Kommentar: Die vergessene Debatte
JVA-Standortsuche

Als die JVA-Pläne des Landes im Frühjahr bekannt wurden, war die Aufregung groß. Zurzeit wirkt die Debatte beinahe vergessen – als müsste sie nicht geführt werden, nur weil der Landes-Baubetrieb den Standort Handorf gerade eindringlich prüft. Die Prognose darf gewagt werden: Das Land will unbedingt in Handorf bauen. Hinter der Prüfung steht ein Festzurren.

Dienstag, 31.12.2013, 09:12 Uhr

Und was will die Stadt?

Es ist zweifellos schwer, in Münster einen JVA-Standort zu finden, denn jede Fläche im Stadtgebiet ist von jemandem besetzt. Landwirte mögen keine Ackerfläche opfern, Stadtplaner kein Gewerbegebiet, die Bundeswehr keinen Quadratmeter Kasernenhof. Und wer als Nachbar damit rechnen muss, demnächst ein Gefängnis vor der Nase zu haben, wehrt sich dagegen, egal wo.

Kein Wunder, dass sich auch die Lokalpolitik zurückhält; eingezwängt zwischen Wählerstimmung, Verständnis und Staatsräson. Die Bereitschaft, die unangenehme Debatte neu zu eröffnen, die Bewohner anderer Stadtteile zu brüskieren und das eifrig planende Land auf städtischer Ebene auszubremsen, ist derzeit jedenfalls kaum erkennbar.

Dass sich in dieser Gemengelage konkurrierender Interessen ausgerechnet die Naturschützer mit ihrem Anliegen durchsetzen können, ist deshalb eher unwahrscheinlich.

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