Details zur Standortsuche - Fakten zum Neubau
JVA in Münster: 34 Standorte wurden überprüft

Münster -

34 Grundstücke wurden als Standort für den geplanten Neubau des Gefängnisses überprüft, am Ende blieb eines in Handorf übrig. Dabei dürfte eine Rolle gespielt haben, dass sich von zehn näher ins Auge gefassten Flächen nur zwei im öffentlichen Eigentum befinden – zwei in Handorf.

Mittwoch, 05.06.2013, 10:06 Uhr

Fakten zum Neubau

► Haftplätze:640, dazu 60 Plätze in einer neuen Jugendarrestanstalt.

►  Häftlinge:Männer mit Freiheitsstrafen bis zu 48 Monaten und Untersuchungshäftlinge, keine Freigänger, keine Sicherungsverwahrte; Jugendliche mit Arreststrafen bis zu vier Wochen.

► Sicherung:Das Gelände wird mit einer 5,50 Meter hohen Mauer umgeben, videoüberwacht und ständig beleuchtet.

► Zufahrt:nur eine Zufahrt über Warendorfer Straße, Lauheider Straße, Galgheide, Kötterstraße.

►  Verkehr:ca. 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ferner Besucher, Lieferanten, ehrenamtlich Tätige, Gefangenentransporte. Parkplätze werden auf dem Gelände errichtet. Die Buslinie 2 soll angebunden werden.

►  Wegenetz:der über das Gelände führende Fuß- und Radweg wird um die JVA herumgeführt. Der Rundweg über das Gelände des Truppenübungsplatzes soll im Prinzip erhalten bleiben.

► Bäume:durch das Grundstück verläuft ein Waldstreifen (ca 2,5 Hektar) Die Bäume würden gefällt.

►  Prüfung:Sobald die Stadt ihr grundsätzliches Einvernehmen erteilt, sollen im Detail Wirtschaftlichkeit, Umweltschutzbelange, Verkehrsprobleme, Anliegerinteressen und militärische Altlasten („Entmunitionierung“) geprüft werden.

► Kosten:Das Land rechnet mit 200 Millionen Euro.

►  Zeitplan:bis zu drei Jahre für Prüfung und Planung, weitere drei Jahre für den Bau. Gefängnisdirektorin Maria Look rechnet damit, den Standort Gartenstraße in etwa sechs Jahren aufzugeben. -spe-

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Warum Handorf und nicht ein anderer Stadtteil? Diese Frage treibt derzeit insbesondere die Handorfer um, denn nach den aktuellen Planungen des Düsseldorfer Justizministeriums soll im Osten der Stadt das neue Gefängnis entstehen.

Aus Anlass der öffentlichen Diskussion beleuchtet unsere Zeitung noch einmal die Standortsuche, an der die Stadt Münster , das NRW-Justizministerium und der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes beteiligt waren. Der BLB wird den Neubau errichten.

Insgesamt 34 Flächen wurden untersucht, zehn kamen in die engere Wahl. Schaut man sich die zehn Grundstücke an, so fällt auf, dass sich nur die beiden in Lauheide befindlichen Flächen im Eigentum der öffentlichen Hand befinden. Genauer gesagt gehören sie dem Bund und dienten früher als Truppenübungsplatz.

Bei den anderen Standorten in Wolbeck, Albachten, Roxel und Sprakel handelt es sich um landwirtschaftlich genutzte Flächen mit jeweils bis zu drei privaten Eigentümern.

Aus Sicht des Landes dürfte hinter der Verfügbarkeit der Flächen ein Fragezeichen stehen, zumal eine Bebauung unmittelbar die wirtschaftliche Existenz der betroffenen Landwirte berühren würde.

Sieben der insgesamt 34 untersuchten Flächen liegen in Amelsbüren. Sie alle kamen nicht in Betracht, weil sich im Südwesten der Stadt bereits die forensische Klinik befindet. Forensik und Gefängnis in direkter Nachbarschaft – eine derartige Debatte in Amelsbüren wollten die Verantwortlichen nicht lostreten.

Bekannt ist, dass das Land lange Zeit ein Grundstück nördlich der Landwirtschaftskammer am Nevinghoff favorisierte. Der Eigentümer hatte signalisiert, die landwirtschaftliche Fläche verkaufen zu wollen. Der Standort scheiterte aber am Veto der Stadt, da nach der geltenden Grünordnung das Areal als Freifläche erhalten bleiben soll.

Ansonsten wurde zahlreiche Standorte aus ganz handfesten Gründen aussortiert: Ungünstige Grundstückszuschnitte oder unmittelbar angrenzende Hof­stellen. Ein nahe der Autobahn gelegenes Grundstück wurde verworfen, weil man von der Autobahn auf das Gefängnis hätte herunterschauen können.

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