodiversität auf dem Schulgelände erhalten und erforschen.

Da gibt es mobile Hochbeete mit Kräutern und Gemüse, die auf einer Brache stehen und an denen erfolgreich geerntet wurde. In einem Gewächshaus werden Tomaten, Salat und Kräuter gezogen. Natursteinmauern und Totholzhaufen bieten Insekten günstige Lebensbedingungen, und in einer Teichpatenschaft in Kooperation mit dem Nabu kann das Leben im und am Wasser beobachtet werden.

Ein Bienenstock ist digital vernetzt und liefert über ein Monitoring Informationen darüber, wie das Bienenvolk mit den Umweltbedingungen zurechtkommt. Die Schule ist Teilnehmer in dem „Citizen Science“-Forschungsprojekt WE4bee.org“ und einer von 60 Standorten in Deutschland, die mit der Internetplattform „Hobos“ verbunden sind, die für Lehr- und Forschungszwecke bereits seit 14 Jahren Umweltbedingungen an Bienen erforscht.

Und dann sind da noch die Hühner. Das schöne Hühnerhaus, in dem die fünf Hennen leben, hat der Lehrer mit Schülern der Oberstufe entworfen und gebaut. Es ist ein gutes Beispiel für das Synergie-Potenzial, das im Schulgarten steckt. Das Schild vor dem Bienenareal wurde von einem Schüler im Kunstunterricht gezeichnet, und ein Logo für die Greenkeeper Naturschutz-AG ist bei der Kunst-AG in Auftrag gegeben. Für die Datenübertragung aus dem Bienenstock sind die IT-Spezialisten aus der Oberstufe gefragt.

Dieser Schulgarten ist einer von dreien in Münster, die im Rahmen des UN-Dekade-Projekts „Biologische Vielfalt“ besonders ausgezeichnet wurden. Die „Schulgärten im Quartier“ sollen das Bewusstsein für eine faire, ökologisch vertretbare Zukunft stärken.

„Der Garten ist ein Partner in der Infrastruktur des Quartiers“, erklärt Gregor ­Poell. Er ist überzeugt: Natur sollte man nicht per Power-Point kennenlernen. Der Garten lädt alle Interessierten ein zum generationsübergreifenden Gärtnern, zum Verwerten, Beobachten, Genießen und zum Ruhe finden – nicht nur die Schüler der Schule. „Wir wünschen uns Partizipation unserer Nachbarn, also ein aktives Miteinander mit dem Stadtteilzentrum, den Kitas und den Seniorenheimen“, sagt Poell.

E-Mail: gregorpoell@gmx.de

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