Evangelische Kirchengemeinde präsentiert sich in sozialen Netzwerken
Lukas auf virtuellen Wegen

Münster-Gievenbeck -

Aktuell erreicht die Gemeinde Hunderte Interessierter in sozialen Netzwerken wie Instagram oder Youtube – Tendenz steigend. Die Lukas-Gemeinde hat neue Plattformen für sich entdeckt.

Freitag, 11.12.2020, 19:30 Uhr
Freuen sich über den Online-Auftritt (v.l.): Dr. Dirk Dütemeyer, Judith Schäfer, Dr. Veit Christoph Baecker, Dr. Kolja Koeniger und Peter Hellbrügger-Dierks
Freuen sich über den Online-Auftritt (v.l.): Dr. Dirk Dütemeyer, Judith Schäfer, Dr. Veit Christoph Baecker, Dr. Kolja Koeniger und Peter Hellbrügger-Dierks Foto: Kay Böckling

Alles begann mit dem im Stadtteil mittlerweile wohl bekanntesten Möbelstück: dem „Roten Sofa“. Darauf lud die ehemalige Pfarrerin der Lukas-Kirchengemeinde, Judith Schäfer , im Gievenbecker Zentrum am Rüschhausweg zum launigen Gespräch über Gott und die Welt ein– und landete aufgrund einer kurzweiligen Idee mittels eines Fotos auf dem Internet-Portal „Instagram“.

Aus diesem digitalen „Spontan-Auftritt“ ist mittlerweile deutlich mehr geworden. Aktuell erreicht die Gemeinde Hunderte Interessierter in sozialen Netzwerken wie Instagram oder Youtube – Tendenz steigend. Und gerade in Zeiten von Corona bietet die digitale Technik interessierten Gemeindegliedern oder anderen Nutzern die Möglichkeit, der Lukas-Gemeinde auch informativ verbunden zu bleiben – virtuelle Andachten inklusive.

„Uns geht es eigentlich so wie vielen anderen auch“, sagt Pfarrer Dr. Dirk Dütemeyer mit Blick auf die coronabedingte Situation: „In der Digitalisierung unserer Arbeit sind wir enorm fortgeschritten.“ All das sei aber auch nur möglich, weil zahlreiche Helfer sich an diesem herausfordernden Projekt beteiligten.

Da seien nicht in erster Linie diejenigen zu nennen, die beispielsweise in der Reihe „ANgeDACHT“, dem virtuellen Kurz-Impuls auf den Youtube- und Instagram-Kanälen der Gemeinde, zu sehen sind – also die Geistlichen. Vielmehr seien es diejenigen im Hintergrund, die die Digital-Angebote erst in ihrer Breite ermöglichten.

So nennt er beispielsweise Presbyter Peter Hellbrügge-Dierks, der durch seine fotografischen wie videotechnischen Fähigkeiten immer neue Akzente setzen könne. Oder Peer Hölscher, der seit Jahren für den Bühnenaufbau des beliebten Krippenspiels in der Lukaskirche verantwortlich zeichnet: Er mache es durch seine eigene Firma (AE Rental) möglich, dass insbesondere zu Heiligabend die Gottesdienste im Internet verfolgt werden können – und das in Fernseh-Qualität.

„Wir hatten im vergangenen Jahr in drei Gottesdiensten 1800 Besucher“, erinnert sich Pfarrer Dütemeyer. Das könne man aktuell natürlich nicht abdecken. „Wir haben jetzt ein System entwickelt, dass wir die vier Gottesdienste mit zwei Kameras aufzeichnen und live streamen werden.“ Zu sehen sei das Video dann bei Youtube.

Den Gottesdienst vor Ort werden lediglich 50 bis maximal 70 Besucher verfolgen können. „Das hängt auch davon ab, wie sich die Gemeindeglieder anmelden“, meint Pfarrer Dr. Kolja Koeniger. Familien könnten sich bis zu fünf Personen anmelden, irgendwann sei das Kontingent erschöpft. Im benachbarten Kreiskirchenamt stelle man notfalls noch Plätze zur Verfügung. Dort sei aber nur der übertragene Live-Stream zu sehen.

Der Gottesdienst als Live-Stream im Internet ist aber nur ein Teil des neuen digitalen Wegs, den die Gemeinde geht. „Man muss bereit sein, alte Wege auch einmal zu verlassen, und es macht mir wirklich Spaß, das zu tun“, so Dütemeyer mit Blick auf die weiteren Online-Auftritte der Gemeinde.

Damit zurück ins vergangene Jahr: Besagtes „Rotes Sofa“ war im Juli die erste „Nummer“ der Gemeinde bei Instagram. Das war der „Netz-Startschuss“, wie Dütemeyer sagt. „In diesem Zusammenhang entstand etwas, was ich überhaupt nicht kannte: der Auftritt bei Instagram.“ Zusammen mit Judith Schäfer bastelte Peter Hellbrügge-Dierks den sogenannten Account (berechtigten Zugang zum Internet), ab dann ging es ins weltweite Netz.

„Die ersten Schritte waren schrecklich, weil viel zu statisch“, erinnert sich Dirk Dütemeyer an die anfänglichen Gottesdienst-Aufzeichungen ohne Publikum. Man stellte sich dann die Frage: „Was erwarten die Leute?“ Die Antwort lieferten die ausgewerteten Nutzergewohnheiten: Es wurde keine lange Liturgie erwartet, vielmehr ein kurzer Impuls, so Dütemeyer. Es war die Geburtsstunde von „ANgeDACHT“. In diesem Zusammenhang bedient sich Kolja Koeniger der Worte Martin Luthers: „Tritt stark auf, mach‘s Maul auf, hör bald auf.“ Will heißen: In der Kürze liegt die Würze. Und was ist „ANgeDACHT“? Koeniger: „Die Gedanken zum Gottesdienst, die Quintessenz einer Predigt – verdichtet, zugespitzt und unterhaltsam dargestellt.“

Neben „ANgeDACHT“ gibt es noch weitere Infos zur und über die Lukas-Gemeinde, wie alle Neuigkeiten zum Kirchenzentrum. Zu finden ist die Gemeinde bei Instagram unter „lukas.kg.ms“ und bei Youtube unter dem Suchbegriff „Evangelische Lukas-Kirchengemeinde“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7720013?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F136%2F
Nachrichten-Ticker