Appelbreistiege: Antrag der Grünen führt zu einem Teilerfolg
Sperren dienen der Sicherheit

Münster-Gievenbeck -

Abschreckende Schikane ohne eine nennenswerte Wirkung? Grüne Kommunalpolitiker aus Münsters Westen und das städtische Ordnungsamt haben sich mit den Rohrrahmensperren auf der Appelbreistiege befasst.

Mittwoch, 13.01.2021, 22:11 Uhr aktualisiert: 13.01.2021, 22:20 Uhr
An den Rohrrahmensperren an der Michaelschule besteht laut Stadt Handlungsbedarf.
An den Rohrrahmensperren an der Michaelschule besteht laut Stadt Handlungsbedarf. Foto: Kay Böckling

Sie gehört zu den wohl beliebtesten und meistgenutzten Radverbindungen zwischen Gievenbeck und Münster, die nicht zuletzt auch gerne von Spaziergängern frequentiert wird. Die Rede ist von der Appelbreistiege, die zwischen dem sogenannten Ziegenkreisel (Roxeler Straße, Von-Esmarch-Straße, Buso-Peus-Straße) und der Michaelschule verläuft. Die Einfahrt gestaltet sich für Radler jedoch beidseitig mitunter schwierig, da die vorhandenen Rohrrahmensperren ein gewisses Geschick an Manövrierfähigkeit voraussetzen – insbesondere bei Lastenrädern oder Rädern mit Anhängern.

Diese Situation ist auch den Grünen in der Bezirksvertretung Münster-West aufgefallen, die sich mittels eines Antrags im Dezember 2019 für eine radfahrerfreundlichere Gestaltung der Appelbreistiege einsetzten. Konkret ging es um die Umgestaltung besagter Rohrrahmensperren beziehungsweise deren Ersatz durch eine andere Lösung. Dem entsprechenden Antrag stimmte das Ordnungsamt zu – allerdings nur zu einem Teil.

Die aktuellen Sperren ermöglichten laut des Grünen-Antrags dem Fahrer eines gewöhnlichen Rads zwar ein Passieren ohne ein zwingendes Absteigen: „Jedoch ist die Gestaltung nicht so, wie es von einer zukünftigen Fahrradhauptstadt und einer für Radfahrer so wichtigen Verbindung mit der Innenstadt erwartet werden kann.“

Insbesondere im nördlichen Bereich sei es in den regenreichen Monaten bei der Einfahrt in die Appelbrei-stiege nicht zu vermeiden, die asphaltierte Fläche zu verlassen und eine Kurve durch das schlammige Erdreich links zu fahren. „Dies trägt weder zum Erhalt der Verkehrsfläche noch zur Verkehrssicherheit bei“, so die Grünen, die auf einen weiteren Umstand hinweisen: „Fahrräder mit Anhängern und insbesondere lange Lastenräder schaffen diese Kurve meist nur noch, indem man absteigt oder sich umständlich durch die Sperre laviert.“

Das Argument der Disziplinierung der Radfahrer wollen die Antragsteller nicht gelten lassen, „da auf der mehrere Hundert Meter langen Strecke zwischen den Sperren überhaupt keine Maßnahmen ergriffen sind, um das Tempo der Radfahrer zu drosseln. Insofern wirkten die Sperren lediglich als „abschreckende Schikane ohne eine nennenswerte Wirkung auf das Verhalten der Radfahrer“. Die Lösung der Grünen wären beispielsweise entfernbare Pfosten.

Nach einer gemeinsamen Prüfung mit dem Tiefbauamt und der Polizei ist das Ordnungsamt der Meinung, dass beide Rohrrahmensperren aus Gründen der Verkehrssicherheit „zwingend erforderlich" sind. Zum Standort Kreisverkehr heißt es in dem Antwortschreiben der Fachverwaltung, dass es in der Vergangenheit zu zum Teil schweren Unfällen zwischen Radfahrern, die aus der Appelbreistiege kamen, und Kraftfahrzeugen aus dem Kreisverkehr gekommen sei. Seit dem Umbau habe sich die „Unfalllage deutlich verringert“.

Auch in Höhe der Michaelschule spielt laut Ordnungsamt die Sicherheit eine Rolle, wenn es um dem Erhalt der Rohrrahmensperre geht. Dort hat der Schutz der Schüler Priorität. Insbesondere zu Schulwegzeiten mit Hol- und Bringverkehr verhinderten die Sperren das schnelle Einfahren von Radfahrern und die daraus resultierenden Gefährdungen.

Die Einfahrbreiten und Abstände der Gitter zueinander werden laut Stadt durch die Wegbreite bestimmt, die Maße sind in den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen festgeschrieben.

Da die Rohrrahmensperren am Kreisverkehr den empfohlenen Richtwerten entsprechen, sieht die Stadt Münster dort keinen Handlungsbedarf. Anders an der Michaelschule. Dort passen die jeweiligen Einfahrbreiten nicht mit den Richtlinien überein. Die nötige Anpassung durch das städtische Tiefbauamt soll zeitnah erfolgen.

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