CDU lehnt Wanderweg entlang der Münsterschen Aa entschieden ab
„Massiver Eingriff in Naturschutz“

Münster-West -

Auch von den Christdemokraten im Stadtbezirk West gibt es harsche Kritik am Wanderweg-Vorschlag der SPD für das münsterische Aatal.

Dienstag, 09.02.2021, 20:22 Uhr aktualisiert: 09.02.2021, 20:30 Uhr
Die Münstersche Aa vor dem Schneefall: Die CDU-Ortsunionen in Münsters Westen wollen keinen Wanderweg entlang des Gewässers.
Die Münstersche Aa vor dem Schneefall: Die CDU-Ortsunionen in Münsters Westen wollen keinen Wanderweg entlang des Gewässers. Foto: sch

Die CDU-Ortsunionen im Westen der Stadt Münster wenden sich einstimmig gegen Überlegungen der SPD , einen Wanderweg entlang der Aa vom Aasee bis zur Burg Hülshoff anzulegen. „Die auf den ersten Blick charmante Idee entpuppt sich bei näherem Hinsehen als massiver Eingriff in den Natur- und Artenschutz“, kritisieren die Ortsunionsvorsitzenden MeikBruns (Nienberge) und Christoph Brands (Roxel).

Die Aa sei von ihrer Mündung in den Aasee bis zur Stadtgrenze im Westen sehr unterschiedlich ausgeprägt. So seien vor wenigen Jahren im Bereich zwischen Aasee und Haus Kump/Sentruper Straße aufwendige Renaturierungsarbeiten erfolgt mit dem Ziel, den natürlichen Verlauf wieder zu ermöglichen sowie Pflanzen und Tiere anzusiedeln.

Ein Wanderweg entlang der geschützten Aa stehe im Widerspruch zur Renaturierung, heißt es in einer Mitteilung der Christdemokraten. Es werde erheblicher finanzieller Aufwand seitens der Stadt für die Renaturierung betrieben, das Areal werde sehr gut vom Wild angenommen. Eine Zerstörung des Renaturierungsprojekts stehe dem Artenschutz, dem Naturschutz und der Verwendung von Steuergeldern massiv entgegen.

„Wir erinnern aber an die Anregung der CDU Mecklenbeck im Rahmen der Diskussion über ein neues Leitbild Aasee im Jahre 2011, einen überschaubaren Lückenschluss zwischen dem bereits vorhandenen Wegenetz des Aasees und dem im Landschaftspark Mecklenbeck zu schaffen, durch den eine durchgängige Wegeverbindung zwischen der Stadt bis nach Roxel entstehen könnte“, erläutert der Mecklenbecker Ratsherr Ulrich Möllenhoff.

Im weiteren Verlauf bis zum Stodtbrockweg sei die fast vollständig von äußeren Einflüssen befreite Aa ihrer natürlichen Entwicklung überlassen, sodass sich seltene und vom Aussterben bedrohte Tierarten bereits wieder angesiedelt hätten. „Dieses Refugium ist durch die Anlegung eines Wanderwegs sehr stark gefährdet“, so Albachtens CDU-Vorsitzender Franz-Josef Wöstmann.

Zudem solle man nicht der naiven Vorstellung Glauben schenken, dass sich die Menschen strikt an aufgestellte Verbotsschildern hielten. Ein weiterer Punkt sei, dass Grundstücksanlieger ein Zerschneiden ihrer Flächen befürchten müssten, wenn es nach den Plänen der Stadtbezirks-SPD gehe.

In diesem Zusammenhang weisen die Christdemokraten auch auf den Landschaftsplan Roxeler Riedel hin. Darin seien entlang der Aa besonders schützenswerte Bereiche ausgewiesen. Der betroffene Raum gehöre in seiner Gesamtheit im Uferbereich der Aa zum Naturschutzgebiet Aa-Tal.

Dort solle eine Wiederherstellung einer naturnahen Fließgewässerdynamik einschließlich naturnaher Steil- und Flachufer, Uferabbrüchen, Auskolkungen, offener Sandablagerungen und Überschwemmungsräume entwickelt werden.

Die Erhaltung, Selbstentwicklung und Förderung von Lebensgemeinschaften oder Lebensstätten von zum Teil stark gefährdeten und vom Aussterben bedrohten, wildlebenden Pflanzen- und Tierarten, insbesondere von Wiesen- und Wasservögeln, Reptilien, Amphibien, Fischen, Libellen und Wasserinsekten, solle unterstützt werden.

Auf andere Weise wollen die Christdemokraten dem allgemein gestiegenen Bedürfnis nachkommen, sich mehr an der frischen Luft zu bewegen. Die Stadt Münster solle in Kooperation mit Sport- und Wandervereinen vorhandene Stadtteilrundwege, wie zum Beispiel den Lyrikweg zwischen Haus Rüschhaus und Burg Hülshoff, publik und leicht zugänglich zu machen. Dies sei beispielsweise durch Apps realisierbar, die schon viele für das Radfahren oder Wandern nutzten.

„Wir sehen hier viele bereits vorhandene Wege durch interessante Stadtteile und Münsters Parklandschaft, die einfach und nahezu kostenlos den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellt werden und eventuell punktuell mit geringem Aufwand noch besser vernetzt werden können“, so Ratsmitglied Dr. Martin Lücke abschließend.

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