Handballer des TSC Münster-Gievenbeck halten sich über „Zoom“ fit
Liegestütz auf dem Handball

Münster-Gievenbeck -

Viele Sportler sind aktuell zum Nichtstun verdonnert. Es sei denn, sie sind Mitglied der Handballabteilung des TSC Münster-Gievenbeck und verfügen mindestens über ein Handy. Dann ist Training kein Problem - dank Zoom.

Dienstag, 09.03.2021, 17:45 Uhr
Ansgar Gillmann zeigt: Auch im heimischen Keller kann man sich fit halten – und per Zoom ist man mit anderen verbunden.
Ansgar Gillmann zeigt: Auch im heimischen Keller kann man sich fit halten – und per Zoom ist man mit anderen verbunden. Foto: Privat

Gemeinsames Schwitzen, der eine oder andere Zweikampf oder die liebgewonnene „dritte Halbzeit“ nach dem Meisterschaftsspiel, sprich das Zusammensein und die Fachsimpelei nach getaner Arbeit – das und noch viel mehr fehlt insbesondere Mannschaftssportlern. Da machen auch die Handballer des TSC Münster-Gievenbeck keine Ausnahme.

Doch es gibt eine Möglichkeit, diesen „Trennungsschmerz“ zu lindern und gleichzeitig etwas für die Fitness zu tun. Mittels der Videotelefonie-Software „Zoom“ werden die Abteilungsmitglieder aus der sportlichen Diaspora geholt. So bleiben sie fit für den Neuanfang nach dem Lockdown, dem alle schon jetzt entgegenfiebern.

„Wir machen für die Handballer Zoom-Training“, sagt Ansgar Gillmann , früher selbst bei Adler Münster aktiv in dieser Sportart und Vorsitzender der Gievenbecker Handballer. Er leitet die jeweiligen Einheiten bei verschiedenen Mannschaften. „Im Wesentlichen geht es um die allgemeine Fitness.“ Grundlage sei das sogenannte Tabata-Training, bei dem sich intensive Belastung und eine kurze Entspannungsphase abwechseln.

Und wo bleibt das Handball-Spezifische? „Bei der D-Jugend beispielsweise bauen wir Jonglage in die Übungen ein“, sagt Gillmann. Das schule die „Auge-Hand-Koordination“. Aber auch an den Handball angelehnte Lauftechniken wie „Side-Steps“ oder Abwehrbewegungen vorwärts und rückwärts ließen sie hervorragend in den eigenen vier Wänden simulieren: „Wenn man mehrmals 30 Sekunden lang intensiv Side-Steps von nach links und rechts gemacht hat, gepaart mit Hock-Streck-Sprüngen, weiß man am Ende schon, was man geleistet hat.“

Wichtig sei es, dass jeder Spieler auch einen eigenen Handball Zuhause habe, damit man den Bezug zum eigentlichen Spielgerät nicht verliere. Gillmann: „Auch in der eigenen Wohnung oder im Keller kann man hervorragend mit dem Ball arbeiten, sei es das Üben von Dribblings oder Würfe gegen die Wand, die das Wurf- und Passverhalten schulen.“

Und wie läuft ein solches „Zoom-Training“ ab? „Die Mannschaften treffen sich zur regulären Trainingszeit im Netz“, so Gillmann. Dann wartet man fünf Minuten. „Das ist wie beim richtigen Training auch, einer kommt immer zu spät.“ Dann geht die Musik an, die schweißtreibende Arbeit mit Tabata beginnt.

Der Handball-Trainer freut sich auch schon auf mildere Temperaturen, denn dann kann er seine Schützlinge an die frische Luft schicken. Anhand der App „Learnhandball“ (aus dem Englischen übersetzt: lerne Handball) könne man diverse Trainingsprogramme erstellen: „Dort gibt es verschiedene kleine Lern-Videos, die sich die Kinder anschauen und nachmachen können.“

Auch der Wettkampfgedanke komme dort nicht zu kurz, wie der Wahl-Gievenbecker weiß: „Es gibt sogenannte Handball-Challenges: In 20 Sekunden so viele Pässe an die Wand spielen wie möglich, abwechselnd mit der rechten und der linken Hand fangen oder den Abwehrlauf absolvieren.“

Mit dem Zoom-Training startete die C-Jugend unter Trainer Nicolas Ludwig zu Beginn des Lockdowns. Die D-Jugend und die „Seniors“, die Mixed-Mannschaft des TSC, trainieren mit Ansgar Gillmann per „Zoom“ seit Januar, und seit zwei Wochen ist auch die männliche B-Jugend am virtuellen Ball. „Nun wollen wir versuchen, auch die Minis, also die Jüngsten, miteinzubinden“, erläutert Gillmann.

Um am Zoom-Training teilzunehmen, bedarf es nicht zwingend eines großen technischen Zubehörs. „Ein Handy reicht eigentlich schon“, sagt der Handball-Trainer, der sich auf eines ganz besonders freut: Dass es auch bald wieder in die Halle geht.

Wer sich über das „Zoom-Training“ informieren möchte, kann dies tun unter:

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