Sozialbüro Handorf
Rasche Hilfe für Bedürftige

Münster-Ost -

Auch in Münsters wohlhabendem Osten gibt es Armut, oft ist sie allerdings versteckt. Die katholische und die evangelische Kirchengemeinde haben nun ein ökumenisches Sozialbüro eröffnet: Einmal wöchentlich finden Bedürftige hier Hilfe und Beratung.

Dienstag, 24.04.2012, 06:04 Uhr

Sozialbüro Handorf : Rasche Hilfe für Bedürftige
Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer vor dem Pfarrhaus am Petronillaplatz: Hier findet jeden Mittwoch von 17 bis 18.30 Uhr die Sprechstunde statt. Foto: spe

Mal ist es die alleinerziehende Mutter von drei Kindern, deren Waschmaschine plötzlich kaputtgegangen ist. Mal ist es der Rentner, dem das Bargeld so knapp wird, dass er nichts mehr zu essen kaufen kann. Und mal ist es der Asylbewerber, der durch all die fremden Gesetze und Vorschriften nicht mehr durchblickt. Es gibt Armut, auch im wohlhabenden Osten der Stadt.

Dass sich bedürftige Menschen ans Pfarrhaus wenden, kam auch früher immer wieder vor, bestätigen die beiden Pfarrer Jürgen Streuer von St. Petronilla und Reinhard Witt von der evangelischen Gemeinde. Doch die Nachfrage werde immer größer, sagt Pfarrer Streuer: „Die verschämte, versteckte Armut ist groß.“ Zugleich allerdings sind die Kirchengemeinden für immer mehr Menschen auf immer größerer Fläche zuständig, weshalb die Pfarrbüros unter Druck gerieten. Die Lösung des Problems: ein eigenes ökumenisches Sozialbüro für Münsters Osten. In der vergangenen Woche wurde es eröffnet.

Seinen Sitz hat das Büro im katholischen Pfarrhaus am Petronillaplatz 3 direkt neben der Kirche; der Besprechungsraum im Erdgeschoss wird einmal wöchentlich für die Sprechstunde reserviert. Viel wichtiger als der Raum sind die 16 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Jeweils zwei von ihnen sind an jedem Mittwoch von 17 bis 18.30 Uhr ansprechbar – für alle Hilfsbedürftigen aus Handorf , Gelmer , Mariendorf und Sudmühle.

Die Ehrenamtlichen haben sich zuvor monatelang schulen lassen – von den Spezialisten von Caritas und Diakonie. In den Kursen ging es um Themen wie Schulden, Sucht, Migration und Sozialrecht, aber auch um den Umgang mit Menschen. Nicht immer kann vor Ort eine Lösung gefunden werden. Aber immer haben die Helferinnen und Helfer Zeit zum Zuhören, und fast immer wissen sie, wer im Ernstfall weiterhelfen kann. Die Beratung ist kostenlos, unbürokratisch und vertraulich, betonen die Akteure.

Das Sozialbüro Handorf-Gelmer-Mariendorf-Sudmühle ist nicht das erste seiner Art – ein rundes Dutzend existiert im Stadtgebiet. Dort habe sich die wöchentliche Sprechstunde und die ökumenische Zusammenarbeit sehr gut bewährt.

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