Die künftige Bezirksvertretung Münster-Ost
Kommunahlwahl: Im Osten nichts Neues?

Münster-Ost -

Nirgendwo sonst in Münster war die Wahlbeteiligung zur Kommunalwahl so hoch wie in Münster-Ost. Und nirgendwo sonst hat die CDU so gut abgeschnitten. Dennoch: Schwarz-Gelb muss auch in der BV Ost Federn lassen.

Montag, 26.05.2014, 19:05 Uhr

Erleichterung ist den Wahlkämpfern der CDU schon anzumerken, als am späten Abend alle Stimmen aus Münster-Ost ausgezählt sind: Die Union verliert Stimmen, aber keine Sitze.
Erleichterung ist den Wahlkämpfern der CDU schon anzumerken, als am späten Abend alle Stimmen aus Münster-Ost ausgezählt sind: Die Union verliert Stimmen, aber keine Sitze. Foto: reg

Auf den ersten Blick bleibt im Osten fast alles beim Alten. Martina Klimek darf ihrer zweiten Amtszeit als CDU-Bezirksbürgermeisterin entgegensehen, und die Verteilung der 19 Sitze in der Bezirksvertretung Münster-Ost verändert sich kaum. Nur die FDP verliert eines ihrer beiden Mandate, stattdessen kommt ein Pirat an Bord. Mehr passiert nicht.

Dennoch hat diese Kommunalwahl auch im Stadtbezirk Münster-Ost deutliche Spuren hinterlassen: Das bürgerliche Lager aus CDU und FDP musste knapp fünf Prozent abgeben, Rot-Grün konnte annähernd vier Prozent hinzugewinnen. Trotzdem haben CDU und FDP in der Bezirksvertretung immer noch eine Mehrheit: zehn von 19 Stimmen, denkbar knapp.

Wahlbeteiligung: 64,2 Prozent, mehr als in jedem anderen Stadtbezirk. Dabei ist Münster-Ost doch der kleinste . . .

CDU: Mit 45,3 Prozent (minus 2,8) hat sich die CDU einen weiteren Schritt von der absoluten Mehrheit entfernt, die ihr bis vor fünf Jahren in Münster-Ost noch sicher war. Dennoch: Es ist stadtweit das beste CDU-Bezirks-Ergebnis, und es bleibt bei neun Sitzen in der Bezirksvertretung. Handorf und Gelmer sind nach wie vor Hochburgen, Mauritz-Ost nicht so sehr. Die drei Direktkandidaten Manfred Wenzel (Handorf), Bruno Kleine-Borgmann (Gelmer) und Walter von Göwels (Mauritz-Ost) haben ihre Wahlkreise souverän gewonnen.

SPD: Die Sozialdemokraten konnten ihr Ergebnis um ein knappes Prozent auf 22,8 Prozent verbessern, bleiben allerdings bei vier Sitzen in der Bezirksvertretung. Mit Ludger Steinmann und Jörg Koltermann verliert die Fraktion überdies ihre profiliertesten Köpfe: Der eine wurde jetzt über die Liste seiner Partei in den Stadtrat gewählt, der andere war nicht mehr angetreten.

Grüne: Die Grünen (17,9 Prozent) erklären sich mit einem Stimmengewinn von genau drei Prozent laut Pressemitteilung zum Wahlsieger in Münster-Ost – aber das besonders in Mauritz-Ost gute Ergebnis ändert nichts an der Sitzverteilung in der Bezirksvertretung. Die dreiköpfige Fraktion macht unverändert weiter.

FDP: Die Liberalen (6,5 Prozent) haben zwei Prozent verloren und müssen den zweiten Sitz in der BV räumen, den sie erst 2009 hinzugewonnen hatten. Kurt Moths hält wieder allein die Stellung.

Piraten: Zum ersten Mal ist die Partei im Stadtbezirk angetreten, und hat es mit 2,8 Prozent sofort auf einen Sitz in der BV geschafft: Er geht an den Kaufmann Peter Hem­ecker, der bislang in Münster-Ost kaum hervorgetreten ist.

UWG: Trotz leichter Verluste reicht es mit 2,6 Prozent für einen Sitz in der BV. Überraschung: Der früher im Stadtrat aktive UWG-Promi Fritz Pfau nimmt darauf Platz. Er ist nun neben dem Ratsmitglied Uwe Raffloer der einzige UWG-Mandatsträger in Münster .

ÖDP: 2,1 Prozent sind zu wenig für einen Sitz in der BV. Als einzige Partei, die den JVA-Neubau in Handorf stark thematisiert hatte, konnte die ÖDP hauchzart zulegen: 0,7 Prozent. Im Wahllokal Handorfer Straße – dem geplanten JVA-Gelände nächstgelegen – haben immerhin rund sechs Prozent der Wähler ihr Kreuzchen bei der ÖDP gemacht. Das ist das stadtweit beste Ergebnis der Partei.

Die Linke, die 2009 in Münster-Ost immerhin 2,4 Prozent erzielt hatte, war diesmal gar nicht angetreten. Die AfD hat es ebenso wenig versucht.

 

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