Handorf
Wiedersehen mit Kaplan Marek

Montag, 19.10.2009, 23:10 Uhr

Münster-Handorf - Seit Jahrhunderten schon ist das Heiligtum auf dem St. Annaberg in Schlesien Ziel deutscher und polnischer Wallfahrten. Der Berg liegt etwa 30 Kilometer südlich der Stadt Oppeln und war in der vergangenen Woche das Ziel einer Gemeindefahrt der Handorfer Gemeinden St. Petronilla und der Zions-Gemeinde. Unter der Leitung von Pfarrer Jürgen Streuer startete die Gruppe zu dieser Reise und erreichte nach 13 Stunden das Pilgerheim auf dem Annaberg. Kaum angekommen, machten die Handorfer bereits Bekanntschaft mit der guten schlesisch-polnischen Küche, auf die man sich nun jeden Abend freuen konnte, informiert Gerd Bette vom Heimatverein Handorf . Er hat die Eindrücke der einwöchigen Reise zusammengefasst.

Das eigentliche Programm begann am Dienstag mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Kathedrale auf dem Annaberg. Zur Freude der Handorfer gab es hier ein Wiedersehen mit Kaplan Marek , der einige Zeit in Handorf gelebt und gearbeitet hat. Zusammen mit Pfarrer Streuer zelebrierte er diese Messe und blieb auch während des ganzen Tages bei der Gruppe.

Er ließ es sich nicht nehmen, durch seine Heimatstadt Oppeln zu führen, bevor ihn dann seine Verpflichtungen an der Universität in Münsters Partnerstadt Lublin wieder in Anspruch nahmen. Am folgenden Tage nahm dann Tschenstochau mit seinem Marienheiligtum die Pilgergruppe in Anspruch. Es folgte Krakau mit dem Marktplatz und den weltberühmten Tuchhallen, der Marienkirche und dem Königsschloss auf dem Wawel, mit Cafés und den vielfältigen Angeboten eines pulsierenden Zentrums.

Der von Veit Stoß geschaffene Altar in der Marienkirche erstaunte hier ganz besonders. Ein beeindruckendes Erlebnis war Breslau mit seiner deutschen Vergangenheit, die bei einigen wehmütige Erinnerung bedeutete, schreibt Bette weiter. Hier begann der Besuch - wie konnte es auch anders sein - am Dom um dann über die Aula Leopoldina der Universität, zum Markt und zum Rathaus zu führen.

Diese Zeugnisse der deutschen Geschichte Schlesiens seien liebevoll restauriert und hätten zum Sehen und Staunen eingeladen. Gleichzeitig hätten sie aber auch ein Gefühl für den Verlust geweckt, den diese unselige Zeit des Krieges zur Folge hatte, heißt es im Reisebericht.

Bedrückend sei die Begegnung mit der jüngeren Geschichte in Auschwitz gewesen - dem Synonym für die Vernichtung von Menschen, vor allem der Juden und der jüdischen Kultur in der Zeit der Naziherrschaft. Hier sei niemand unberührt geblieben und still hätten die Handorfer an dieser Stätte den betont sachlichen Erklärungen gelauscht.

Festzustellen war, so Gerd Bette, dass die gemeinsam verbrachten Abende im Pilgerheim auf dem St. Annaberg von allen als Bereicherung empfunden und von den Teilnehmern aus beiden Handorfer Gemeinden wie auch über Altersgrenzen hinweg zum besseren Kennenlernen genutzt wurden.

Als dann am späten Sonntagabend in Handorf die Glocken läuteten, wusste hier jeder, dass diese Woche einen guten Abschluss gefunden hatte und die Mitreisenden wohl und gesund wieder in heimischen Gefilden eingetroffen waren.

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