Handorf
Kultur der Indigenas im Blick

Dienstag, 06.07.2010, 11:07 Uhr

Münster-Gelmer - Sie sehen schon gruselig aus, die Masken, die in dem Klassenraum in der Astrid-Lindgren-Grundschule ausgestellt sind. Aber für die Kinder ist der Umgang mit den Verkleidungen völlig normal: Denn sie gehören zu einem Projekt, an dem sich die dritte Klasse beteiligte: Sie beschäftigten sich mit den Indigenas Südamerikas . Und zu deren Kultur gehören nun einmal auch Masken.

„Indianer sagt man nicht, das ist ein Schimpfwort“, sagt Jorge Hidalgo , der die Kinder gleich an zwei Tage besuchte und einen besonderen Blick auf die Kultur und Vergangenheit der Indigenas vermittelte. Denn der Unterricht sollte besonders praxisnah sein. So ging es mit einer Gruppe unter der Anleitung von Landschaftsökologin Katja Busch auf Entdeckungsreise in die angrenzenden Wälder, während Hidalgo Bilder aus seiner Heimat zeigte. Dabei schlug er durchaus auch kritische Worte an, gerade bezüglich der Umweltverschmutzung und dem Raubbau am Regenwald. „Der Lebensraum wird immer kleiner, die Natur wird durch Erdöl-Pipelines und Holzfällerei bedroht.“

Damit auch handfeste Arbeit auf dem Stundenplan stand, durften die Kinder aber nicht nur Masken aus Holz basteln: Hidalgo hatte auch Musikinstrumente dabei und die Schüler durften einmal eine echte Schlangenhaut anfassen.

Auch Klassenlehrerin Monika Berkenheide war von der Aktion begeistert. „Auf dem Unterrichtsplan stand die Auseinandersetzung mit Indianern, dem Bezug zur Natur und anderen Völkern“, erklärte die Lehrerin den ungewöhnlichen Besuch. Und damit die Schüler auch authentisch mit einem Indianer sprechen konnten, habe man sich zu dem Besuch entschieden.

„Mit Bildern und praktischer Arbeit entsteht ein ganz besonderer Zugang zu dieser Materie.“ Dabei geht es aber auch darum, den Kindern einen neuen Blickwinkel auf die Indigenas zu vermitteln. „Ein Indianer hat nichts heroisches“, so die Lehrerin. Das vermittelte auch Hidalgo. Der Performancekünstler, der aus Kolumbien stammt und über reichhaltige Erfahrungen im Bereich Bildung sowie Tanz verfügt, ging dabei den Kindern nicht nur mit Rat, sondern auch mit Tat zu Hand. So ginge es dann erst einmal darum, die Masken aus dem Holz auszusägen - um sie anschließen farblich zu gestalten. „Die Kinder sind immer sehr interessiert - und machen auch wirklich toll mit“, lobte der Künstler.

Die Projekttage wurden in Kooperation mit dem Programm „Bildung trifft Entwicklung in NRW“ des Eine-Welt-Netz NRW durchgeführt.  

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