Neues Kirchenzentrum der Lukas-Gemeinde ist in den Startlöchern
„Wir bauen die Kirche der Zukunft“

Münster-Gievenbeck -

Es ist die erste Bebauung auf dem ehemals militärisch genutzten Areal:Im Oxford-Quartier bat die Lukas-Gemeinde ihr neues Kirchenzentrum. Mitte kommenden Jahres soll es losgehen.

Freitag, 06.11.2020, 17:15 Uhr
Die Pfarrer Dr. Kolja Koeniger (l.) und Dr. Dirk Dütemeyer mit den Plänen des neuen Kirchenzentrums, das direkt hinter dem Bauzaun entstehen wird. 
Die Pfarrer Dr. Kolja Koeniger (l.) und Dr. Dirk Dütemeyer mit den Plänen des neuen Kirchenzentrums, das direkt hinter dem Bauzaun entstehen wird.  Foto: Peter Hellbrügge-Dierks

Wenn Dr. Dirk Dütemeyer auf die Pläne schaut, bekommt er glänzende Augen. „Hier wird die Kirche der Zukunft gebaut“, sagt der Pfarrer der evangelischen Lukas-Kirchengemeinde und meint damit das neue Kirchenzen­trum, das auf dem Gelände der ehemaligen Oxford-Kaserne gebaut wird. Das Grundstück ist gekauft, der Bauantrag eingereicht – sobald die Ausschreibungen durch sind, kann es eigentlich losgehen.

Es ist im Übrigen die erste Bebauung auf dem ehemals militärisch genutzten Areal, wie Presbyter Dr. Veit Christoph Baecker anmerkt. In der Nachbarschaft errichte die städtische Wohnungsgesellschaft „Wohn- und Stadtbau“ einen 160 Wohnungen umfassenden Komplex. „Aber meines Wissens nach beginnen wir früher, auch wenn die Arbeiten später wahrscheinlich parallel laufen“, meint Baecker.

Pfarrer Dr. Dütemeyer hat einen klaren Zeitrahmen vor Augen: „Wir rechnen damit, dass Ende 2022 alles gebaut ist, allerdings halte ich Mitte 2023 für realistischer – mit allen Verzögerungen, die eventuell kommen könnten.“

Was bedeutet das für den Baubeginn? „Mitte des nächsten Jahres“, glaubt Baecker nach Rücksprache mit dem Kirchmeister Oliver Boel­ke mit Blick auf die aktuelle Lage auf dem Ex-Kasernen-Gelände. „In diesem Bereich ist ja mittlerweile alles abgeräumt, was abgeräumt werden soll. Die Abrissarbeiten gehen nun weiter in Richtung Stein-Gymnasium.“

Das neue Kirchenzentrum entsteht direkt an der neu zu bauenden Gumprichstraße, einer direkten Weiterführung des Arnheimwegs. Das 100 Meter lange und 50 Meter breite Grundstück schmiegt sich quasi an eine fast 90 Grad anknickende Kurve. Im nordöstlichen Teil des Grundstücks finden sich künftig zwei identisch gebaute Pfarrhäuser mit gut 140 Quadratmetern Wohnfläche.

Zentral gelegen wird es einen Gottesdienstraum geben, der sich nicht nur in der Höhe (er ragt dreieinhalb Meter über das andere Gebäude hinaus) vom gesamten Komplex abhebt, sondern durch seine farbliche Gestaltung auch optisch. Dütemeyer: „Wir wollen auch nach außen hin dokumentieren: Wir sind Kirche. Daher auch der separate Glockenturm.“

Der Gottesdienstraum wird im Übrigen multifunktional sein. Das heißt: Es wird alles beweglich sein. Natürlich werde er eine sakrale Atmosphäre haben, verspricht der Pfarrer. Aber: „Der ganze Rest des Gebäudes kann in Modulen zugeschaltet werden.“ Man könne auch den Innenhof mitbespielen, indem man dort die Türen öffnet, wie beim Gemeindefest denkbar. Und: Alles werde fernsehtechnisch übertragbar sein.

Komplettiert wird das neue Kirchenzentrum durch verschiedene Büros, einen Flurbereich mit Küche, den Eine-Welt-Laden, Sanitäranlagen sowie auch einen großen Bereich für die Jugendarbeit. Dieser ist angeschlossen an einen rund 400 Quadratmeter großen Garten. Eingefasst in das Gebäude ist ein Kirchplatz.

Dirk Dütemeyer hat für die Anfangszeit ein klares Ziel vor Augen: „Unser Gedanke ist es zunächst, eine sozial stabilisierende Kraft in diesem neu wachsenden Stadtteil zu sein.“ Durch diese enorme Bautätigkeit, die dort stattfinden werde – es zögen immerhin über 3000 Menschen dort hin – habe man mit der bereits verankerten Lukas-Gemeinde eine stabilisierende Größe vor Ort. Die könne helfen, dass der Stadtteil zusammenwachse: „Das wird eine der Aufgaben sein, die auf uns zukommt.“

Langfristig gesehen ist eine Zentralisierung des Gemeindelebens angestrebt. Damit einhergehend wird man auch die Räumlichkeiten im Lukas-Zentrum verlassen und alles ins Oxford-Quartier verlagern. Dütemeyer: „Die Grundidee basiert darauf: Wenn man zu viele Standorte bedient, verzettelt man sich mit den Möglichkeiten.“ Zudem sei der Standort der Lukas-Kirche viel zu extern gelegen. „Die Gemeindeglieder leben zumeist in Gievenbeck und drumherum.“ Um alles zu zentrieren, werde man alle Standorte verlassen.

Alles findet sich im neuen Kirchenzentrum wieder: „Lediglich die Lukas-Kirche bleibt in unserem Eigentum.“ Die Räumlichkeiten im Lukas-Zentrum werde man vermieten.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7666928?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F136%2F
Nachrichten-Ticker